Druck Kopfbild

Fragen und Antworten

Mündliche Frage

10. April 2018 – Frage von H. Grommes an Ministerin Weykmans zu den Weiterbildungen der BRF-Journalisten und Redakteure

„Der Belgische Rundfunk ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und hat somit einen entsprechenden Auftrag zu erfüllen. Er versteht sich als ein Medium, das in erster Linie zu informieren hat: für und über die Deutschsprachige Gemeinschaft, über Belgien, die Euregio, aber auch über das internationale Geschehen.“ So stellt sich der BRF auf seiner eigenen Internetseite vor. Damit der belgische Rundfunk diesen Auftrag erfüllen kann, benötigt er gut ausgebildetes Personal. Personalmitglieder, die sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen müssen und somit auch stets weitergebildet werden müssen. In meiner Frage möchte ich daher den Fokus auf die Journalisten und die Redakteure werfen. Uns ist wohlbekannt, dass Weiterbildungen durchgeführt werden, insbesondere in den Bereichen Technik und Verwaltung. Aber, wie steht es mit den Weiterbildungen für das Personal, welches am Mikrofon seinen Auftrag erfüllt. Jährlich stehen dem BRF 30.000 Euro im Haushalt der DG zur Verfügung. Daher die folgenden Fragen: Wie viele Weiterbildungen wurden seit 2014 bis heute jährlich spezifisch für die Journalisten und Redakteure vorgesehen? Wie sehen diese Planungen für 2018 und 2019 aus?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.
 
Frage von Gregor Freches (PFF):
 
„Der Belgische Rundfunk ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und hat somit einen entsprechenden Auftrag zu erfüllen. Er versteht sich als ein Medium, das in erster Linie zu informieren hat: für und über die Deutschsprachige Gemeinschaft, über Belgien, die Euregio, aber auch über das internationale Geschehen.“
So stellt sich der BRF auf seiner eigenen Internetseite vor.
Damit der belgische Rundfunk diesen Auftrag erfüllen kann, benötigt er gut ausgebildetes Personal. Personalmitglieder, die sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen müssen und somit auch stets weitergebildet werden müssen.
In meiner Frage möchte ich daher den Fokus auf die Journalisten und die Redakteure werfen. Uns ist wohlbekannt, dass Weiterbildungen durchgeführt werden, insbesondere in den Bereichen Technik und Verwaltung.
Aber, wie steht es mit den Weiterbildungen für das Personal, welches am Mikrofon seinen Auftrag erfüllt. Jährlich stehen dem BRF 30.000 Euro im Haushalt der DG zur Verfügung.
 
Daher die folgenden Fragen:
• Wie viele Weiterbildungen wurden seit 2014 bis heute jährlich spezifisch für die Journalisten und Redakteure vorgesehen?
• Wie sehen diese Planungen für 2018 und 2019 aus?
 
Antwort von Isabelle Weykmans (PFF), Ministerin für Kultur und Beschäftigung:
 
Sehr geehrter Herr Präsident,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
Im Jahre 2012 betrug der Jahresetat für Weiterbildungen im Belgischen Rundfunk 5.000€. Seither wurde diese Summe fortwährend gesteigert und hat seit 2017 den Betrag von 30.000€ erreicht. Dieses Budget wird auch jährlich verausgabt. Der Direktionsrat beschäftigt sich jeweils zu Anfang des Kalenderjahres mit den Anfragen und Bedarfen der einzelnen Abteilungen des Hauses und stellt auf dieser Grundlage das Jahresprogramm der Weiterbildungen zusammen. Die jährliche Festlegung eines Weiterbildungsplans ist im Übrigen eine Verpflichtung, die in den vorherigen und im aktuellen Geschäftsführungsvertrag festgehalten ist. Der Direktionsrat achtet beim Jahresprogramm auf eine ausgewogene Mittelverteilung, so dass keine Abteilungen oder Personen bevorzugt werden. Der Verwaltungsrat erhält jeweils zum Jahreswechsel einen Überblick der erfolgten Aktionen.
Die Maßnahmen für Weiterbildungen umfassen dabei nicht nur einzelne fachbezogene Fortbildungsaktivitäten. Dazu gehören auch gezielte Aktivitäten der Personalentwicklung. Darunter sind Maßnahmen zu verstehen, die vorrangig junge Beschäftigte langfristig auf künftige Führungsaufgaben vorbereiten.
Neben dem Personal der Abteilung Produktion und Technik entfallen die meisten Weiterbildungsmaßnahmen auf die Mitglieder der Redaktion. Dabei werden alle programmschaffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbezogen – also nicht nur Journalisten, sondern auch Moderatoren. Seit 2014 haben insgesamt 132 Weiterbildungstermine für Journalisten stattgefunden. Die Palette der Weiterbildungsmaßnahmen umfasst folgende Arten :
 
- Immer wiederkehrende Air-Checks mit Feedback zu Stimm-und Sprachkompetenz durch den bewährten Sprechtrainer Peter Engels. Journalisten wie Moderatoren sind angehalten, regelmäßig daran teilzunehmen.
- Jährliche Regelveranstaltungen, wie mehrtägige Seminare zu Schwerpunktthemen in Hörfunk, Fernsehen und Web, wie zum Beispiel das Modul „Schreiben fürs Hören“, das durch einen Referenten der ARD/ZDF-Medienakademie vermittelt wird.
- Einzelmaßnahmen nach thematischem oder individuellem Bedarf: vom richtigen Formulieren von Teasern bis hin zur Durchführung von Kollegengesprächen.
- Darüber hinaus nehmen die Programmschaffenden natürlich auch an den Weiterbildungen teil, die für das gesamte Personal ausgerichtet werden, etwa an Seminaren zu Konflikt- und Kommunikationsmanagement.
 
Über die konkreten Weiterbildungsveranstaltungen hinaus finden jährlich mehrere Vorträge und/oder Diskussionen mit externen Journalisten zu aktuellen redaktionellen und medienspezifischen Themen im Funkhaus statt. Am 30. Mai 2017 referierte so zum Beispiel René Falkner vom Bundesverband Lokal TV über "Was tun bei Shitstorm? Chancen und Risiken der Sozialen Medien". Beim Job Shadowing von Barbara Wiest von Rai-Südtirol vom 27. November bis zum 1. Dezember 2017 gab es Feedback-Gespräche zu redaktionellen Arbeitsabläufen und Sendeinhalten. Und am 19./20. April dieses Jahres stehen bei der zweiten Peer Review in Eupen mit Kolleginnen und Kollegen von 100'7 in Luxembourg, RTR aus Chur und Rai-Südtirol aus Bozen ebenfalls die Sozialen Medien im Mittelpunkt.
Insgesamt ist das Weiterbildungsangebot des BRF für seine Journalisten in den Jahren beständig umfangreicher und vielfältiger geworden. Eine gewisse Obergrenze ist allerdings inzwischen dadurch erreicht, dass das zur Verfügung stehende Stundenkapital erschöpft ist, um die in Weiterbildung befindlichen Kolleginnen und Kollegen im Dienstplan zu ersetzen. Von daher wird das Weiterbildungsprogramm sich 2018 und voraussichtlich auch 2019 im Rahmen des Vorjahres bewegen.
Abschließend ist festzuhalten, dass diese Weiterbildungsmaßnahmen sich in hohem Maße positiv auf die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie auf die Qualität des BRF und dessen Außenwahrnehmung auswirken. Diese Feststellung wurde erst kürzlich durch die Ergebnisse der letzten Forsa-Umfrage untermauert. Diese bestätigt, dass 86% der Befragten sehr großes oder großes Vertrauen in die Informationen, welche auf der Internetseite des BRF wiederzufinden sind, haben. Dies ist ein Spitzenwert.   
 
Zurück Drucken Teilen