Druck Kopfbild

Fragen und Antworten

Mündliche Frage

12. September 2018 – Frage von L. Klinkenberg an Minister Antoniadis zum Anstieg der Masernerkrankungen

Wie die Presse in den Sommermonaten mehrfach berichtete, ist die Anzahl der Masernerkrankungen in ganz Europa enorm angestiegen. So haben sich - dem entsprechenden Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge - im ersten Halbjahr 2018 rund 41.000 Kinder und Erwachsene mit Masern infiziert, leider auch in einigen Fällen mit Todesfolge. […] Daher meine Frage an Sie, Herr Sozialminister: Inwiefern wird im Rahmen dieser Masernwelle von unseren ostbelgischen Gesundheitsdienstleistern verstärkt für den Krankheitsverlauf sensibilisiert und zur Kontrolle des Impfschutzes gegen Masern aufgerufen?

Die nachfolgend veröffentlichten Fragen und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.
 
Frage von Lydia Klinkenberg (ProDG):
 
Wie die Presse in den Sommermonaten mehrfach berichtete, ist die Anzahl der Masernerkrankungen in ganz Europa enorm angestiegen. So haben sich - dem entsprechenden Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge - im ersten Halbjahr 2018 rund 41.000 Kinder und Erwachsene mit Masern infiziert, leider auch in einigen Fällen mit Todesfolge.
Masern sind eine ansteckende Viruserkrankung, die beispielsweise durch Husten und Niesen – also durch die Luft - übertragen wird und sich daher leicht verbreitet.
Die Krankheit, die hohes Fieber und Hautausschlag auslöst, wird aufgrund ihrer Komplikationen als gefährlich eingestuft, und kann unter Umständen dauerhafte Schäden mit sich ziehen.
Der Impfstoff, der im Allgemeinen nach dem 1. Lebensjahr verabreicht wird, schützt vollständig gegen Masern und ist Teil des vom Hohen Gesundheitsrat empfohlenen und von Kaleido eingesetzten Impfschemas.
Doch unabhängig davon, ob man nun Impfbefürworter oder -gegner ist, müssen erwiesenermaßen 95% der Bevölkerung in allen Alters- und sozialen Gruppen geschützt sein, um Ausbrüche zu vermeiden. Daher rufen immer mehr Ärzte dazu auf, den Impfschutz kontrollieren zu lassen und gegebenenfalls nachzuholen.
Daher meine Frage an Sie, Herr Sozialminister:
Inwiefern wird im Rahmen dieser Masernwelle von unseren ostbelgischen Gesundheitsdienstleistern verstärkt für den Krankheitsverlauf sensibilisiert und zur Kontrolle des Impfschutzes gegen Masern aufgerufen?
 
Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:
 
Es stimmt, dass die Zahl der an Masern infizierten Personen in Europa in den letzten Jahren insgesamt wieder ansteigt. 2016 waren es noch 5273 Fälle. Im ersten Halbjahr 2018 waren wir schon bei den von Ihnen zitierten 41.000 angelangt. In 2018 gab es bisher 37 bestätigte Todesopfer.
Die Hälfte der 41.000 Fälle stammt aus der Ukraine, wo im Zuge der Konflikte Routinen für Impfung und Überprüfung unterbrochen wurden. Das belegt mal wieder, wie wichtig die Schutzimpfung gegen Masern ist. 2017 gab es übrigens in der DG zwei gemeldete Fälle einer Masernerkrankung. Im ersten Halbjahr 2018 wurde nur ein einziger Fall gemeldet. Die Ansteckung erfolgte in Köln. Die betroffene Person war nicht geimpft.  Durch schnelles Handeln und rasche Zusammenarbeit mit der Überwachungszelle für ansteckende Krankheiten konnte eine geografische Ausbreitung der Krankheit verhindert werden.
Was die Sensibilisierung angeht, haben wir bereits 2017 sämtliche Gesundheitsdienstleister, darunter Gynäkologen, Krankenhäuser, Haus- und Kinderärzte sowie Präventionsakteure wie Kaleido-Ostbelgien angeschrieben und an die Bedeutung des Impfschutzes erinnert.  
Außerdem beteiligen wir uns jedes Jahr an der europäischen Impfwoche, die unter Einbindung der Kinder- und Hausärzte erfolgt. Darüber hinaus informiert Kaleido jedes Jahr im Rahmen der Schulgesundheitsvorsorge.
Auch wenn bisher in der DG nur ein Fall einer Maserninfektion bekannt ist, so sollten wir wachsam bleiben und diese gefährliche Infektion nicht als Kinderkrankheit verharmlosen und verniedlichen.
Zurück Drucken Teilen