Druck Kopfbild

Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 354

22. Mai 2019 – Frage von M. Balter an Herrn Minister Antoniadis – Nachfrage zur schriftlichen Frage Nr. 71 bezüglich der Ernährung in Altenheimen

Welche Projekte wurden im Rahmen des Programms für Ernährung und Bewegung (PEB) seit 2016 von der Regierung anerkannt?

 
Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Frage von Michael Balter (Vivant), vom 15. April 2019:
 
In Ihrer Antwort auf unsere schriftliche Frage Nr. 71 vom 22.12.2015 bezüglich der Ernährung bzw. der Mangelernährung in Altenheimen hieß es, dass mehrere konkrete Maßnahmen ergriffen worden wären:
Das Programm für Ernährung und Bewegung (PEB), dessen Schwerpunkt 2015 die gesunde Ernährung im Alter war, mit einem Projekt am Katharinenstift Astenet („Du bes wat du ets! Du bist was du isst!) und einem am St. Nikolaus-Hospital Eupen („Fit im Teller – Fit im Kopf“), um den Bewohnern den Genuss am Essen aufrechtzuerhalten, die Mangelernährung zu bekämpfen und die interne Organisation und Betreuung mithilfe einer Ernährungsakte zu verbessern. Nach Ablauf sollte über eine mögliche Weiterführung entschieden werden.
Es wurden verschiedene Vortragsabende zum Thema Ernährung im Alter angeboten, um die Bevölkerung zu sensibilisieren.
Die Regierung ist für die Inspektion, die Normen und die Finanzierung der APWH zuständig. Parallel zu der neuen Finanzierung werden dann neue Normen, die sowohl der Realität der DG als auch unseren Qualitätsansprüchen entsprechen, in Kraft treten. Bis dahin müssen die Einrichtungen den bisherigen Gesetzestexten folgen
Zum Essverhalten der Senioren in der DG liegen keine statistischen Angaben vor.
In der Autonomen Hochschule wird stetig ein allgemeiner Unterricht zu Ernährung und Diätlehre erteilt und auch bei den Weiterbildungsangeboten der KPVDB für die Pflegehelfer (AFPK) und Weiterbildungen/ Zusatzausbildungen für das Pflegepersonal wird dem Thema Ernährung die notwendige Bedeutung beigemessen.
Eine Einrichtung (Katharinenstift) hat einen Diätassistenten.
Alle Einrichtungen können ihr Personal zudem zu anderen Aus- und Weiterbildungszentren im In- und Ausland anmelden.
Nun sind wir einige Jahre weiter und das Thema bleibt – leider – aktuell: Verschiedene Altersheime in Belgien haben Aktionspläne gegen Unterernährung entwickelt und wollen sich der Herausforderung stellen.* Leider ist das nicht überall der Fall und fällt in vielen Heimen die Qualität des Essens (und der Betreuung) den Kosteneinsparungen zum Opfer.**
Für die Vivant-Fraktion soll jeder Mensch bis zu seinem letzten Atemzug so gut wie nur möglich betreut werden, für ein menschenwürdiges Leben bis zum Schluss. Es darf nicht toleriert werden, dass in unserer Wohlstands- und Überflussgesellschaft die ältesten und schwächsten vernachlässigt werden.
 
Meine Fragen an Sie:
1. Welche Projekte wurden im Rahmen des Programms für Ernährung und Bewegung (PEB) seit 2016 von der Regierung anerkannt? Bitte eine Auflistung anfügen.
2. Wie waren die Ergebnisse der Auswertung am Ende der Projekte? Wurde ein Projekt weitergeführt?
3. Welche Vortragsabende zur Sensibilisierung wurden seit 2016 gehalten? Bitte eine Auflistung anfügen.
4. Sind die neuen Normen „die sowohl der Realität der DG als auch unseren Qualitätsansprüchen entsprechen“, in Kraft getreten? Wie unterscheiden sie sich von den bisherigen Gesetzestexten?
5. Wie viele in der Pflegebranche in der DG angestellte Personen haben von 2016-2018 an ernährungsbezogenen Aus- und Weiterbildungen teilgenommen?

Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:
 
Zu Fragen 1 und 2: Welche Projekte wurden im Rahmen des Programms für Ernährung und Bewegung (PEB) seit 2016 von der Regierung anerkannt? Bitte eine Auflistung anfügen.
Wie waren die Ergebnisse der Auswertung am Ende der Projekte? Wurde ein Projekt weitergeführt?
Da das Thema “Gesunde Ernährung“ extrem wichtig ist, wird es in den WPZS immer wieder in unterschiedlichen Projekten aufgegriffen.
Das Projekt „Du bes wat du ets! Du bist was du isst“, welches im Katharinenstift Astenet organisiert wurde, thematisiert den angemessenen Umgang mit Zwischenmahlzeiten sowie die individuellen Essgewohnheiten. Aufgrund des großen Projekterfolges wurden das Ernährungskonzept im Katharinenstift überarbeitet und die Inhalte des Projektes bis heute weitergeführt.
Auch andere Häuser arbeiten an diesem Thema. Beispielsweise hat das Golden Morgen auch ein spezielles Konzept erarbeitet, mit Mahlzeiten in Buffet Form und regionalen Schwerpunkten.
Abgesehen von speziellen Projekten ist es so, dass das Personal stets auf die Ernährung der Bewohner achtet und Besonderheiten dokumentiert werden. Darüber hinaus ist man stets um individuell angepasste Lösungen bedacht. Auf Anfrage bzw. bei Bedarf spezielle Diätkost anzubieten (z.B. bei Diabetes) ist für die WPZS verpflichtend. Aber auch auf besondere Wünsche wird eingegangen. Die Erstellung der Ernährungspläne gehört zu den Kerntätigkeiten der ausgebildeten Diätassistenten, die in den WPZS der Deutschsprachigen Gemeinschaft arbeiten und für regelmäßige Evaluationen und ggf. Anpassungen in Absprache mit den Bewohnern sorgen.
In mehreren Einrichtungen, bzw. in fast allen, gehört das gemeinsame Gestalten von „Menüs“ zum Bewohnerkonzept. Diese Konzepte werden gemeinsam mit den Bewohnern und / oder deren Angehörigen und den Bezugspersonen der Einrichtungen erarbeitet.
Schlussendlich sollte an dieser Stelle ebenfalls erwähnt werden, dass die meisten Einrichtungen sich darum bemühen, mit Zuliefern aus der nahen Umgebung zusammen zu arbeiten und regionale Produkte zu nutzen.
 
Zu Frage 3: Welche Vortragsabende zur Sensibilisierung wurden seit 2016 gehalten? Bitte eine Auflistung anfügen.
Bisher wurden die Projekte innerhalb der WPZS angegangen. Die Konzepte wurden hausintern erarbeitet und Weiterbildungen wurden durch die KPVDB direkt für das Personal angeboten, welches täglich mit dem Thema bzw. den Bewohnern in Berührung kommt.
Welche Themen im Rahmen der internen Weiterbildungen angeboten werden und welche Bewohnerangebote vorgeschlagen werden, obliegt der Entscheidungs- und Gestaltungsfreiheit einer jeden Einrichtung.
 
Zu Frage 4: Sind die neuen Normen „die sowohl der Realität der DG als auch unseren Qualitätsansprüchen entsprechen“, in Kraft getreten? Wie unterscheiden sie sich von den bisherigen Gesetzestexten?
Mit Übernahme der Zuständigkeiten im Seniorenbereich werden die bestehenden Normen geprüft und derzeit in Zusammenarbeit mit den Einrichtungen überarbeitet. Die Normen sind festgehalten im Erlass vom 26. Februar 1997 – Erlass der Regierung über die
Anerkennungsbedingungen für Wohn-, Begleit- und Pflegestrukturen für Senioren (bzw. zu diesem Zeitpunkt noch bekannt als Alten- und Pflegewohnheime).
Neben den Kriterien, die während den Inspektionen überprüft werden, gibt es einen Bewohnerfragebogen, der unter anderem auch das Thema Ernährung umfasst. Hier wird beispielsweise nachgefragt, wie das Essen schmeckt und ob es die Möglichkeit gibt, den Speiseplan mitzugestalten.
Die hierzu formulierten Antworten und Empfehlungen fließen dann im Anschluss wieder in die o.g. Bewohnerkonzepte ein.
 
Zu Frage 5: Wie viele in der Pflegebranche in der DG angestellte Personen haben von 2016-2018 an ernährungsbezogenen Aus- und Weiterbildungen teilgenommen?
Die KPVDB ist für die Aus- und Weiterbildungen für das Personal im Pflegebereich zuständig und hat regelmäßig unterschiedliche Themen in diesem Bereich aufgegriffen. Es gab Ausbildungen (zum Erreichen einer besonderen beruflichen Qualifikation oder eines Fachtitels) von längerer Dauer, aber auch Weiterbildungen, denen man an einem Tag folgen konnte. Anbei eine Tabelle mit Angaben der KPVDB zu der Anzahl der Teilnehmer in den ernährungsbezogenen Weiterbildungen.
 
2016 Anzahl Teilnehmer
Ein Tag für Pflegehelfer Mundpflege 24
Schluckstörungen 46
ZA Diabetologie 15
2017  
FS Geriatrie Ernährungsprobleme 16
2018  
Ein Tag für Pflegehelfer - der Unterernährung auf der Spur 12
TOTAL 113

 

 

* https://www.hln.be/regio/hulshout/rusthuis-lanceert-actieplan-tegen-ondervoeding~a1ba7bfc/ 
** http://www.ouderenhart.be/ACTUALITEIT-MEDIA/actualiteit-media_bijlagen/groot_20170606_HUMO_DE-NIEUWE-HONGERSNOOD-IN-ONZE-RUSTHUIZEN.pdf 
 

Zurück Drucken Teilen