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Schule und Gesellschaft - eine spannungsgeladene Beziehung

5. Oktober 2016 – Anlässlich des Weltlehrertags am 5. Oktober 2016 organisierte das Parlament in der Autonomen Hochschule einen Diskussionsabend. Eingeleitet wurde die Diskussion mit den Referaten „In einer Demokratie ist Bildung nicht (nur) ein Recht. Sie ist eine Pflicht“ von Nico Hirtt und „Wertebildung in der multikulturellen Gesellschaft: (K)eine Aufgabe der Schule?“ von Prof. Dr. Andrea Szukala.

Schule und Gesellschaft - eine spannungsgeladene Beziehung

Nico Hirtt zeigt in seinem Vortrag auf, dass sich die Schule in den letzten 200 Jahren immer wieder den politischen und wirtschaftlichen Bedürfnissen hat beugen müssen. Das Ziel war dabei immer, die Reproduktionsbedingungen der bestehenden Gesellschaft aufrechtzuerhalten.

Allerdings steuert die Gesellschaft jetzt auf soziale, kulturelle und ökologische Katastrophen zu. Die Schule muss also eine neue Rolle einnehmen – und dies erfordert auch eine Anpassung der Unterrichtspolitik.

Für Prof. Andrea Szukala herrscht Unklarheit darüber, welche Aufgabe die Schule bei der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts übernehmen kann. Bisher ging es nämlich vor allem darum, die Bedarfe des Arbeitsmarkts zu bedienen.

Allerdings muss die Schule die Jugendlichen auch auf ihre Rolle als mündige Bürger vorbereiten. Dies bezieht sich nun nicht mehr nur auf die privilegierten Eliten, sondern mit dem inklusiven Bildungssystem auf alle.

Heute steht also nicht mehr der Anspruch auf Gleichbehandlung im Fokus, sondern die Anerkennung von Differenz. Die Gesellschaft ist demnach heterogen mit vielen verschiedenen Werten.

Vor diesem Hintergrund steht die Schule vor enormen Herausforderungen, wenn an sie der Anspruch gestellt wird, den Jugendlichen ein Gefühl der „Gemeinsamkeit“ zu vermitteln.

Ausführlichere Erläuterungen befinden sich im Downloadbereich.

Zu den Personen

Nico Hirtt war Sekundarschullehrer in den Fächern Physik und Mathematik und hat im Jahr 1995 die belgische Denkgruppe « Appel pour une école démocratique – Aped » (Aufruf für eine demokratische Schule) mitgegründet. Er war außerdem Chefredakteur der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift « L’école démocratique » und ist derzeit Forschungsbeauftragter für Aped. Er ist zudem Autor zahlreicher Artikel und Bücher über die Schule.


Prof. Dr. Andrea Szukala hat eine Professur für Fachdidaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Münster inne. Sie forscht unter anderem über Lehrerausbildung und Diversität und hat zu Themen wie inklusiver Unterricht in den sozialwissenschaftlichen Fächern der Sekundarstufe publiziert. Des Weiteren begutachtet sie Artikel für diverse pädagogische und soziologische Fachzeitschriften.

Prof. Szukala hat daneben als Sekundarschullehrerin für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften gearbeitet und hat zahlreiche Schulbücher und Unterrichtsmaterialien zum Fach Sozialwissenschaften herausgegeben.

Sie ist Vizepräsidentin des Landesverbands Nordrhein-Westfalen der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung und verantwortlich für Grafstat, ein von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördertes Programm zur Erstellung und Auswertung von Umfragen mittels eines Fragebogens.

 

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