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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

14. März 2019 – Frage von S. Houben-Meessen an Minister Mollers zur Unterrichtspflicht

­Wird der sog. Waldunterricht so behandelt (etwa hinsichtlich der Inspektion) wie der Hausunterricht? ­Welche Konsequenzen folgen für die Kindergärten, wenn Kinder dort (also im Kindergarten) mehr als die im Dekret festgelegte Zeit aufgrund der Waldbesuche fehlen? Wird sich die Unterrichtspflichtkontrolle infolge des zu erwartenden Gesetzes auch auf den Kindergarten erweitern?

Die nachfolgend veröffentlichten Fragen und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.
 
Frage von Sandra Houben-Meessen (CSP):
 
Ab dem Schuljahr 2020/2021 soll – so sieht es ein von der zuständigen Kammer-Kommission verabschiedeter Gesetzesvorschlag vor - die Unterrichtspflicht ab 5 Jahren landesweit eingeführt werden*.
Aktuell gibt es zumindest eine Privatinitiative, einen sog. Waldkindergarten im Norden der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu gründen.
Dieser Waldkindergarten könnte von einigen Kindern an mehreren Tagen in der Woche besucht werden, obwohl die Kinder im Regelkindergarten eingeschrieben sind und diesen auch z.B an zwei Tagen pro Woche besuchen.
 
Hierzu meine Fragen:
­- Wird der sog. Waldunterricht so behandelt (etwa hinsichtlich der Inspektion) wie der Hausunterricht?
­- Welche Konsequenzen folgen für die Kindergärten, wenn Kinder dort (also im Kindergarten) mehr als die im Dekret festgelegte Zeit aufgrund der Waldbesuche fehlen?
-­ Wird sich die Unterrichtspflichtkontrolle infolge des zu erwartenden Gesetzes auch auf den Kindergarten erweitern?
 
Antwort von Harald Mollers (ProDG), Bildungsminister:
 
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
 
der Regierung sind zwei Elterninitiativen zum Thema Waldkindergarten bekannt, eine im Süden und eine im Norden Ostbelgiens.
In der Deutschsprachigen Gemeinschaft bieten viele Kindergärten bereits einen oder mehrere regelmäßige Waldtage an.
Die Initiatoren des Waldkindergartens streben an, eine alternative Kindergartenform ins Leben zu rufen,  in dem sich die Kinder – ähnlich wie es in Skandinavien und Deutschland möglich ist – ganzjährig im Wald aufhalten und ihren Spiel- und Lernraum nicht im Klassenzimmer, sondern in der Natur haben.
Es geht also nicht darum, Kindern die Möglichkeit zu geben, an einigen Tagen in der Woche, sondern während der gesamten Woche Kindergartenaktivitäten im Wald und in der freien Natur nachzugehen.
Ob dieses Angebot im Rahmen der Unterrichtsgesetzgebung als anerkannter Kindergarten funktionieren soll oder ob es – in Anbetracht der Tatsache, dass Kindergartenkinder nicht der Schulpflicht unterliegen – eher bei der Kleinkindbetreuung angesiedelt wird, muss noch eingehend geprüft werden.
Dazu hat am vergangenen Dienstag, 12. März 2019, ein erstes Treffen zwischen den Initiatoren des Waldkindergartens im Norden und meinem Kollegen Harald Mollers stattgefunden, bei dem erste rechtliche Aspekte beleuchtet wurden.
Vereinbart wurde, dass in Kürze ein zweites Treffen zwischen den Initiatoren, Mitarbeitern des Kabinetts meines Kollegen Harald Mollers und Fachexperten des Ministeriums stattfinden soll, um die rechtlichen Fragen weiter zu erörtern.
Der Minister hat vorgeschlagen, eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, um das Vorhaben Schritt für Schritt zu konkretisieren.
Deshalb kann ich zum jetzigen Zeitpunkt keine Antwort auf die von Ihnen gestellten Fragen geben.
Ich kann lediglich präzisieren, dass nicht angedacht ist, die Kinder des Waldkindergartens parallel in einen Regelkindergarten einzuschreiben.
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
 
* https://www.lesoir.be/207646/article/2019-02-19/lobligation-scolaire-abaissee-5-ans-partir-du-1er septembre-2020
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