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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

17. Januar 2018 – Frage von L. Scholzen an Minister Antoniadis zum Eingliederungsabkommen

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der ÖSHZ, berichteten Das Grenz-Echo und der BRF im letzten Jahr, über einen Anstieg der Anträge und Empfänger von Eingliederungseinkommen. Die Zahl habe sich seit 2006 fast verdoppelt. Betroffen sind vor allem Jugendliche und Personen mit geringer Bildung. Dies wurde dann auch thematisiert auf einer ÖSHZ-Tagung im Oktober, zur beruflichen Integration. Die Ursachen hierfür sind vielseitig und vielschichtig, so stand es in der Presse und so haben sie es auch formuliert Herr Minister, in einer Antwort auf eine schriftliche Frage vom 27. März 2017. Aus diesem Grund möchte ich nicht auf die Ursachenfrage eingehen, sondern darauf, was die DG tun kann um die Situation zu verbessern. Sie haben gesagt, dass eine AG eingesetzt wurde, die sich mit den Problemen junger, besonders prekarisierter ÖSHZ-Kunden beschäftigt, die nur schwer oder gar nicht sozial-beruflich integriert werden können. Diese AG hat dann anhand von 100 Fallbeispielen Lösungen erarbeitet. Meine Frage hierzu lautet nun, wie umfassend die Erkenntnisse, bzw. Lösungsvorschläge der AG waren und ob es bereits Maßnahmen gibt die konkret umgesetzt wurden?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.

Frage von Liesa Scholzen (ProDG):
 
Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der ÖSHZ, berichteten Das Grenz-Echo und der BRF im letzten Jahr, über einen Anstieg der Anträge und Empfänger von Eingliederungseinkommen. Die Zahl habe sich seit 2006 fast verdoppelt. Betroffen sind vor allem Jugendliche und Personen mit geringer Bildung. Dies wurde dann auch thematisiert auf einer ÖSHZ-Tagung im Oktober, zur beruflichen Integration.
Die Ursachen hierfür sind vielseitig und vielschichtig, so stand es in der Presse und so haben sie es auch formuliert Herr Minister, in einer Antwort auf eine schriftliche Frage vom 27. März 2017. Aus diesem Grund möchte ich nicht auf die Ursachenfrage eingehen, sondern darauf, was die DG tun kann um die Situation zu verbessern. Sie haben gesagt, dass eine AG eingesetzt wurde, die sich mit den Problemen junger, besonders prekarisierter ÖSHZ-Kunden beschäftigt, die nur schwer oder gar nicht sozial-beruflich integriert werden können. Diese AG hat dann anhand von 100 Fallbeispielen Lösungen erarbeitet.
Meine Frage hierzu lautet nun, wie umfassend die Erkenntnisse, bzw. Lösungsvorschläge der AG waren und ob es bereits Maßnahmen gibt die konkret umgesetzt wurden?
 
Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:
 
In der Tat habe ich eine ständige Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit der Problematik der jungen ÖSHZ-Kunden auseinandersetzen soll. Diese AG hat den Auftrag, zunächst das heterogene Publikum zu analysieren, Lücken im Angebot zu ermitteln und eventuell Lösungsansätze zu formulieren.
Nach einer längeren Pause aufgrund personeller Engpässe arbeitet die AG seit dem 21. Dezember 2017 an ihrem Auftrag weiter.
Das Publikum ist wie gesagt sehr unterschiedlich und die Problemsituationen komplex und vielschichtig. Sämtliche Politikfelder sind betroffen. Das Publikum hat Therapiebedarf aufgrund physischer oder psychischer Erkrankungen. Das Bildungs- und Ausbildungsniveau ist zu niedrig. Das Publikum ist sozial isoliert, weil es zum Beispiel nicht im Vereinsleben aktiv ist. Es gibt außerdem Bedarf nach Wohnraum.
Die bisherigen Erkenntnisse werden in einem ersten Zwischenbericht einfließen und der Regierung vorgelegt.
Um auf einige dieser Bedarfe einzugehen, habe ich unsere Bereitschaft erklärt, ein Pilotprojekt zu bezuschussen. Gemeinsam mit den ÖSHZ Eupen, Lontzen und Raeren wurde ein Projekt aufgebaut, das im Rahmen des Leader-Programms eine zusätzliche Finanzierung beantragt hat.
Das Projekt trägt den Titel „Auf dem Weg zur beruflichen Eingliederung über die soziale Integration“.   
Zielgruppe sind junge ÖSHZ Kunden im Alter von 18 bis 30 Jahren, die kurz- bzw. mittelfristig Schwierigkeiten haben, die Auflagen einer beruflichen Eingliederung zu erfüllen.
Ziel des Projektes ist es, durch eine engmaschige, kompetenzorientierte Begleitung der Zielgruppe, deren professionelle und soziale Integration zu ermöglichen. Diese Form der Vorschaltmaßnahme soll zudem eine Entlastung der ÖSHZ zur Folge haben.
Deshalb ist eine Kooperation zwischen den Case-Managern der ÖSHZ und dem Koordinator des Leader-Projektes, dem ÖSHZ Raeren, wichtig.
Angedacht ist die Erstellung eines Instrumentenkoffers zur Erfassung der Kompetenzen der Zielgruppe und zum Aufbau eines Dienstleistungsnetzwerks.
Das Projekt erstreckt sich von April 2018 bis April 2021.
Es wurde von der Steuerungsgruppe des Leader Programms in Namur genehmigt und soll noch im Februar durch die Regierung der Gemeinschaft verabschiedet werden.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 129.525 Euro. 66.446 Euro wird die Deutschsprachige Gemeinschaft tragen.
Ein weiteres Handlungsfeld wird die Wohnproblematik sein. Dieser Bereich kann aber erst nach der Übertragung des Wohnungsbaus konkret in Angriff genommen werden.
Mitte März 2018 soll das nächste Treffen der AG stattfinden.
Zur Information (Entwicklung der Zahlen von 2008 bis 2016):
2016 erhielten 435 18-24-Jährige ein Eingliederungseinkommen. 357 davon im Norden und 78 im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

 
 
 
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