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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

15. Mai 2018 – Frage von C. Gentges an Ministerin Weykmans zum Handelssektor in Ostbelgien

Zu Beginn des Monats stellten Sie gemeinsam mit dem Arbeitsamt der DG die ostbelgische Arbeitsmarktanalyse vor, die wir bereits im Ausschuss II besprochen haben. Der belgische Arbeitsmarkt ist aktuell erneut in die Schlagzeilen gerückt durch den zu erwartenden Stellenabbau bei Mestdagh. Aus Protest gegen den geplanten Abbau von 450 Stellen haben zahlreiche Personalmitglieder in den Carrefour-Märkten die Arbeit niedergelegt. Es zeigt sich immer wieder, dass der Handelssektor durch Stellenabbau gefährdet ist. Daher meine Fragen an Sie, Frau Ministerin: Welche Rückschlüsse können Sie aus der aktuellen Arbeitsmarkanalyse über den Handelssektor in Ostbelgien ziehen? Birgt dieser Sektor ebenfalls Risiken für unseren Stellenmarkt?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.
 
Frage von Christophe Gentges (PFF):
 
Zu Beginn des Monats stellten Sie gemeinsam mit dem Arbeitsamt der DG die ostbelgische Arbeitsmarktanalyse vor, die wir bereits im Ausschuss II besprochen haben. Der belgische Arbeitsmarkt ist aktuell erneut in die Schlagzeilen gerückt durch den zu erwartenden Stellenabbau bei Mestdagh. Aus Protest gegen den geplanten Abbau von 450 Stellen haben zahlreiche Personalmitglieder in den Carrefour-Märkten die Arbeit niedergelegt. Es zeigt sich immer wieder, dass der Handelssektor durch Stellenabbau gefährdet ist.
Daher meine Fragen an Sie, Frau Ministerin:
- Welche Rückschlüsse können Sie aus der aktuellen Arbeitsmarkanalyse über den Handelssektor in Ostbelgien ziehen?
- Birgt dieser Sektor ebenfalls Risiken für unseren Stellenmarkt?
 
Antwort von Isabelle Weykmans (PFF), Ministerin für Kultur und Beschäftigung:
 
Sehr geehrter Herr Präsident,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
einleitend möchte ich festhalten, dass der aktuell zu erwartende Stellenabbau der Mestdagh Gruppe keine direkten Auswirkungen auf die gleichnamigen Carrfour Märkte in Ostbelgien hat. Mestdagh, einer der wichtigsten Franchisenehmer aus dem Inland, hat keine Niederlassung in Ostbelgien. 
 
Mit seinen knapp 3.000 Arbeitnehmern ist der Handelssektor in der Tat ein wichtiger Bestandteil des ostbelgischen Arbeitsmarktes. Der Handelssektor ist auch in Ostbelgien ein Sektor, der tiefgreifende Veränderungen in den letzten Jahren erfahren hat, wie die Steigerung der Onlineangebote, aggressive Preispolitik und größere Discounterkonkurrenz auf dem Markt, etc. Und daraus ergeben sich folgerichtig, auch aus arbeitsmarktpolitischer Sicht, wichtige Entwicklungen, die wir entsprechend im Auge haben und das Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft auch analysiert (die Arbeitsmarktanalyse).
 
So gingen in den vergangenen Jahren auch in Ostbelgien stetig Arbeitsplätze in diesem Sektor verloren, es sei bspw. an die Schleckerfilialen  und Carrefour Eupen erinnert. Nach den offiziellen LSS-Zahlen  sank von 2008 bis 2016, in einem Zeitraum, in dem insgesamt die Anzahl Arbeitsplätze in Ostbelgien gestiegen ist, die Anzahl der Arbeitsplätze im Handelssektor von 3246 auf 2975.
 
Der Trend, den man also landesweit beobachten kann, bestätigt sich auch, wenn man diesen Sektor in Ostbelgien einzeln betrachtet. Dies bestätigt ebenfalls noch einmal, dass wir keine Insel sind. Und das sind wir auch nicht, bezogen auf die anderen Entwicklungen, die in diesem Sektor zu beobachten sind, nämlich bspw. der Ausbau bzw. die Erweiterung anderer Ketten im Non Food Bereich, neue lokale, regionale Anbieter im Food und non Food Bereich etc.
 
Die Strategie, den Standort Ostbelgien attraktiver zu machen, auch und vor allem durch eine angepasste Ausbildungs- und Beschäftigungspolitik sowie den Standort entsprechend zu vermarkten, ist und bleibt meines Erachtens die richtige.
 
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