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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

17. Mai 2018 – Frage von K. Neycken-Bartholemy an Minister Mollers zu den EU-Mitteln für gesundes Essen in Schulen

Wie kürzlich bekannt wurde, stellt die Europäische Union Belgien für das kommende Schuljahr 5 Millionen Euro zur Verfügung, um in Schulen kostenlos Milch, Früchte, Obst und Gemüse zu verteilen. Insgesamt investiert die EU-Kommission zirka 250 Millionen in dieses Projekt, das insgesamt 80.000 Schulen in der gesamten EU mit gesundem Essen versorgen soll. Laut Presseberichten kann Belgien für das kommende Schuljahr mit EU-Zuschüssen über 3,4 Millionen Euro für den Ankauf von Obst und Gemüse und mit weiteren 1,6 Millionen Euro für Milch und Milchprodukte rechnen. Eine Bedingung für die Teilnahme an dem Projekt ist, dass die Schulen pro Schuljahr, in dem sie am Programm teilnehmen, und für jeden teilnehmenden Schüler mindestens eine pädagogische Begleitmaßnahme durchführen müssen. Vor diesem Hintergrund lauten meine Fragen: Welche Schulen in der DG werden von den bereitgestellten EU-Mitteln profitieren? Welche Maßnahmen ergreift die DG-Regierung, um die Schulen, Lehrer und Schüler über dieses Projekt zu informieren? Wie gestalten sich die geforderten pädagogischen Begleitmaßnahmen?

Die nachfolgend veröffentlichten Fragen und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.
 
Frage von Kirsten Neycken-Bartholemy (SP):
 
Wie kürzlich bekannt wurde, stellt die Europäische Union Belgien für das kommende Schuljahr 5 Millionen Euro zur Verfügung, um in Schulen kostenlos Milch, Früchte, Obst und Gemüse zu verteilen.
Insgesamt investiert die EU-Kommission zirka 250 Millionen in dieses Projekt, das insgesamt 80.000 Schulen in der gesamten EU mit gesundem Essen versorgen soll.
Laut Presseberichten kann Belgien für das kommende Schuljahr mit EU-Zuschüssen über 3,4 Millionen Euro für den Ankauf von Obst und Gemüse und mit weiteren 1,6 Millionen Euro für Milch und Milchprodukte rechnen.
Eine Bedingung für die Teilnahme an dem Projekt ist, dass die Schulen pro Schuljahr, in dem sie am Programm teilnehmen, und für jeden teilnehmenden Schüler mindestens eine pädagogische Begleitmaßnahme durchführen müssen.
 
Vor diesem Hintergrund lauten meine Fragen:
• Welche Schulen in der DG werden von den bereitgestellten EU-Mitteln profitieren?
• Welche Maßnahmen ergreift die DG-Regierung, um die Schulen, Lehrer und Schüler über dieses Projekt zu informieren?
• Wie gestalten sich die geforderten pädagogischen Begleitmaßnahmen?
 
Antwort von Harald Mollers (ProDG), Bildungsminister:
 
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
werte Kolleginnen und Kollegen,
 
Die Zuständigkeit für das europäische Programm „Milch, Obst und Gemüse in Schulen“ liegt bei der Generaldirektion Landwirtschaft, Naturschätze und Umwelt des Öffentlichen Dienstes der Wallonie (GDLNU).
Das reformierte Programm ist bereits im laufenden Schuljahr gestartet. 
Die Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft haben zu Schuljahresbeginn per E-Mail ein Anmeldeformular zu diesem europäischen Programm erhalten und konnten sich bis zum 20. September 2017 für die Teilnahme an diesem Programm für das laufenden Schuljahr einschreiben.
Das neue Schulprogramm ersetzt die europäischen Programme „Schulmilch“ und „Schulobst und -gemüse“.
Es richtet sich an Kindergartenkinder und Primarschüler.
Durch den regelmäßigen Konsum von Milchprodukten, Obst und Gemüse sollen die Essgewohnheiten der Kinder nachhaltig verbessert und ein Bewusstsein für saisonale und regionale Produkte geschaffen werden.
Die Auswahl und die Anlieferung der Produkte liegt in der Verantwortung der teilnehmenden Schulen.
Da das Programm für die Schüler kostenlos sein soll, wird es sowohl von der EU als auch von der Wallonischen Region finanziell unterstützt.
Die Beihilfehöchstgrenze pro Schüler und Schuljahr beträgt 10 € für das Anliefern und die Verteilung von Obst und Gemüse sowie 10 € für das Anliefern und die Verteilung von Milchprodukten.
Die Schulen können wählen, ob sie lediglich Obst und Gemüse, lediglich Milchprodukte oder beides anbieten.
Über dieses EU-Schulprogramm erhalten im laufenden Schuljahr 269 Kindergartenkinder und 583 Primarschülerinnen und -schüler aus fünf Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Obst und Gemüse (Grundschule des Königlichen Athenäums Sankt Vith, Städtische Grundschule Oberstadt, Gemeindegrundschule Amel, Gemeindegrundschule Medell und Paul-Gérardy-Grundschule Burg Reuland).
Milchprodukte erhalten im laufenden Schuljahr 155 Kindergartenkinder und 325 Primarschülerinnen und -schüler aus der Gemeindegrundschule Kelmis.
Dass nur eine Grundschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft sich für die Milchprodukte angemeldet hat, kann ggf. darauf zurückgeführt werden, dass die Schulen zur Aufbewahrung der Milchprodukte einen ausreichend großen Kühlschrank benötigen (UHT-Produkte sind eher nicht angedacht) und zur Verteilung der Milchprodukte brauchen sie eine AFSCA-Lizenz, über die nicht alle Schulen verfügen.
Ein Vertreter des Ministeriums hat in meinem Auftrag an einer von der Wallonischen Region ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe bezüglich dieses EU-Schulprogramms teilgenommen.
In diesem Rahmen haben wir der zuständigen wallonischen Generaldirektion GDLNU die E-Mail-Adressen aller Grundschulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft übermittelt, sodass alle unsere Grundschulen über das Programm informiert werden konnten.
Darüber hinaus haben wir am 30. August 2017 eine Mitteilung auf OstbelgienBildung veröffentlicht, um alle Grundschulen auf den von der Wallonischen Region per E-Mail erfolgten Teilnahmeaufruf hinzuweisen.
Außerdem wurde auf die entsprechende Internetseite Wallonie Agriculture verwiesen, auf der in französischer und deutscher Sprache alle erforderlichen Informationen zur Teilnahme an diesem EU-Programm enthalten sind.
Die Eltern der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler haben von der Wallonischen Region ein Faltblatt mit den wichtigsten Informationen bezüglich des EU-Schulprogramms erhalten.
Zur Einschreibeprozedur für das kommende Schuljahr liegen uns bislang keine Informationen vor.
Die wallonische Generaldirektion GDLNU hat jedoch angekündigt, dass es vor Schuljahresende ein weiteres Treffen der Arbeitsgruppe geben wird, sodass der Verlauf des Programms im aktuellen Schuljahr evaluiert werden und ein Blick in die Zukunft gerichtet werden kann.
Das europäische Schulprogramm soll nicht nur gesunde Ernährungsgewohnheiten bei den Kindern verankern, sondern ihnen darüber hinaus die Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft und Ernährung näherbringen.
Deshalb sollen die teilnehmenden Schulen mindestens eine pädagogische Begleitmaßnahme pro Schuljahr durchführen, die einen der folgenden Bereiche abdeckt:
 
• Kennenlernaktivitäten über den Bauernhof und die Erzeugung bzw. Verarbeitung
• Aktivitäten im Zusammenhang mit einem Gemüsegarten
• Aktivitäten in Bezug auf eine ausgewogene oder nachhaltige Ernährung
• Aktivitäten in der Küche
• Teilnahme an speziellen Aktionen im Rahmen des Welternährungstags im Oktober
 
Es handelt sich hierbei um Aktivitäten, die seit jeher von zahlreichen Grundschulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, unabhängig von der Teilnahme an diesem EU-Schulprogramm, organisiert werden.
Auf der Internetseite Wallonie Agriculture werden diese pädagogischen Maßnahmen näher erläutert und es wird diesbezügliches Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt.
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
 
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