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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

4. Oktober 2018 – Frage von G. Freches an Minister Mollers zur Zusammenarbeit IAWM/Arbeitsamt

Im Jahresbericht 2017 des IAWM steht geschrieben, dass "offene Lehrstellen im Mittelstand trotz Schnupperwochen, Lehrstellenbörse und anderen Aktionen nicht mit motivierten und geeigneten Kandidaten besetzt werden können." Karriere mit Lehre - dieser Slogan kommt nicht von ungefähr, wenn man beachtet dass 95% aller Absolventen einer Lehre sofort einen Arbeitsplatz finden. Ein neues Schul- und Ausbildungsjahr hat vor etwa einem Monat begonnen. Wenn es darum geht, junge Menschen in Ausbildung oder Arbeit zu bringen, leistet das Arbeitsamt eine wertvolle Beratungs- und Vermittlungsarbeit. An dieser Stelle möchten wir kurz daran erinnern, dass sich jeder Schulabgänger zur Wahrung seines Anrechts auf Kindergeld beim Arbeitsamt einschreiben muss. Vor dem Hintergrund dass erneut rund 100 Lehrstellen im vergangenen Jahr nicht besetzt wurden, stellt sich mir die folgende Frage: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen dem IAWM und dem Arbeitsamt konkret auf dem Terrain, das heisst nicht nur auf onlinebasierter Ebene?

Die nachfolgend veröffentlichten Fragen und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.
 
Frage von Gregor Freches (PFF):
 
Im Jahresbericht 2017 des IAWM steht geschrieben, dass "offene Lehrstellen im Mittelstand trotz Schnupperwochen, Lehrstellenbörse und anderen Aktionen nicht mit motivierten und geeigneten Kandidaten besetzt werden können." Karriere mit Lehre - dieser Slogan kommt nicht von ungefähr, wenn man beachtet dass 95% aller Absolventen einer Lehre sofort einen Arbeitsplatz finden.
Ein neues Schul- und Ausbildungsjahr hat vor etwa einem Monat begonnen. Wenn es darum geht, junge Menschen in Ausbildung oder Arbeit zu bringen, leistet das Arbeitsamt eine wertvolle Beratungs- und Vermittlungsarbeit. An dieser Stelle möchten wir kurz daran erinnern, dass sich jeder Schulabgänger zur Wahrung seines Anrechts auf Kindergeld beim Arbeitsamt einschreiben muss.
 
Vor dem Hintergrund dass erneut rund 100 Lehrstellen im vergangenen Jahr nicht besetzt wurden, stellt sich mir die folgende Frage:
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen dem IAWM und dem Arbeitsamt konkret auf dem Terrain, das heisst nicht nur auf onlinebasierter Ebene?
 
Antwort von Harald Mollers (ProDG), Bildungsminister:
 
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
 
in der Tat macht sich der Fachkräftemangel im Mittelstand auch dadurch bemerkbar, dass Lehrstellen trotz zahlreicher Bemühungen der Unternehmen, des IAWM und der ZAWM unbesetzt bleiben.
Die aktuellen Lehrlingsstatistiken werden gerade vom IAWM ausgewertet, daher kann ich heute noch keine Zahlen nennen, aber es zeichnet sich die Tendenz ab, dass die Lehrlingszahlen stabil sind.
Nichtsdestotrotz muss das Image der mittelständischen Ausbildung weiter verbessert werden, damit junge Menschen in Ostbelgien nicht „mangels Alternativen“ eine Lehre machen, sondern eine bewusste Berufs- und Karriereentscheidung dafür treffen.
Die Zusammenarbeit zwischen IAWM und Arbeitsamt findet auf verschiedenen Ebenen statt.
Zum einen gibt es regelmäßige Arbeitstreffen zwischen IAWM und ADG in großer Runde: hier treffen sich die Lehrlingssekretäre und der pädagogische Dienst des IAWM mit den Arbeitsberatern des ADG.
Im Austausch werden Fragen zu zentralen Aufgaben, Arbeitsinhalten und eventuelle Neuerungen in Gesetzesgrundlagen beider Dienste besprochen.
Die Mitarbeiter begrüßen diese Initiative sehr, bei der sie sich jetzt ganz konkret auf Arbeitssitzungen zu den neuen Einstellungsbeihilfen AktiF (PLUS) konzentrieren werden, in denen ja gerade die Lehrlingssekretäre eine zentrale Informationsverantwortung für Ausbildungsbetriebe und Auszubildende übernehmen.
 
Zudem arbeiten IAWM und Arbeitsamt in verschiedenen Gremien und Begleitausschüssen zusammen.
Zum Beispiel in der Steuergruppe zur Berufswahlorientierung und den Begleitausschuss zum Pilotprojekt zur Berufswahlvorbereitung.
Das ist wichtig, damit sich Jugendliche frühzeitig mit den Berufen und den Möglichkeiten der dualen Ausbildung auseinandersetzen.
Zusammengearbeitet wird auch im Rahmen des REK-Projekt „Zukunftswege gestalten“, wo es um die Validierung nicht-formaler Kompetenzen geht.
 
Am 20. Februar haben die Direktoren des IAWM und des Arbeitsamtes in der gemeinsamen Ausschusssitzung des AII und AIII zusammen Rede und Antwort gestanden.
 
In Sachen konkretes Matching gab es einige Initiativen und Kooperationen, die erwähnenswert sind: Im Jahre 2014 und 2015 wurde die Lehrstellenbörse LIVE im Norden und Süden von Ostbelgien organisiert.
Ende August bzw. Anfang September trafen bei einer Börse interessierte Betriebe auf potentielle Lehrlinge.
Begleitet und organisiert wurden dieser Abend durch beide Dienste.
Aufgrund von schwachen Teilnehmerzahlen wurde die Initiative aber wieder eingestellt.
 
Im Oktober-November 2014 und 2015 ging ein gemeinsames Schreiben von ADG und IAWM an alle Arbeitssuchenden, die potentiell für eine Ausbildung in Frage kamen, mit Angabe der Bereiche, in denen noch Lehrstellen frei waren.
 
Im März 2015 wurden nochmal knapp 100 Personen, die arbeitssuchend waren, vom ADG angeschrieben und über die Schnupperwochen informiert.
Der Erfolg dieser diversen „Mailings“ war aber so mäßig, dass man sich in der Folge gemeinsam dagegen entschieden hat.
 
Was die Berufsberatung betrifft, arbeiten unsere Lehrlingssekretäre strukturell im Rahmen der BIZ-Informationsabende mit dem ADG zusammen.
Dieses Jahr fanden die BIZ-Informationsabende am 17. April in Sankt Vith und am 19. April in Eupen statt.
Es haben insgesamt 111 Personen, hauptsächlich Jugendliche, daran teilgenommen und die Veranstaltungen sehr positiv bewertet.
Nächstes Jahr finden die Veranstaltungen wieder am 2. April in St Vith und am 4. April in Eupen statt.
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
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