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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

6. Dezember 2018 – Frage von G. Freches an Minister Mollers zum Thema „Schule statt Rente“

Schule statt Rente – Der Nachbarstaat Deutschland holte in diesem Schuljahr rund 2174 pensionierte Lehrer zurück in die Schulklassen. Es handelt sich um ein aus der Not geborenes Experiment, um Unterrichtsausfälle in den Schulen zu vermeiden und dem akuten Lehrermangel den Kampf anzusagen, bis dass mittel- und langfristige Maßnahmen greifen können. […] Weil nicht nur deutschlandweit, sondern auch bei uns in Ostbelgien Pädagogen fehlen, lauten meine Fragen an Sie, werter Herr Minister: Wurden in diesem Schuljahr auch in Ostbelgien pensionierte Lehrkräfte reaktiviert? Wenn nein, gedenkt man dies in Zukunft in die Überlegungen mit einzubeziehen, um den Lehrermangel aufzufangen?

Die nachfolgend veröffentlichten Fragen und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.
 
Frage von Gregor Freches (PFF):
 
Schule statt Rente – Der Nachbarstaat Deutschland holte in diesem Schuljahr rund 2174 pensionierte Lehrer zurück in die Schulklassen.
Es handelt sich um ein aus der Not geborenes Experiment, um Unterrichtsausfälle in den Schulen zu vermeiden und dem akuten Lehrermangel den Kampf anzusagen, bis dass mittel- und langfristige Maßnahmen greifen können.
Im Bereich der Personalpolitik wurde somit eine freiwillige Rückkehr in den aktiven Schuldienst für Ruheständler ermöglicht, die sich aus Liebe zu ihrem Traumberuf weiterhin engagieren möchten und einer Tätigkeit im Alter nachgehen wollen – oder, aus finanzieller Sicht betrachtet, müssen.
In Hessen wurden beispielsweise pensionierte Lehrkräfte und Lehrer, die kurz vor der Pension stehen, direkt vom Minister angeschrieben, um sie über den Sachverhalt aufzuklären und sie zu motivieren, noch ein paar Dienstjahre dranzuhängen.
 
Weil nicht nur deutschlandweit, sondern auch bei uns in Ostbelgien Pädagogen fehlen, lauten meine Fragen an Sie, werter Herr Minister:
-  Wurden in diesem Schuljahr auch in Ostbelgien pensionierte Lehrkräfte reaktiviert?
-  Wenn nein, gedenkt man dies in Zukunft in die Überlegungen mit einzubeziehen, um den Lehrermangel aufzufangen?
 
Antwort von Harald Mollers (ProDG), Bildungsminister:
 
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
 
Auch in den Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird auf Grund des herrschenden Lehrermangels gerne auf pensionierte Lehrkräfte zurückgegriffen, um personelle Engpässe auszugleichen.
Dies wird ermöglicht durch das Dekret vom 25. Juni 2001 über besondere Maßnahmen im Zusammenhang mit den Lehrämtern und über die Anpassung des Besoldungsstatuts, welches vorsieht, dass ein Schulträger oder der Schulleiter bzw. Direktor vorübergehend auf ein Personalmitglied zurückgreifen kann, das sich im Vorruhestand oder im Ruhestand befindet, falls ein Mangel an qualifizierten Personalmitgliedern besteht.
So wurden im laufenden Schuljahr bis Ende November bereits 15 Personen, die sich im Vorruhestand oder im Ruhestand befinden, vorübergehend in den Dienst zurückgerufen.
Im Schuljahr 2017-2018 belief sich die Zahl zurückgerufener Pensionäre und Vorruheständler auf insgesamt 27 Personen.
2016-2017 waren es zum Vergleich 22 Personen.
Es lässt sich hier also durchaus ein steigender Trend beobachten.
Als Bildungsminister bin ich sehr glücklich darüber, dass zahlreiche Personalmitglieder auch nach ihrer aktiven Dienstzeit bereit sind, in den Schulen auszuhelfen.
Und ich bin diesen Personen außerordentlich dankbar dafür.
Auf Grund ihres enormen Erfahrungsschatzes tragen sie durch ihre Einsatzbereitschaft dazu bei, dass auch im Falle von Lehrermangel die Qualität des Unterrichts gewahrt bleibt.
Weniger glücklich bin ich natürlich darüber, dass das überhaupt notwendig ist.
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
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