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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

11. April 2018 – Frage von P. Creutz-Vilvoye an Minister Antoniadis zur Reduzierung des Zuckerkonsums bei Schülerinnen und Schülern

Dass ständiger Zuckerkonsum Krankheiten fördert und das Gesundheitsbild der Gesellschaft nachhaltig negativ prägt, dürfte hinlänglich bekannt sein. Am 7. Dezember 2016 habe ich die Regierung hinsichtlich ihrer Maßnahmen zur Gesundheitsprävention durch die Einschränkung des Angebots zuckerhaltiger Getränke in Schulen befragt. In ihrer Antwort begrüßte die Regierung das Vorgehen der flämischen und frankophonen Regierung hinsichtlich eines generellen Zuckerverbots in den dortigen Schulen. Allerdings bezweifelte sie, dass ein Verbot allein das Problem löse. Ähnliche Schritte wie in den benachbarten belgischen Gliedstaaten kündigte der DG-Gesundheitsminister jedenfalls nicht an. Vielmehr stellte er in Aussicht, dass das neue Konzept für Gesundheitsprävention greifen werde und adäquaten Maßnahmen ergriffen würden, um die festgelegten Ziele zu erreichen – Maßnahmen, die die DG finanzieren. Hierzu meine Fragen: Wie sieht das Ergebnis der Präventionsarbeit hinsichtlich der Reduzierung des Zuckerkonsums bei jungen Menschen aus? Bis vor einigen Jahren gab es Präventionskonzepte zum Thema Zahnpflege bereits im Kindergarten. Konnte dieses Konzept nach dessen Aufhebung reanimiert werden und mit welchem Erfolg?

Die nachfolgend veröffentlichten Fragen und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.
 
Frage von Patricia Creutz-Vilvoye (CSP):
 
Dass ständiger Zuckerkonsum Krankheiten fördert und das Gesundheitsbild der Gesellschaft nachhaltig negativ prägt, dürfte hinlänglich bekannt sein.
Am 7. Dezember 2016 habe ich die Regierung hinsichtlich ihrer Maßnahmen zur Gesundheitsprävention durch die Einschränkung des Angebots zuckerhaltiger Getränke in Schulen befragt.
In ihrer Antwort begrüßte die Regierung das Vorgehen der flämischen und frankophonen Regierung hinsichtlich eines generellen Zuckerverbots in den dortigen Schulen. Allerdings bezweifelte sie, dass ein Verbot allein das Problem löse. Ähnliche Schritte wie in den benachbarten belgischen Gliedstaaten kündigte der DG-Gesundheitsminister jedenfalls nicht an.
Vielmehr stellte er in Aussicht, dass das neue Konzept für Gesundheitsprävention greifen werde und adäquaten Maßnahmen ergriffen würden, um die festgelegten Ziele zu erreichen – Maßnahmen, die die DG finanzieren.
 
Hierzu meine Fragen:
• Wie sieht das Ergebnis der Präventionsarbeit hinsichtlich der Reduzierung des Zuckerkonsums bei jungen Menschen aus?
• Bis vor einigen Jahren gab es Präventionskonzepte zum Thema Zahnpflege bereits im Kindergarten. Konnte dieses Konzept nach dessen Aufhebung reanimiert werden und mit welchem Erfolg?

Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:
 
Schritte zum Verbot von zuckerhaltigen Getränken in Schulen sind mit dem Unterrichtsministerium zu besprechen. Das gilt auch für die Gesundheitsprävention in den Unterrichtsinhalten. Aber gerne kann ich in diesem Zusammenhang auf die Gespräche der Regierung der DG und der FG mit dem Verband der Getränkeautomaten und –lieferanten hinweisen, die aktuell laufen. Angedacht ist, dass die stark zuckerhaltigen Getränke ähnlich wie in Flandern aus den Schulen verbannt werden.
Die Regierung hat am 2. Februar 2018 die inhaltlichen Schwerpunkte der Gesundheitsförderung für die Jahre 2018 und 2019 festgelegt, nachdem ein umfassendes Gesundheitsförderungskonzept erstellt wurde.
Bereits im Mai habe ich mitgeteilt, dass die Reduzierung von versteckten Fetten, Zucker und anderen Stoffen Teil der Schwerpunkte sind.
Auf das Thema gesunde Ernährung sollte man möglichst früh eingehen. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft macht das für Kinder und Jugendliche von 0-20 Jahren Kaleido-Ostbelgien. Das beginnt mit Tipps bereits vor der Geburt.
Mit zunehmendem Alter werden die Ernährungstipps im Rahmen der Schuluntersuchungen  gegeben. Jugendliche ab 12 Jahren haben zudem die Möglichkeit, eine umfassende Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen.
Aus dem letzten Bericht von Kaleido geht hervor, dass im allgemeinen die Zahlen zum Übergewicht relativ stabil oder sogar rückläufig sind.
Ob und wie die Schwerpunkte der Gesundheitsförderung aufgegriffen werden, obliegt neben Kaleido aber auch den Schulträgern. Sie entscheiden, wie sie den Unterricht konkret gestalten, welche Aktionen sie zum Thema gesunde Ernährung durchführen und welche Produkte in den Schulen ausgegeben werden.
Mit dem neuen Konzept zur Gesundheitsförderung haben wir dafür gesorgt, dass die Schulen die Möglichkeit bekommen, Präventionsprojekte einzureichen. Diese können künftig vom Gesundheitsbereich bezuschusst werden. Unter den bisherigen Antragstellern ist keine Schule dabei, aber laut meinen Informationen werden Projekte aus dem Schulsektor in nächster Zeit kommen.
Generell zu den Erfolgen der Gesundheitsförderung ist anzumerken, dass die Maßnahmen nicht kurzfristig gemessen werden können.
In Ihrer zweiten Fragen beziehen Sie sich auf die Schulzahnpflege. Auch diese ist Teil der gesundheitlichen Schuluntersuchungen.  Das Konzept des Schulzahnpflegeprogramms sieht (1) die Animation, (2) die spezifische Begleitung und (3) die Beratung und Sensibilisierung der Eltern vor.
Auf Basis der letzten Auswertung des Programms zur Schulzahnpflege im Schuljahr 2016-2017 können wir mitteilen, dass insgesamt 3210 Schülerinnen und Schüler an zwei Animationen zur Mund- und Zahnhygiene teilgenommen haben. Weitere Informationen sind dem Tätigkeitsbericht von Kaleido-Ostbelgien zu entnehmen.
 
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