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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

12. März 2019 - Frage von P. Creutz-Vilvoye an Ministerin Weykmans zum Raerener Bahnhof

­Welche Möglichkeiten sieht die Regierung, dass der Kesselwaggon mit Schweröl entfernt wird? Welcher Nutzung soll die Halle der DG am Bahnhof Raeren nach der Beendigung des Mietvertrages mit „Rail et Traction International“ (RTI) zugeführt werden?

Die nachfolgend veröffentlichten Fragen und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.
 
Frage von Patricia Creutz-Vilvoye (CSP):
 
Am 19. Februar erschien im Grenzecho eine umfangreiche Berichterstattung zu den Arbeiten auf dem Grundstück der DG am Bahnhof in Raeren.
Darin wurde deutlich, welche Herausforderung der Abtransport bzw. die Weiterverwendung des dort stehenden alten Kesselwagens darstellt.
Ferner war dem Zeitungsartikel jedoch nicht zu entnehmen, wie die Zukunft der dort stehenden Halle aussieht, die sich im Besitz der Deutschsprachigen Gemeinschaft befindet.
 
Hierzu meine Fragen:  
­- Welche Möglichkeiten sieht die Regierung, dass der Kesselwaggon mit Schweröl entfernt wird?
­- Welcher Nutzung soll die Halle der DG am Bahnhof Raeren nach der Beendigung des Mietvertrages mit „Rail et Traction International“ (RTI) zugeführt werden?
 
Antwort von Isabelle Weykmans (PFF), Ministerin für Kultur und Beschäftigung:
 
Sehr geehrter Herr Präsident,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
 
Ein Teil des rollenden Materials der ehemaligen VENNBAHN G.o.E. war laut einer vertraglichen Bestimmung und trotz Bezuschussung seitens der Deutschsprachigen Gemeinschaft Eigentum der DG geblieben. So auch dieser Kesselwagen, der dem Betrieb der Dampflok diente.  Nach und nach konnten die Dampflok und verschiedene Waggons Käufer finden.
Schließlich meldete zu Beginn des Jahres 2014 eine Vereinigung von Eisenbahnfreunden ihr Interesse an diesem Kesselwagen an. Das Schweröl könne verkauft und mit dem Erlös könne der Wagen als Wassertank umgerüstet werden und so anderen Zwecken der Vereinigung dienen.
Durch den Vertrag vom 28. April 2014 wurde der ASBL Chemins des trois frontières mit damaligem Sitz in Gemmenich  das Eigentum des Kesselwagens übertragen sowie der Dampfkesselanlage, die sich in einem Nebengebäude der Halle befindet und Mithilfe derer das Schweröl verflüssigt werden kann.
Beide wurden der neuen Eigentümerin in dem sich damals befindlichen Zustand übertragen, der ihr bestens bekannt war. Der Vereinigung war ebenfalls bekannt, dass der Kesselwagen sowie mehrere ihr gehörende Waggons sich auf dem Gelände der SNCB befinden.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um darauf hinzuweisen, dass laut Experten von dem Kesselwagen, bzw. dem sich darin befindlichem Schweröl, keinerlei Gefahr ausgeht.  Bei dem Schweröl handele es sich um eine zähe Masse, die nur durch längere Zufuhr von sehr hoher Hitze zur Verflüssigung gebracht werden könne.
Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist weder Eigentümer des Kesselwagens, noch steht dieser auf dem Gelände der DG.  Folglich kann die DG in dem Falle nicht initiativ werden.
 
Welche Möglichkeiten gibt es zum Entfernen des Kesselwagens?
Wir kennen drei, was nicht heißt, dass es noch andere gibt.
1. Die Eigentümerin kann den Kesselwagen mit Inhalt zu ihrem Standort nach Hombourg abtransportieren lassen.
2. Sie kann das Schweröl mit der vorhandenen Anlage verflüssigen. Allerdings sind dann die notwenigen Garantien über die Funktionstüchtigkeit der Dampfkesselanlage und eine Versicherung zum Schutz unseres Gebäudes vorzulegen. 
3. Es  besteht die Möglichkeit, das Schweröl mittels Anbringung spezieller Gerätschaft vor Ort zu verflüssigen und beide getrennt abzutransportieren. Diese Möglichkeit ist vor knapp zwei Jahren in Erwägung gezogen worden, das Kabelwerk war Abnehmer von diesem Schweröl. Warum es letztlich nicht geklappt hat, ist uns nicht bekannt.
Doch die Entscheidungen liegen im Ermessen der Eigentümerin.
Nun zum zweiten Teil ihrer Frage. Die Firma Rail et Traction hatte die Halle ursprünglich angemietet, um Lokomotiven instand zu setzen und weiter zu verkaufen. Diese handwerkliche Tätigkeit wurde bereits seit Jahren dort eingestellt und ins Ausland verlagert. Die Halle diente der Firma RTI als Deponie von ausgedientem Eisenbahnmaterial und anderem. Eine Vereinigung von Eisenbahnfreunden nutzt einen kleinen Teil der Halle in Untermiete.
Der Mietvertrag läuft Ende Mai diesen Jahres aus. Wir möchten, dass durch diese Halle wieder ein touristischer Mehrwert auf dem Gelände entstehen soll. Bisher hat sowohl die Gemeinde Raeren wie auch der dort ansässige Verein ein Interesse an der Halle bekundet, die übrigens, das soll auch mal am Rande vermerkt werden, über keinen eigenen Strom-, Wasser- oder Kanalanschluss verfügt.

Eine definitive Entscheidung über die spätere Nutzung kann aber erst nach vollständiger Leerung der Halle durch den jetzigen Mieter Ende Mai getroffen werden und dann obliegt es der neuen Regierung, die Halle hoffentlich einer touristischen Zweckbestimmung zuzuführen. 
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