Druck Kopfbild

Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 344

13. März 2019 – Frage von J. Franssen an Herrn Ministerpräsident Paasch zu den direkten und indirekten Kosten zur Entwicklung und Implementierung der Standortmarke Ostbelgien

Wie hoch liegen bis zum 31. Januar 2019 die Gesamtkostenkosten (inklusive der bereits in der Frage des Kollegen Grommes besprochenen Kosten), direkter oder indirekter Natur, in Verbindung mit der Entwicklung und Implementierung der Standortmarke? Welche anderen, direkte (oder indirekte) Kosten fallen für alle anderen Beteiligten (Gemeinden, Dienste der DG, usw.) an, die die Marke ebenfalls implementieren?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Frage von Jérôme Franssen (CSP), vom 7. Februar 2019:
 
Im Juni 2017 stellte mein Kollege Herbert Grommes eine schriftliche Frage zur Kostenentwicklung der Standortmarke Ostbelgien. Aus der Antwort der Regierung ging hervor, dass sich die Kosten bis dato auf rund 351.000 €uro beliefen. Möglicherweise sind inzwischen weitere Ausgaben hinzugekommen.
 
Hierzu meine Fragen:
1. Wie hoch liegen bis zum 31. Januar 2019 die Gesamtkostenkosten (inklusive der bereits in der Frage des Kollegen Grommes besprochenen Kosten), direkter oder indirekter Natur, in Verbindung mit der Entwicklung und Implementierung der Standortmarke?
2. Welche anderen, direkte (oder indirekte) Kosten fallen für alle anderen Beteiligten (Gemeinden, Dienste der DG, usw.) an, die die Marke ebenfalls implementieren?
 
Antwort von Oliver Paasch (ProDG), Ministerpräsident:
 
Mit der Launch-Veranstaltung am 15. März 2017 im St. Vither Triangel wurde der Startschuss für die Implementierung der Standortmarke Ostbelgien gegeben. Im Zentrum der Marke stehen die Bürgerinnen und Bürger Ostbelgiens. Sie sind die treibenden Kräfte der Region und zugleich die Botschafter Ostbelgiens nach außen. Botschafter Ostbelgiens können sie aber nur sein, wenn sie die Region selbstbewusst nach außen vertreten und die Standortmarke aktiv mittragen.
Deshalb richtete sich die Standortmarke 2017 und 2018 zunächst an die Menschen in Ostbelgien. Mit dem Launch und der Mitmachkampagne wurden sie aktiv in die Ausgestaltung der Standortmarke eingebunden, indem sie selbst die Inhalte der Standortmarke anhand von konkreten Orten, Ereignissen und Persönlichkeiten mit erzählbaren Geschichten füllten.
Gemeinsame Elemente wie die Markenbotschaft „Ostbelgien souverän grenzerfahren“, das Markenzeichen, das Layout, die Bildsprache und der Illustrationsstil bieten öffentlichen Einrichtungen, Organisationen, Vereinen und Unternehmen die Möglichkeit, gemeinsam mit der Marke eine höhere Sichtbarkeit zu erreichen.
Zum 31. Januar 2019 zählte die Marke 268 Markenpartner, davon 51 öffentliche Dienstleister, 78 Vereinigungen und 139 Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen. Alle neun Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaften nutzen die Standortmarke. Gemeinsam mit diesen Markenpartnern gilt es, die Markenbotschaften nach außen zu transportieren und Ostbelgien als attraktiven Ort zum Leben und Arbeiten zu positionieren.
Seit der Einführung vor zwei Jahren hat die Marke Ostbelgien an Präsenz gewonnen: in der lokalen, nationalen und internationalen Presse, in Kampagnen, in Wirtschaft, Politik, Sport und im Solidar-Bereich, in der Event-Kommunikation, in den Sozialen Medien, im Online-Marketing, bei Unternehmen, im öffentlichen Raum (Gebäudekennzeichnung) sowie bei Großveranstaltungen.
Neben dem Binnenmarketing geht es ab 2019 darum, die Bekanntheit Ostbelgiens außerhalb der Region zu erhöhen. In Form von Themenkampagnen soll auf die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen eingegangen werden. Die Kommunikation und Maßnahmen richten sich dabei nach den unterschiedlichen Zielgruppen. 2018 diente dazu, die verschiedenen Themenkampagnen vorzubereiten, die ab 2019 umgesetzt werden.
Markenimplementierung 2017 - 2018 : Tragfläche für die Marke Ostbelgien
Zur Markenimplementierung fanden zahlreiche Gespräche und Präsentationstermine mit potenziellen Markenpartnern statt, um die Markenstrategie und Nutzungsmöglichkeiten vorzustellen und Anknüpfungspunkte für die verschiedenen Einrichtungen zu besprechen.
Die Markenführung beriet und unterstützte die Partner bei der Implementierung der Marke. Gemeinsame Fragestellungen wurden mit Unterstützung eines externen Grafikers aufgegriffen. Die Erkenntnisse und Visualisierungsbeispiele aus diesen Beratungen dienen der kontinuierlichen Verbesserung der Gestaltungsrichtlinien und stehen allen Markenpartnern zur Verfügung.
2018 wurde die Markensatzung aufgrund der koordinierten EU Verordnung bezüglich der Reform der EU Marken angepasst und die Markenarchitektur weiterentwickelt.
Zusätzlich zu den in der Regierungsmitteilung vom 29. Mai 2017 und der schriftlichen Frage Nr. 201 vom 15. Juni 2017 genannten Kosten entstanden hierfür bis zum 31. Januar 2019 Kosten (inkl. Mehrwertsteuer) in Höhe von 10.010,50 Euro für juristische Beratungsleistungen und 8.343,17 Euro für die Beratung und Ausarbeitung von Visualisierungsbeispielen durch einen Grafiker.
Für den Steuerzahler waren damit jedoch keine Mehrkosten verbunden, weil diese Summen an anderer Stelle im Kommunikationsbudget eingespart wurden. Das Kommunikationsbudget wurde deshalb nicht erhöht. Wie bereits mehrfach erläutert, sparen wir mit der neuen Standortstrategie insgesamt Geld ein, weil die Kommunikation zielgerichtet und effizient gebündelt wurde und nicht mehr für mehrere Marken an unterschiedlichen Stellen geworben werden muss.
Diese Investition liefert uns das Werkzeug, um den Standort in Zukunft sektorenübergreifend zu vermarkten. Das Gestaltungsystem für Ostbelgien ist flexibel und steht allen Markenpartnern zur Verfügung. Ressourcen werden gebündelt. Das bedeutet, dass fortan nicht mehr jede einzelne Einrichtung des Unternehmen Deutschsprachige Gemeinschaft in die Weiterentwicklung ihrer (Einzel)marken und Submarken investieren muss, sondern die Werkzeuge der Dachmarke nutzen kann. Den Markenpartnern entstehen also keine zusätzlichen Kosten durch die Implementierung der Marke. Wenn Kosten anfallen, dann handelt es sich um die üblichen Kosten für die Gestaltung und Produktion von Kommunikationsmitteln, die sowieso für die einzelnen Einrichtungen entstanden wären. Dank der gemeinsamen Marke werden diese Mittel nun systematischer und strategischer eingesetzt.
Gemeinsam wird eine höhere Sichtbarkeit erreicht. Jeder Markenpartner profitiert von den Anstrengungen der anderen Markenpartner, ohne selbst unbedingt investieren zu müssen.
Zurück Drucken Teilen