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Fragen und Antworten

Mündliche Frage

10. April 2019 – Frage von R. Nelles zur Geriatrie im St. Vither Krankenhaus

Haben Sie weitere Schritte unternommen, damit zeitnah auch eine Geriatrische Abteilung in St.Vith eingerichtet werden kann?

Die nachfolgend veröffentlichten Fragen und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen.

Frage von Herrn NELLES (CSP) 

Das Grenzecho berichtet am 30. März 2019 von der Einrichtung einer geriatrischen Abteilung in der Malmedyer Klinik. Diese neue, umfangreiche Dienstleistung in der Malmedyer Klinik ist natürlich begrüßenswert, da sie einem ständig steigenden Bedarf nach medizinischer Betreuung älterer Menschen gerecht wird.

Anlässlich des Neujahrsempfangs im Januar dieses Jahres wurde ebenfalls der dringende Bedarf zur Einrichtung einer geriatrischen Abteilung in der St. Joseph Klinik St.Vith zum Ausdruck gebracht. Im Bericht des GE vom 28. Januar 2019 war hierzu zu lesen:

„Chefarzt Davide Diana wies darauf hin, dass in St.Vith dringend eine geriatrische Abteilung benötigt werde. Die Zahl derjenigen, die aus Altersgründen nach einer Operation noch weitere Pflege benötigen, steige massiv an. Hier gab er das Stichwort für Gesundheitsminister Antonios Antoniadis (SP). „Das Moratorium für Geriatriebetten ist ein Unding“, kritisierte der Minister die Politik von Gesundheitsministerin Maggie de Block.“.  Der Minister verwies in diesem Zusammenhang weiter darauf hin, „dass es jetzt wichtig sei, dass auch in der Eifel investiert werde“.

Vor quasi genau einem Jahr habe ich die Regierung bereits zu diesem Thema befragt (Vgl. meine mündliche Frage vom 14. März 2018 (in: Bulletin der Interpellationen und Fragen Nr. 38 - Mündliche Frage, S. 46-48).
Damals erklärte die Regierung, dass die Verantwortung für das entstandene Dilemma bei Maggie De Block zu suchen sei, die sich dagegen sperre die festgelegte Zahl geriatrischer Betten zu lockern. Die DG-Regierung versicherte außerdem, dass die Klinik St. Josef auf jeden Fall die Möglichkeit erhalten werde, ein Angebot für Senioren, die noch nicht aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen werden, aufzubauen.

Daher meine Frage an den Herrn Minister :

Haben Sie seit ihren Ankündigungen in St.Vith weitere Schritte unternommen, damit zeitnah auch eine Geriatrische Abteilung in St.Vith eingerichtet werden kann?


Antwort von Minister A. Antoniadis

Wie an dieser Stelle bereits des Öfteren bekräftigt, sind die beiden Krankenhausstandorte in Eupen und Sankt Vith ungemein wichtig für die Deutschsprachige Gemeinschaft. Dabei ist mir unter anderem der Ausbau im Süden eine Herzensangelegenheit.

Die Geriatrie stellt sicherlich eine ganz besondere Herausforderung für die Zukunft dar. Jedoch besteht weiterhin das Moratorium auf Krankenhausbetten, welches von Magie De Block eingeführt wurde. Dieses endet erst mit der Einsetzung des neuen Föderalparlaments nach den anstehenden Wahlen vom 26. Mai dieses Jahres.

Da die Klinik in Malmedy bereits über eine Geriatrie verfügt, ist es gerechtfertigt, dass diese auch modernisiert wurde.

Das St. Nikolaus Hospital in Eupen, das ebenfalls eine Geriatrie betreibt, hat einen Zuschuss von der Regierung der DG erhalten, um die Geriatrie neuzubauen. Laut Direktor des Krankenhauses ist diese Anfang 2020 betriebsbereit.

In Hinblick auf das Ende des Moratoriums habe ich mehrfach - zuletzt am 5. April dieses Jahres - bei Ministerin De Block interveniert, um erneut auf die Bedarfe der beiden Krankenhäuser aufmerksam zu machen.

In Erwartung der neuen Bettenprogrammierung habe ich außerdem eine Arbeitsgruppe mit den beiden Vertretern der ostbelgischen Krankenhäuser ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgruppe soll die Bedarfe in der Deutschsprachigen Gemeinschaft genauer definieren und bereits jetzt ein Antragsdossier an die neue Föderalregierung vorbereiten.

Wir wollen und werden dazu bereit sein, den Forderungen der Deutschsprachigen Gemeinschaft Gehör zu verschaffen! Schon jetzt ist ein Treffen mit den Vertretern des „Föderalen Dienstes Gesundheit“ für den kommenden Herbst geplant. Bei diesem Treffen sollen schwerpunktmäßig die Bedarfe der beiden ostbelgischen Krankenhäuser erläutert werden. Sie sehen also werter Kollege, dass die Regierung in dieser Angelegenheit keineswegs untätig geblieben ist, sondern die Forderungen der ostbelgischen Bevölkerung mit Weitsicht in die Überlegungen aufnimmt.

Und eben mit dieser Weitsicht habe ich es den Krankenhäusern ermöglicht, anhand des am 13. Dezember 2018 verabschiedeten Dekrets über die Angebote für Senioren und Personen mit Unterstützungsbedarf sowie über die Palliativpflege (kurz: Seniorendekret), bereits jetzt Pilotprojekte in den Bereichen „Kurzaufenthalte mit Schwerpunkt auf Rehabilitation“ und „Tagespflege mit Schwerpunkt auf Rehabilitation“ zu starten. Selbst wenn wir nicht, wie erhofft, in den Gesprächen auf föderaler Ebene zeitnah zu den erhofften Zielen kommen, ermöglicht das vom Parlament verabschiedete Dekret die Anerkennung und Finanzierung dieser neuen Angebote.

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