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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 245

6. März 2018 – Frage von M. Balter an Herrn Minister Antoniadis zu den Gefahren des Shisha-Rauchens

Das Grenz Echo berichtete am 4. Januar 2018 von den Risiken des Shisha-Rauchens. Anlass war die Warnung der Düsseldorfer Uniklinik, die vermehrt auf lebensgefährliche Kohlenmonoxid-Vergiftungen bei manchen Konsumenten hingewiesen hatte. […] Daher lauten meine Fragen an Sie wie folgt: Wie sieht die Situation in der DG aus? Gibt es konkrete Zahlen zum Shisha-Rauchen? Wenn ja, welche Altersgruppen sind besonders betroffen? Wenn nein, wird es in Zukunft Studien zu diesem Thema geben? 2009 ergab die Untersuchung der Coalition Nationale contre le Tabac, dass 52 % der deutschsprachigen Jugendlichen in Belgien schon mindestens einmal Shisha geraucht hatten. Wie sieht das heute, fast 10 Jahre später aus? Inwieweit werden Schüler und Jugendliche in der Deutschsprachigen Gemeinschaft für dieses Thema sensibilisiert und aufgeklärt? Beschäftigt sich die ASL mit dieser Problematik? Wo liegen Ihrer Meinung nach die Ursachen für den rasanten Anstieg des Konsums von Tabak durch die Wasserpfeife? Sehen Sie darin nicht auch ein Mangel an gewissenhafter Aufklärung bezüglich Risiken und Gefahren für die Gesundheit? Werden die Bürger der DG hinreichend über die Risiken des Shisha-Rauchens informiert?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Frage von Michael Balter (Vivant), vom 1. Februar 2018:
 
Das Grenz Echo berichtete am 4. Januar 2018 von den Risiken des Shisha-Rauchens. Anlass war die Warnung der Düsseldorfer Uniklinik, die vermehrt auf lebensgefährliche Kohlenmonoxid-Vergiftungen bei manchen Konsumenten hingewiesen hatte. Die Shisha scheint die normale Zigarette als Einstiegsdroge zu ersetzen. In Deutschland hat mittlerweile schon jeder zweite Schüler der 10. Klasse das Shisha-Rauchen probiert. 15 Prozent konsumieren den Tabak aus der Wasserpfeife regelmäßig. Dies ergab die Studie der DAK-Gesundheit. In Belgien wurde zu diesem Thema 2009 eine Studie durchgeführt. Schon damals gaben über die Hälfte der Probanden (Schüler zwischen 17 und 18 Jahren) an, wenigstens einmal Shisha geraucht zu haben. Zudem stellte man fest, dass die Schüler nur unzureichend über die Gesundheitsrisiken aufgeklärt waren.* Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Deutschland gibt sich kritisch. Demnach könne das Shisha-Rauchen die Lungenfunktion verschlechtern und das Risiko einer Krebserkrankung erhöhen. Die WHO ist zudem davon überzeugt, dass der Rauch einer Wasserpfeife weitaus schlechter für die Gesundheit sei als der einer „normalen“ Zigarette.
 
Daher lauten meine Fragen an Sie wie folgt:
- Wie sieht die Situation in der DG aus? Gibt es konkrete Zahlen zum Shisha-Rauchen? Wenn ja, welche Altersgruppen sind besonders betroffen? Wenn nein, wird es in Zukunft Studien zu diesem Thema geben? 2009 ergab die Untersuchung der Coalition Nationale contre le Tabac, dass 52 % der deutschsprachigen Jugendlichen in Belgien schon mindestens einmal Shisha geraucht hatten.** Wie sieht das heute, fast 10 Jahre später aus?
- Inwieweit werden Schüler und Jugendliche in der Deutschsprachigen Gemeinschaft für dieses Thema sensibilisiert und aufgeklärt? Beschäftigt sich die ASL mit dieser Problematik?
- Wo liegen Ihrer Meinung nach die Ursachen für den rasanten Anstieg des Konsums von Tabak durch die Wasserpfeife? Sehen Sie darin nicht auch ein Mangel an gewissenhafter Aufklärung bezüglich Risiken und Gefahren für die Gesundheit? Werden die Bürger der DG hinreichend über die Risiken des Shisha-Rauchens informiert?
 
Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:
 
Begründet wird der Anstieg des Shisha-Konsums u.a. durch eine Verharmlosung der Wasserpfeife gegenüber anderen Rauchmitteln, beispielsweise der Zigarette (Abwesenheit von Tabak, Wasserstoff, usw. …). Spezifisch für die Deutschsprachige Gemeinschaft gibt es derzeit keine aktuellen Zahlen zum Shisha-Konsum. Die neue Auflage der nationalen Gesundheitsstudie, die derzeit durchgeführt wird, beinhaltet jedoch auch eine Frage zum Konsum in der belgischen Gesamtbevölkerung.
Verschiedene Studien*** zeigen: Jugendliche sind am häufigsten betroffen.****
Die Sensibilisierung bei Schülern und Jugendlichen wird über Präventionsarbeit geleistet.
Die ASL veranstaltet Vorträge, bei denen durchschnittlich 20 Personen anwesend sind. Dabei wird über die gesundheitlichen Risiken und Auswirkungen gesprochen. Es wird aber auch über den „Safe-Use“ ausgetauscht. Das Ziel der ASL ist es, den Jugendlichen bzw. Bürgern als mündige Konsumenten entgegenzutreten. Das bedeutet, dass die ASL die Betroffenen nicht erschrecken, belehren oder verängstigen möchte, sondern sie bestmöglich aufklärt, damit diese selbst entscheiden können, ob Sie eine Shisha rauchen oder nicht.
Die Zahl der Anfragen schwankt, denn meistens wird dieses Thema im Rahmen der allgemeinen Tabak-Aufklärung aufgegriffen. Ebenfalls wurden Flyer an die Teilnehmer verteilt.
Laut Einschätzung der ASL ist das Shisha-Rauchen in Ostbelgien allerdings ein zeitlich begrenzter Hype gewesen, denn der Konsum geht allmählich zurück. Die Einrichtung hebt hierfür verschiedene Gründe hervor. Mittlerweile werde immer mehr auf sogenannte „E-Shishas“ zurückgegriffen, auch ist eine Shisha nicht für unterwegs geeignet.
Das Jugendinformationszentrum (JIZ) behandelt ebenfalls das Thema „Shisha-Rauchen“ und leistet Aufklärungsarbeit. Das JIZ verteilt unter anderem Flyer. Zudem wird einmal jährlich ein Infostand in den hiesigen Schulen aufgebaut, wo die Jugendlichen auch Fragen stellen können.
Das JIZ berichtet jedoch, dass das Thema „Wasserpfeife“ nicht mehr so häufig angesprochen wird.
Die Shisha hat sich erst in den letzten Jahrzehnten in Europa etabliert. Umfassende Langzeitstudien bleiben derzeit aus. Dabei gilt es zu erwähnen, dass viele Shisha-Raucher zusätzlich Zigaretten rauchen. Das erschwert die Erfassung der genauen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit durch den Konsum von Shisha.
Ich werde weiterhin die Entwicklung des Verbraucherverhaltens beobachten und mit unseren Dienstleistungsträgern über mögliche Trends und Entwicklungen austauschen und gegebenenfalls mit den jeweiligen Einrichtungen konkrete Maßnahmen in die Wege leiten.
 
*https://www.google.be/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0ahUKEwjNi_nN1L7YAhUBb1AKHTrZCsMQFggwMAE&url=https%3A%2F%2Fwww.fares.be%2Fstatic%2Fupload%2F1%2F2%2FChichaWEB.pdf&usg=AOvVaw1SfeB3XG3U3A-7ypBhmhTg
** idem
*** http://www.forum-rauchfrei.de/wp-content/uploads/2015/12/studie_wasserpfeife.pdf und https://his.wiv-isp.be/fr/Documents%20partages/TA_FR_2013.pdf  
**** http://edoc.rki.de/oa/articles/rel1jyVtVba/PDF/27kR3CRpiYgw.pdf  
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