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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 277

28. Juni 2018 – Frage von A. Mertes an Herrn Minister Antoniadis zur Einführung des Manchester-Triage-Systems (MTS) im Klinikum St. Josef in St. Vith

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir uns im Rahmen der schriftlichen Frage Nr. 176 zum Manchester-Triage-System (MTS), welches dazu dient, Behandlungsprioritäten in der Notaufnahme besser festlegen zu können, an Sie gewandt, um Klarheit über die Umsetzung und Anwendung dieses Systems in den beiden Krankenhäusern der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu erhalten. Im Zuge Ihrer Antwort auf unsere Frage erörterten Sie, dass das St. Nikolaus-Hospital in Eupen bereits seit 2016 das MTS anwende. Die Klinik St. Josef in St.Vith beschäftigte sich zum Zeitpunkt der Beantwortung der Frage schon seit einigen Jahren mit dieser Thematik. Auch sollen ersten Analysen zum MTS durchgeführt worden sein. […] Die Wichtigkeit der Einführung eines effizienten Triage-Systems wird vor allem im Hinblick auf den stetig wachsenden Andrang auf die Notaufnahmen ersichtlich. […] Aus diesem Grund sind meine Fragen an Sie wie folgt: Was waren die Ergebnisse der Analyse zur Einführung des MTS im Krankenhaus St. Josef in St.Vith? Zu welchen Schlussfolgerungen kam das Führungsteam der Notaufnahme? Wie steht es im Krankenhaus St.Vith mit der Einführung des Manchester-Triage-Systems (MTS)? Wurde das System inzwischen eingeführt bzw. wann ist mit dieser Einführung zu rechnen? Wird das Festlegen der Behandlungsprioritäten durch das Personal der Notaufnahmen in beiden Krankenhäusern regelmäßig evaluiert? Wenn ja, zu welchen Ergebnissen kommen die Krankenhausführungen?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Frage von Alain Mertes (Vivant), vom 6. Juni 2018:
 
Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir uns im Rahmen der schriftlichen Frage Nr. 176 zum Manchester-Triage-System (MTS), welches dazu dient, Behandlungsprioritäten in der Notaufnahme besser festlegen zu können, an Sie gewandt, um Klarheit über die Umsetzung und Anwendung dieses Systems in den beiden Krankenhäusern der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu erhalten. Im Zuge Ihrer Antwort auf unsere Frage erörterten Sie, dass das St. Nikolaus-Hospital in Eupen bereits seit 2016 das MTS anwende. Die Klinik St. Josef in St.Vith beschäftigte sich zum Zeitpunkt der Beantwortung der Frage schon seit einigen Jahren mit dieser Thematik. Auch sollen ersten Analysen zum MTS durchgeführt worden sein. Weiter gaben Sie in Ihrer Antwort an: „Im St. Josef Krankenhaus wird über die Nutzung eines Triage Systems nachgedacht. Das Führungsteam der Notaufnahme ist vor einigen Monaten damit beauftragt worden, eine Analyse diesbezüglich vorzunehmen. Das System ist der Abteilungsleiterin und der Dienstleiterin bekannt.“
Die Wichtigkeit der Einführung eines effizienten Triage-Systems wird vor allem im Hinblick auf den stetig wachsenden Andrang auf die Notaufnahmen ersichtlich. Viele Menschen wenden sich zuerst an die Notaufnahme, obwohl deren Leiden oftmals eher ein Fall für den Hausarzt gewesen wäre. Daneben zwingt aber auch der in ländlichen Regionen vorherrschende Ärztemangel viele Patienten dazu, die Dienste der Notaufnahme in Anspruch zu nehmen. Diese Entwicklung führt dann einerseits zu langen Wartezeiten für Patienten in den Notaufnahmen, andererseits entsteht so für das medizinische Personal ein größerer Arbeitsdruck, der noch durch etwaige Einsparungen beim Personal verstärkt wird.
 
Aus diesem Grund sind meine Fragen an Sie wie folgt:
1. Was waren die Ergebnisse der Analyse zur Einführung des MTS im Krankenhaus St. Josef in St.Vith? Zu welchen Schlussfolgerungen kam das Führungsteam der Notaufnahme?
2. Wie steht es im Krankenhaus St.Vith mit der Einführung des Manchester-Triage-Systems (MTS)? Wurde das System inzwischen eingeführt bzw. wann ist mit dieser Einführung zu rechnen?
3. Wird das Festlegen der Behandlungsprioritäten durch das Personal der Notaufnahmen in beiden Krankenhäusern regelmäßig evaluiert? Wenn ja, zu welchen Ergebnissen kommen die Krankenhausführungen?
 
Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:
 
In Folge der Ergebnisse der Analyse zur Einführung des MTS in der Notaufnahme der Klinik St. Josef wurde ein strukturierter Projektentwurf erstellt, der die Risiken und Ziele des Projektes analysiert.
Die Verantwortlichen der Klinik sind sich jedoch bewusst, dass der Aufbau eines Triage-Systems aktuell durch Platzmangel erschwert wird. Derzeit werden an einer ersten Übergangslösung für die Räumlichkeiten gearbeitet und Ideen zur künftigen Gestaltung gesucht. Sicherlich wird das Infrastrukturprojekt zur Erweiterung der Klinik Abhilfe schaffen. Hier habe ich die Bereitschaft der Regierung erklärt, prinzipiell solch ein großes Projekt finanziell zu unterstützen.
Die Notaufnahme wird beim Umsetzungsprozess von den anderen Abteilungen unterstützt (z.B. Qualitätsmanagement, Projektmanagement, Hauswirtschaft, Informatik, Einkauf, etc). Mit dem Start rechnet die Klinik Anfang 2019, da vorab noch spezifische Schulungen für das Personal (Ärzte und Krankenpflegepersonal) durchgeführt werden müssen. Diese sollen gemeinsam mit dem St. Nikolaus-Hospital Eupen stattfinden.
Die internen Arbeitsprozesse werden permanent intern im Rahmen des Qualitätsmanagements evaluiert. Darum geht es u.a. um die Patientensicherheit und -zufriedenheit, die Qualität der Behandlungen sowie der Aufnahmen. Von dieser Auswertung ist also auch die Notaufnahme betroffen.
Für ein Gesamtbild der derzeitigen Bestrebungen und Schlussfolgerungen des Qualitätsmanagements empfehle ich Ihnen den direkten Kontakt mit den Krankenhäusern.
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