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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

18. Januar 2018 – Frage von C. Gentges an Minister Mollers betreffend die E-Learning-Programme

Das multimediale computergestützte Lernen, auch bekannt als E-Learning, erfreut sich immer größeren Zuspruchs. Hierbei werden digitale Medien zur Vermittlung und Übung der zu lernenden Materie verwendet. Es wird vermehrt Werbung für E-Learning-Programme gemacht, die ein schnelles und effektives Lernen einer Fremdsprache versprechen. Bekannte Plattformen sind u.a. Babbel, Rosetta Stone, etc. Inzwischen werben verschiedene Anbieter mit Angeboten, welche eine Implementierung von E-Learning-Kursen im Regelunterricht, von Primarschulen bis hin zu Universitäten, anpreisen. Auf dem Bildungsportal sind weder unter Fremdsprachen noch unter dem rahmenplanorientierten Leitfaden zur Entwicklung von Informations- und Medienkompetenz konkrete Hinweise auf solche Angebote auszumachen. Daher meine Fragen an Sie, werter Herr Minister: Gibt es eine allgemeine Evaluierung seitens des Ministeriums zum Mehrwert von E-Learning-Plattformen und deren Lernmethoden und, wenn ja, gibt es Anbieter, die empfohlen werden? Gibt es Schulen in der DG, die solche Plattformen nutzen oder planen, diese in den Unterrichtsplan aufzunehmen?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.

Frage von Christophe Gentges (PFF):
 
Das multimediale computergestützte Lernen, auch bekannt als E-Learning, erfreut sich immer größeren Zuspruchs. Hierbei werden digitale Medien zur Vermittlung und Übung der zu lernenden Materie verwendet.
Es wird vermehrt Werbung für E-Learning-Programme gemacht, die ein schnelles und effektives Lernen einer Fremdsprache versprechen. Bekannte Plattformen sind u.a. Babbel, Rosetta Stone, etc.
Inzwischen werben verschiedene Anbieter mit Angeboten, welche eine Implementierung von E-Learning-Kursen im Regelunterricht, von Primarschulen bis hin zu Universitäten, anpreisen.
Auf dem Bildungsportal sind weder unter Fremdsprachen noch unter dem rahmenplanorientierten Leitfaden zur Entwicklung von Informations- und Medienkompetenz konkrete Hinweise auf solche Angebote auszumachen.
 
Daher meine Fragen an Sie, werter Herr Minister
- Gibt es eine allgemeine Evaluierung seitens des Ministeriums zum Mehrwert von E-Learning-Plattformen und deren Lernmethoden und, wenn ja, gibt es Anbieter, die empfohlen werden?
- Gibt es Schulen in der DG, die solche Plattformen nutzen oder planen, diese in den Unterrichtsplan aufzunehmen?
 
Antwort von Harald Mollers (ProDG), Bildungsminister:
 
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
werte Kolleginnen und Kollegen,
 
1. Gibt es eine allgemeine Evaluierung seitens des Ministeriums zum Mehrwert von E-Learning-Plattformen und deren Lernmethoden und, wenn ja, gibt es Anbieter, die empfohlen werden?
Eine Evaluierung von Seiten des Ministeriums gibt es derzeit nicht.
Das mBook wird von einen Forschungsprojekt der Universität Eichstätt-Ingolstadt begleitet.
Erste Ergebnisse werden im Schuljahr 2018-19 erwartet.
 
2. Gibt es Schulen in der DG, die solche Plattformen nutzen oder planen, diese in den Unterrichtsplan aufzunehmen?
a. Sekundarschulen
Solche Plattformen werden auch an ostbelgischen Sekundarschulen eingesetzt. Dies möchte ich Ihnen an einigen Beispielen näher erläutern:
 
1. Lernplattform onlinecampusdg.be
Der weitgefasste Begriff E-Learning (englisch electronic learning = „elektronisch unterstütztes Lernen“, wörtlich: „elektronisches Lernen“), auch als E-Lernen (E-Didaktik) umfasst alle Formen von Lernen, bei denen elektronische oder digitale Medien für die Präsentation und Distribution von Lernmaterialien und/oder zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation zum Einsatz kommen.
Vor diesem Hintergrund wurde im Jahre 2012 in allen Sekundarschulen (mit Ausnahme der PDS, die ein Jahr später hinzukam) die Lernplattform onlinecampusdg.be, auch bekannt als Fronter, eingeführt.
Den Lehrpersonen des Sekundarschulbereiches wurde so ein Instrumentarium an die Hand gegeben, um im Bereich des E-Learning gemeinsam die Unterrichtsgestaltung mit den Schülern zu verändern.
Jede Lehrperson und jeder Schüler hat einen Zugang und kann so auf Lerninhalte über die Lernplattform zugreifen und sie bearbeiten.
Übungen, Testvorbereitungen und zusätzliches Material stehen online zur Verfügung.
 
2. Das elektronische Geschichtsbuch mBook
Im Jahr 2013 wurde das elektronische Geschichtsbuch (mBook) im Unterrichtswesen für die 2. und 3. Stufe eingeführt.
Jeder Schüler hat über seinen Lernplattformzugang somit automatisch den Zugriff auf die Inhalte des elektronischen Geschichtsbuches, kann Texte, Audiosequenzen, Videos und Animationen in Form von explainity (Simple Show) jederzeit abrufen und so Lerninhalte differenziert vertiefen.
Startschwierigkeiten und technische Probleme, die sich bei der Einführung herauskristallisiert haben, wurden im Laufe der Zeit in Angriff genommen und teilweise behoben.
Für das kommende Schuljahr 2018/19 sind eine Komplettüberarbeitung und technische Erneuerung vorgesehen.
 
3. Schulmediotheken und mediadg.be
Mittlerweile befindet sich in jeder Sekundarschule eine Schulmediothek mit einem dazugehörigen Lehrermediothekar, die im Verbund mediadg.be mit den großen öffentlichen Bibliotheken Ostbelgiens und mit zwei Fachbibliotheken (Staatsarchiv und Parlamentsbibliothek) zusammengeschlossen sind.
Ab dem ersten Jahr der Sekundarschule erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Leseausweis, der das Recherchieren und Bestellen von Medien jeglicher Couleur ermöglicht.
In Einführungskursen werden die Schüler mit der Plattform vertraut gemacht und an die Recherchemöglichkeiten heran geführt.
Diese Kurse wiederholen sich in den einzelnen Stufen entsprechend des Niveaus und führen bis zum Erstellen einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit im 6. Jahr.
 
4. Weitere E-Learning-Programme
Der internetbasierte Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung, an dem die ostbelgischen Schüler auch teilnehmen dürfen, ist ein weiteres Angebot in diesem Bereich, das sich einer steigenden Beliebtheit in unserer ostbelgischen Schullandschaft erfreut. In der Vergangenheit sind schon einige Beiträge mit Preisen ausgezeichnet worden.
Außerdem machen wir in den Schulen verschiedene Plattformen anderer Anbieter bekannt, die z.T. kostenlos genutzt werden können, wie z.B. die Sprachlernplattform der Wallonischen Region „Wallangues“ und andere.
 
b. Primarschulen
Auch auf Ebene der Primarschulen finden wir unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten von e-learning.
Auch dies möchte ich mit einigen Beispielen illustrieren:
 
1. E-Learning mit der Hörmediothek auf der Basis Cloud Computing in der Gemeindeschule von Raeren
Die Hörmediothek ist ein Mittel, um den bisherigen Umgang mit Heterogenität in der Einzelschule zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen.
Angedacht war ein Share-Point, eine Webanwendung, auf die Schüler und Lehrpersonen Zugriff haben.
Die Medien, die dort abgelegt werden, sind von Schülern und Lehrern für Schüler erstellt.
Als Hilfsmittel der inneren Differenzierung soll die Hörmediothek als Sammelort für mediale Inhalte schulintern zur Verfügung stehen, um durchgängige Sprachförderung zu erleichtern.
Die Lehrer sollen angeregt werden, Sach- und Sprachlernen stets in Verbindung zu sehen, verstärkt zusammenarbeiten und letztendlich entlastet werden.
In Form der angepassten Dezimalklassifikation für Primarschulen werden eingesprochene Hörbücher und –texte klassiert und so für die Sprachförderung jederzeit in der Schule abrufbar.
 
2. Weitere E-Learning-Programme
Die zur Anwendung kommenden Programme sind auch in den Primarschulen von einer großen Vielfalt geprägt.
Hier nur einige Beispiele und die Schulen, wo sie unter anderem zur Anwendung kommen:
• Explainity in Form des Sofa-Tutor-Programms u.a. in der Gemeindeschule Amel
• IDerBlog u. a. in der Gemeindeschule Raeren
• Leseprogramm ANTOLIN in der Gemeindeschule St. Vith
• u. a. m.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
 
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