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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

15. Mai 2018 – Frage von M. Niessen an Ministerin Weykmans zum Verleih von Zelten an Jugendgruppen

Jeden Sommer profitieren hunderte von Kindern und Jugendlichen in der DG von den Zeltlagern der Jugendorganisationen. Diese Lager sind als Erfahrung von Gruppenleben und von Verantwortungsübernahme ganz wichtige Kernelemente der Jugendarbeit in der DG. […] Seit Jahren gibt es nicht genug von den mannshohen Zelten, um den Bedarf aller Jugendgruppen zu decken. […] Daher folgende Fragen, Frau Ministerin: Wie viele Zelte stehen den ostbelgischen Jugendgruppen im Sommer 2018 zur Verfügung (sei es aus dem Bestand der Deutschsprachigen Gemeinschaft oder über Abkommen mit dritten, wie etwa der französischen Gemeinschaft oder dem Verteidigungsministerium)? Weshalb können Jugendgruppen, die bereit sind eigene Zelte anzuschaffen, keinen Zuschuss dafür erhalten? Wie möchten Sie das Problem der Zeltverteilung in Zukunft lösen?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.
 
Frage von Marc Niessen (Ecolo):
 
Jeden Sommer profitieren hunderte von Kindern und Jugendlichen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft von den Zeltlagern der Jugendorganisationen. Diese Lager sind als Erfahrung von Gruppenleben und von Verantwortungsübernahme ganz wichtige Kernelemente der Jugendarbeit in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Immer wieder ist zu hören, dass die jährliche Aufteilung der Zelte an die verschiedenen Jugendgruppen eine große Herausforderung darstellt. Seit Jahren gibt es nicht genug von den mannshohen Zelten, um den Bedarf aller Jugendgruppen zu decken. Darüber hinaus sind die verfügbaren Zelte mitunter in einem schlechten Zustand, sodass sie als Schlafplatz nicht zu gebrauchen sind.
Die AG JugO des Rates der Deutschsprachigen Jugend ist mit der Verteilung der Zelte betraut, sie nimmt die Anfragen der Jugendgruppen entgegen und teilt die Zelte dann je nach Verfügbarkeit auf. Diese Aufgabe ist jedoch aufgrund des Zeltmangels immer wieder schwierig. In diesem Jahr beispielsweise werden zu Spitzenzeiten, das heißt zwischen dem 10. und 20. Juli, zwischen 63 und 67 Zelte gebraucht. Das sind deutlich mehr, als in den vergangenen Jahren zur Verfügung stand. Hinzu kommt, dass die Zelte der Chiro im vergangenen Jahr bei einem Brand beschädigt wurden und daher nicht zur Verfügung stehen.
Eine mögliche Lösung des Engpasses wäre die Anschaffung eigener Zelte durch die Jugendorganisationen. Dies wird jedoch dadurch erschwert, dass die Anschaffung von Zelten ausdrücklich von der Bezuschussung für Materialkosten ausgenommen ist.
Daher folgende Fragen, Frau Ministerin:
• Wie viele Zelte stehen den ostbelgischen Jugendgruppen im Sommer 2018 zur Verfügung (sei es aus dem Bestand der Deutschsprachigen Gemeinschaft oder über Abkommen mit dritten, wie etwa der französischen Gemeinschaft oder dem Verteidigungsministerium)?
• Weshalb können Jugendgruppen, die bereit sind eigene Zelte anzuschaffen, keinen Zuschuss dafür erhalten?
• Wie möchten Sie das Problem der Zeltverteilung in Zukunft lösen?
 
Antwort von Isabelle Weykmans (PFF), Ministerin für Kultur und Beschäftigung:
 
Sehr geehrter Herr Präsident,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
1) Es stehen den Jugendorganisationen über die Materialausleihe für 2018 insgesamt 55 Senior- und 2 Juniorzelte zur Verfügung. Die Materialausleihe verfügt selber über 5 Senior- und 2 Juniorzelte. Die restlichen 50 Seniorzelte kommen über die Materialausleihe Nannine von der Französischen Gemeinschaft. Aus dem Abkommen mit dem Verteidigungsministerium können wird aktuell keine weiteren Zelte anfragen.
 
2) Sie stellen die Frage, ob nicht eine Bezuschussung des Zeltankaufs eine Lösung sein könnte. Bisher ist der Ankauf von Zelten effektiv nicht bezuschusst worden. Im Sinne der Gleichbehandlung und Chancengleichheit der Jugendgruppen optiere ich weiterhin für eine zentrale Lösung über die Materialausleihe. Dort stehen die Zelte allen Organisationen gleichermaßen zur Verfügung. Die Planung zur Verteilung der Zelte erfolgt über das Jugendbüro in direkter Absprache mit den Jugendorganisationen. Hingegen die Bezuschussung von Zeltankäufen käme wenn nur einzelnen Jugendorganisation zugute.
Hinzu kommt, dass der Ankauf von Zelten nicht von allen Jugendgruppen gleichermaßen getätigt werden kann, da mit dem Ankauf von Zelten ein großer logistischer Aufwand einhergeht. Es ist erforderlich, die Zelte über den Winter zu lagern. Vor und nach der Nutzung der Zelte im Sommer muss jedes Mal eine Inspektion erfolgen  und eventuelle Instandsetzungsarbeiten gewährleistet werden sowie eine fachmännische Trocknung. Zudem verfügen die Zelte nur über eine begrenzte Haltbarkeit. Über die dafür erforderlichen praktischen  Ressourcen verfügen nicht alle Jugendgruppen. Geschweige denn über die notwendigen finanziellen  Mittel verfügen die Jugendgruppen ebenfalls nicht, die Zelte zunächst anzukaufen, diese zu verwalten und regelmäßig zu ersetzen. Aus diesen nachvollziehbaren Gründen wird von einer Bezuschussung unsererseits abgesehen. Die Materialausleihe gewährleistet die Erfüllung all dieser Kriterien. Ebenfalls werden wir im kommenden Jahr neue Anschaffungen tätigen, um ausgediente Zelte zu ersetzen und den angemeldeten Bedarfen, die aus den jährlich stattfindenden Wirksamkeitsdialogen mit den Jugendorganisationen hervorgehen, nachzukommen sowie im Jahre 2017 bspw. Löschdecken angeschafft wurden und aufgrund der Reklamationen der letzten Jahre sowie unserer guten Zusammenarbeit und unserer direkten Weitergabe der gebündelten Rückmeldungen Naninne ebenfalls seit 2017 50 neue Zelte zur Verfügung stellt.
3) Mit Blick auf die Zahlen ist jedoch der wichtigste Punkt, dass eigentlich bereits heute genügend Zelte zur Verfügung stehen. Herr Niessen, Sie sprechen davon, dass zwischen dem 10. und 20. Juli zwischen 63 und 67 Zelte gebraucht werden. Laut den Zahlen, die uns vom Jugendbüro auf Anfrage übermittelt wurden, liegt einen Tag später, am 21.07.2018, der Bedarf wieder schlagartig bei 52 Zelten. Dies zeigt die hohe Fluktuation des Bedarfs. Dieser aktuelle Sachstand ist Tagesgeschäft und wie in jedem Jahr wird man dies auch in den weiteren Planungen klären können.
Dass Zelte in den Sommermonaten stark beansprucht werden, liegt in der Natur der Sache und ist auch gut so. 2018 werden insgesamt 1.615 Zelte benötigt. Auf den Gesamtzeitraum von acht Wochen verteilt, entspricht dies 28 Zelten pro Tag. Rein quantitativ ist der Bedarf mit 57 Zelten also mehr als gedeckt. Die Zahlen zeigen deutlich, dass eine verbesserte Absprache zwischen den Jugendorganisationen zu einer deutlichen Entspannung der Situation beitragen könnte. Auf Grundlage der aktuellen Zahlen besteht im Juli durchschnittlich ein Bedarf von knapp 40 Zelten pro Tag, was auch mit den vorhandenen Zelten abgedeckt werden kann.
Diese eben erwähnten Absprachen und die Koordinationsarbeit  sind ja aktuell in vollem Gange, sodass davon auszugehen ist, dass es auch in diesem Jahr kein Problem geben wird.
 
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