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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

4. Oktober 2018 – Frage von K. Neycken-Bartholemy an Minister Mollers zu den diesjährigen Aufnahmeprüfungen für angehende Medizin- und Zahnmedizinstudenten

Bereits Mitte Juli war über die Tagespresse verbreitet worden, das lediglich 20,26 Prozent der Teilnehmer an der diesjährigen Aufnahmeprüfung für angehende Medizin- und Zahnmedizinstudenten in der Französischen Gemeinschaft bestanden haben. All diejenigen, die die Prüfung nicht bestanden haben, hatten Anfang September eine zweite Chance. Angesichts des noch immer viel diskutierten Usus, solche Aufnahmeprüfungen abzuhalten und vor dem Hintergrund der – auch in diesem Ausschuss mehrfach angesprochenen – erschwerten Situation der deutschsprachigen Studienanwärter, lauten meine Fragen: Gibt es verlässliche Zahlen über die Anzahl ostbelgischer Schüler, die in diesem Jahr erfolgreich an der Aufnahmeprüfung teilgenommen haben? Welche Maßnahmen ergreift die Regierung mittlerweile, um die ostbelgischen Studienanwärter auf die Aufnahmeprüfung vorzubereiten? In welchem Maße werden diese Maßnahmen von den Studienanwärtern beziehungsweise Abiturienten genutzt?

Die nachfolgend veröffentlichten Fragen und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.
 
Frage von Kirsten Neycken-Bartholemy (SP):
 
Bereits Mitte Juli war über die Tagespresse verbreitet worden, das lediglich 20,26 Prozent der Teilnehmer an der diesjährigen Aufnahmeprüfung für angehende Medizin- und Zahnmedizinstudenten in der Französischen Gemeinschaft bestanden haben.
All diejenigen, die die Prüfung nicht bestanden haben, hatten Anfang September eine zweite Chance.
Angesichts des noch immer viel diskutierten Usus, solche Aufnahmeprüfungen abzuhalten und vor dem Hintergrund der – auch in diesem Ausschuss mehrfach angesprochenen – erschwerten Situation der deutschsprachigen Studienanwärter, lauten meine Fragen:
­- Gibt es verlässliche Zahlen über die Anzahl ostbelgischer Schüler, die in diesem Jahr erfolgreich an der Aufnahmeprüfung teilgenommen haben?
­- Welche Maßnahmen ergreift die Regierung mittlerweile, um die ostbelgischen Studienanwärter auf die Aufnahmeprüfung vorzubereiten?
­- In welchem Maße werden diese Maßnahmen von den Studienanwärtern beziehungsweise Abiturienten genutzt?

Antwort von Harald Mollers (ProDG), Bildungsminister:
 
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
 
die Académie de Recherche et d’Enseignement Supérieur (kurz ARES), die mit der Durchführung der Aufnahmeprüfung betraut wurde, hat die Ergebnisse der Analyseanalyse noch nicht veröffentlicht.
Zurzeit wurde also noch nicht einmal die allgemeine Auswertung der Daten der Prüfungssitzungen 2018 bekannt gegeben.
Dennoch haben wir die ARES bereits gebeten uns mitzuteilen, wie viele ostbelgische Kandidaten die Aufnahmeprüfung abgelegt haben und wie viele von ihnen zum Studium zugelassen wurden.
Seit wir von der Einführung einer Aufnahmeprüfung erfahren haben, wurden mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Studienanwärter auf die Prüfung vorzubereiten.
Wir haben sowohl die Liste mit den Inhalten der Prüfung als auch die Daten der universitären Vorbereitungskurse veröffentlicht und die Schulen gebeten, diese Informationen an die Naturwissenschaftslehrer und Abiturienten weiterzuleiten.
In Schulleiterversammlungen habe ich die Schulleiter zudem aufgefordert, die Inhalte der Aufnahmeprüfung mit ihren Naturwissenschafts- und Mathematiklehrern zu besprechen, damit diese ggf. ihren Unterricht anpassen oder unterstützende Kurse anbieten können.
Nachdem wir festgestellt haben, dass die Kandidaten im vergangenen Jahr im Bereich Physik die größten Schwierigkeiten hatten, habe ich im letzten Schuljahr beschlossen, ergänzend zu den universitären Vorbereitungskursen einen Physikkurs in französischer Sprache anzubieten.
Dieser Kurs hat Anfang Juli 2018 stattgefunden und umfasste 9 ganztägige Sitzungen.
Er bereitete alle für die Prüfung relevanten Themen und gleichzeitig den Fachwortschatz in französischer Sprache auf.
Die Studienanwärter wurden zudem mithilfe der Testbögen vorheriger Prüfungssitzungen auf die Art der Fragestellung vorbereitet.
Mit 63 Stunden stellte dieser Kurs eine sehr intensive Vorbereitung dar.
Die Physikkurse der Universitäten in Lüttich, Namür und Mons z.B. umfassen nur 30, 10 bzw. 28 Stunden. 
14 Schüler haben sich für den ostbelgischen Physik-Kurs eingeschrieben, 3 haben jedoch noch vor Beginn des Kurses ihre Studienwahl geändert und sich wieder abgemeldet.
Eine Schülerin hat unentschuldigt gefehlt und mittlerweile ein Pharmaziestudium aufgenommen.
Von den verbleibenden 10 Kurs-Teilnehmern haben 3 ein Medizinstudium in Deutschland aufgenommen.
2 Teilnehmer haben den Kurs belegt, um sich auf ihr Studium der Kinésitherapie vorzubereiten, sie haben also nicht an der Aufnahmeprüfung teilgenommen.
Von den 5 verbleibenden Schülern wollten 2 in Belgien Zahnmedizin und 3 Medizin studieren.
Von den 5 Kurs-Teilnehmern, die die Aufnahmeprüfung abgelegt haben, hat einer bestanden.
Die vier anderen haben die Prüfung nicht bestanden.
Einem Kandidaten fehlten nur 0,56 Punkte zum Bestehen.
Von den 8 Studenten, die den Physikkurs mit der Absicht besucht haben, ein Medizinstudium aufzunehmen, studieren also derzeit vier Medizin, drei in Deutschland und einer in Belgien.
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
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