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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

11. Februar 2019 – Frage von L. Klinkenberg an Ministerpräsident Paasch zum Runden Tisch der Religionen

Die Regierung gründete 2017 gemeinsam mit den anerkannten Glaubensgemeinschaften in Ostbelgien einen „Runden Tisch der Religionen“. Am 9. April 2018 tagte dieser erstmals. Schwerpunkt der Sitzung war das Thema Integration. Gemeinsam riefen die Vertreter der Glaubensgemeinschaften im Anschluss dazu auf, Brücken zu bauen und Fremdenfeindlichkeit mit Selbstbewusstsein und Offenheit zu begegnen. Laut der entsprechenden Pressemitteilung sollte der nächste „Runde Tisch der Religionen“ im Oktober 2018 und von da an halbjährlich stattfinden. Daher meine Frage: Was ist aus dieser Initiative geworden?

Die nachfolgend veröffentlichten Fragen und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.
 
Frage von Lydia Klinkenberg (ProDG):
 
Die Regierung gründete 2017 gemeinsam mit den anerkannten Glaubensgemeinschaften in Ostbelgien einen „Runden Tisch der Religionen“. Am 9. April 2018 tagte dieser erstmals. Schwerpunkt der Sitzung war das Thema Integration. Gemeinsam riefen die Vertreter der Glaubensgemeinschaften im Anschluss dazu auf, Brücken zu bauen und Fremdenfeindlichkeit mit Selbstbewusstsein und Offenheit zu begegnen.
Laut der entsprechenden Pressemitteilung sollte der nächste „Runde Tisch der Religionen“ im Oktober 2018 und von da an halbjährlich stattfinden.
 
Daher meine Frage:
Was ist aus dieser Initiative geworden?
 
Antwort von Oliver Paasch (ProDG), Ministerpräsident:
 
Die Einsetzung eines Runden Tisches der Religionen wurde, wie bereits gesagt, am 28. November 2017 in Beisein der Vorsitzenden der anerkannten belgischen Glaubensgemeinschaften beschlossen. Am 9. April 2018 fand dann die erste Versammlung
des Runden Tisches der Religionen in Ostbelgien statt.
Neben den Vertretern der Regierung, des Ministeriums und der Stiftung Weltethos waren das katholische Bistum Lüttich, das Dekanat Eupen/Kelmis, das Islamische Zentrum A.C.E.S.E. VoG, die Evangelische Kirchengemeinde Eupen/Neu-Moresnet, die Freien evangelischen Gemeinden Eupen und St.Vith, die Orthodoxe Gemeinde Eupen sowie das Laizistische Aktionszentrums in Belgien bei der Sitzung anwesend.
Thematischer Schwerpunkt des ersten Runden Tisches der Religionen war auf Wunsch der Glaubensgemeinschaften das Thema Integration in Ostbelgien.
Nach einleitenden Erläuterungen durch das Ministerium und den Dienst Info Integration
wurde hierüber ausgetauscht. Dabei ging es nicht zuletzt um die Vermittlung konfessionsübergreifender gesellschaftlicher Grundwerte. Die Vertreter der Glaubensgemeinschaften riefen gemeinsam dazu auf, Brücken zu bauen und veröffentlichten in diesem Sinne eine gemeinsame Position:
„Fremdenfeindlichkeit ist ein Phänomen, das uns alle beschäftigt und das wir auch in Ostbelgien feststellen. Wir Glaubensgemeinschaften sehen unsere Aufgabe darin, eigene Identitäten zu festigen und so Ängste vor dem vermeintlich Unbekannten abzubauen. Wir laden alle Menschen dazu ein, mit Selbstbewusstsein und Offenheit auf den Anderen zuzugehen“.
 
Die zweite Sitzung des Runden Tisches der Religionen fand am 16. Oktober 2018 in den Räumlichkeiten der Freien Evangelischen Gemeinde Eupen statt. Auf Wunsch der Glaubensgemeinschaften wurde der Teilnehmerkreis diesmal um die Ahmadiyya-Gemeinde, die Baha’i-Gemeinde und die Buddhistische Gemeinde erweitert.
Inhaltich wurde, an die erste Sitzung des Runden Tisches anknüpfend, das Thema Integration in der Deutschsprachigen Gemeinschaft weiter vertieft.
Hierzu stand eine Vertreterin des Ministeriums den Glaubensgemeinschaften Rede und Antwort.
Hinsichtlich der Initiativen der DG äußerten die Teilnehmer des Tisches sich positiv: diese trügen zu einer positiven Entwicklung in der Region bei.
Die Sensibilisierung der Ostbelgierinnen und Ostbelgier für Interkulturalität, die alle Glaubens- und Kulturgemeinschaften betreffe, müsse jedoch partnerschaftlich weiter vorangetrieben werden.
Auch tauschten die Vertreterinnen und Vertreter der Glaubensgemeinschaften über das Thema Bestattung aus, das je nach Glaubensrichtung verschiedene Bedeutungen und Bräuche implizieren kann.
Es wurde festgestellt, dass alle Glaubensgemeinschaften in Ostbelgien geeignete Bedingungen zur Auslebung ihrer Kulte vorfinden. Beim einzigen Knackpunkt aus Sicht der Muslime, der Begleitung des Verstorbenen bis ans Grab, wünsche man sich eine Fortsetzung bereits angestoßener Dialoge mit den betroffenen Gemeindeebenen.
Nach einer Tischrunde über bevorstehende Projekte und Veranstaltungen auf der lokalen Ebene nahm sich der Runde Tisch der Religionen abschließend vor, zukünftig sichtbarer zu werden, um noch mehr Menschen aus der Region an seinen Austauschen teilhaben zu lassen.
 
Die nächste Sitzung des Runden Tisches der Religionen soll im März 2019 in den Räumlichkeiten der muslimischen Gemeinde Eupen, A.c.e.s.e. VoG,
stattfinden.
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