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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

18. Januar 2018 – Frage von M. Niessen an Minister Mollers zu den Anträgen auf Nachteilsausgleich

Seit September 2017 können Schüler mit einer spezifischen individuellen Beeinträchtigung Unterstützung durch den sogenannten Nachteilsausgleich erhalten. Die daraufhin ergriffenen pädagogischen Maßnahmen sollen das Defizit ausgleichen, wobei der Schüler weiterhin die Kompetenzerwartungen der Rahmenpläne erfüllen muss. Nachteilsausgleich wurde auch schon vor Inkrafttreten des Dekrets an vielen Schulen und durch viele Lehrer betrieben, dennoch ist es für einige auch eine große Umstellung, eine Neuerung, etwas Unbekanntes. Da ECOLO das Projekt Nachteilsausgleich und den im kommenden Schuljahr kommende Notenschutz unterstützt, liegt uns die gute Umsetzung sehr am Herzen. Im vergangen Jahr stellten wir die Frage nach der Partizipation an den Weiterbildungen zum Thema Nachteilsausgleich. Diese waren gut besucht, doch natürlich kann dadurch nur ein Bruchteil der Lehrer erfahren, welche Maßnahmen bei verschiedenen Defiziten ergriffen werden können. Ebenfalls wurden die Lehrer innerhalb der Schulen über den Nachteilsausgleich und Notenschutz informiert, was allerdings noch nicht bedeutet, dass sie genügend Werkzeug für die Umsetzung in der Hand haben. Daher folgende Fragen, Herr Minister: Wie viele Anträge auf Nachteilsausgleich wurden eingereicht? Haben Schulen schon nach konkreten Hilfestellungen für die erfolgreiche Umsetzung gefragt? Wie ist in diesem Jahr die Partizipation an den Weiterbildungen?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.

Frage von Marc Niessen (ECOLO):
 
Seit September 2017 können Schüler mit einer spezifischen individuellen Beeinträchtigung Unterstützung durch den sogenannten Nachteilsausgleich erhalten. Die daraufhin ergriffenen pädagogischen Maßnahmen sollen das Defizit ausgleichen, wobei der Schüler weiterhin die Kompetenzerwartungen der Rahmenpläne erfüllen muss.
Nachteilsausgleich wurde auch schon vor Inkrafttreten des Dekrets an vielen Schulen und durch viele Lehrer betrieben, dennoch ist es für einige auch eine große Umstellung, eine Neuerung, etwas Unbekanntes.
Da ECOLO das Projekt Nachteilsausgleich und den im kommenden Schuljahr kommende Notenschutz unterstützt, liegt uns die gute Umsetzung sehr am Herzen. 
Im vergangen Jahr stellten wir die Frage nach der Partizipation an den Weiterbildungen zum Thema Nachteilsausgleich. Diese waren gut besucht, doch natürlich kann dadurch nur ein Bruchteil der Lehrer erfahren, welche Maßnahmen bei verschiedenen Defiziten ergriffen werden können.
Ebenfalls wurden die Lehrer innerhalb der Schulen über den Nachteilsausgleich und Notenschutz informiert, was allerdings noch nicht bedeutet, dass sie genügend Werkzeug für die Umsetzung in der Hand haben.
 
Daher folgende Fragen, Herr Minister:
- Wie viele Anträge auf Nachteilsausgleich wurden eingereicht?
- Haben Schulen schon nach konkreten Hilfestellungen für die erfolgreiche Umsetzung gefragt?
- Wie ist in diesem Jahr die Partizipation an den Weiterbildungen?
 
Antwort von Harald Mollers (ProDG), Bildungsminister:
 
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
werte Kolleginnen und Kollegen,
 
- Wie viele Anträge auf Nachteilsausgleich wurden eingereicht?
Die Antwort kann man nur eingeschränkt geben, da die Anträge ja in den Schulen gestellt werden.
Im Rahmen einer schriftlichen parlamentarischen Frage wäre eine solche Datenerhebung sicherlich möglich, im Rahmen der vorliegenden mündlichen Frage war die Zeit jedoch nicht ausreichend, um umfassendes Datenmaterial in den Schulen zu erfragen.
Eine erste Befragung unsererseits im November 2017; bei der wir wissen wollten, wie viele Anträge auf Nachteilsausgleich gestellt wurden, ergab jedoch Folgendes:
Bei 40 Primarschulen und 9 Sekundarschulen wurde nachgefragt.
28 Primarschulen antworteten, dass insgesamt nur 3 Anträge in Primarschulen gestellt wurden.
Aus den 9 Sekundarschulen wurde rückgemeldet, dass auf Sekundarschulebene 14 Anträge gestellt wurden.
Hieraus lässt sich ableiten, dass nicht jeder Nachteilsausgleich mit einem offiziellen Antrag versehen wird, denn Differenzierung im Unterricht ist auch ohne genehmigte Nachteilsausgleichsmaßnahmen jederzeit möglich.
Auch scheint es sehr oft eine gute Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule zu geben.
Darüber hinaus trägt die Prävention aus den unterschiedlichen Bereichen (LRS-Projekt des ZFP, Vorschulprojekt , Förderpädagogen etc.) ihre Früchte.
Fazit ist, dass viele Schüler durch hoch- und niedrigschwellige Förderung im Bildungswesen aufgefangen werden.
 
- Haben Schulen schon nach konkreten Hilfestellungen für die erfolgreiche Umsetzung gefragt?
Im Bereich der Teilleistungsstörungen wurden im Zeitraum von September 2017 bis heute 25 spezialisierte förderpädagogische Fachberatungen im Bereich Nachteilsausgleich auf Ebene der Primarschulen und neun Antragsberatungen zum Nachteilsausgleich auf Ebene der Sekundarschulen durchgeführt. 
 
- Wie ist in diesem Jahr die Partizipation an den Weiterbildungen?
Jede Weiterbildung wird in der Regel von 18 bis 120 Teilnehmern besucht.
Entweder wird sie im Rahmen eines pädagogisches Konferenztages für das gesamte Lehrerkollegium oder als gezielte schulinterne Weiterbildung angeboten.
Jede Weiterbildung dauert zwischen einem halben Tag und zwei Tagen.
Die Zufriedenheitsabfragen geben überwiegend sehr positive Rückmeldungen bezüglich Informationsgehalt,  Fachkompetenz der Referenten sowie Aufbau und Struktur der Weiterbildung.
Gerade die fachlichen Weiterbildungen im Bereich der Teilleistungsstörungen erhalten 100 % Zustimmung für die Aspekte Bereicherungswert und Praxisnähe.
Im Zeitraum 23.02.2017 – 16.01.2018 wurden folgende Weiterbildungen durchgeführt:
• 2 offene Weiterbildungen an der AHS mit 16-25 Teilnehmern
• 23 schulinterne Weiterbildungen
• 20 vertiefte schulinterne Weiterbildungen im Bereich Teilleistungsstörungen (LRS u. Dyskalkulie).
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
 
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