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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 355

22. Mai 2019 – Frage von M. Balter an Herrn Minister Antoniadis zur Kampagne „Vorsicht Zucker! Vorsicht Zusatzstoffe! Weniger ist mehr…“

Was ist in den vergangenen zwei Jahren zusätzlich unternommen wurde um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Bitte eine Auflistung aller Projekte.

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für
Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Frage von Michael Balter (Vivant), vom 15. April 2019:
 
Der Patienten Rat & Treff, sowie die Verbraucherschutzzentrale, veröffentlichten Anfang Juni 2017 zwei Flyer zum Thema „Ernährung“. So wird einerseits auf die Gefahren von zu hohem Zuckerkonsum, andererseits aber auch auf die Risiken von achtlosem Verzehr von Zusatzstoffen hingewiesen. Diese Initiative seitens des Patienten Rat & Treff und der Verbraucherschutzzentrale ist mehr als lobenswert und verweist zurecht auf zwei der grundlegenden Ernährungsprobleme unserer Zeit. Ziel dieser Kampagne ist die Sensibilisierung der Bevölkerung zu diesen Themen, damit so ein bewussterer Umgang mit Lebensmitteln geschaffen werden kann. Auf den Flyern ist zu lesen, dass diese Kampagne durch die Deutschsprachige
Gemeinschaft unterstützt wird.
 
Meine Fragen an Sie hierzu sind wie folgt:
1. Wie hat sich die Unterstützung der DG in diesem Projekt gestaltet? Bitte eine Auflistung aller dafür verwendeten Mittel und Kosten anfügen.
2. Werden diese Flyer auch in Schulen verteilt werden, um bereits Kinder und Jugendliche auf die Gefahren von falscher und schlechter Ernährung hinzuweisen?
3. Wie wird diese Problematik in Krankenhäusern und Altenheimen angegangen? Werden dort auch diese Flyer verteilt?
4. Was ist in den vergangenen zwei Jahren zusätzlich unternommen wurde um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Bitte eine Auflistung aller Projekte.
 
Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:
 
Zu Frage 1: Wie hat sich die Unterstützung der DG in diesem Projekt gestaltet? Bitte eine Auflistung aller dafür verwendeten Mittel und Kosten anfügen.
Um das durchaus große Themenfeld einzugrenzen, wurde der Fokus auf das Thema „Zucker und Zusatzstoffe“ gelegt. Zu diesem Thema sind in Zusammenarbeit zwischen dem Patienten Rat & Treff (PRT) und der Verbraucherschutzzentrale (VSZ) Flyer entstanden. Insgesamt wurde die Kampagne in Form von Flyern und Videos ausgearbeitet.
Ausschlaggebend für diese Zusammenarbeit war meine Anfrage an die VSZ und den PRT, das Thema „Lebensmittelkennzeichnung/Lebensmitteletiketten“ aufzugreifen und eine Sensibilisierungskampagne auszuarbeiten.
Da das Thema Ernährung zu den vertraglich festgelegten Schwerpunktaktivitäten des PRT für die Jahre 2018 und 2019 gehört, musste keine gesonderte finanzielle Unterstützung außerhalb der vertraglichen Subventionen gewährt werden.
 
Zu Frage 2: Werden diese Flyer auch in Schulen verteilt, um bereits Kinder und Jugendliche auf die Gefahren von falscher und schlechter Ernährung hinzuweisen?
Die Aktion wurde in erster Linie in den lokalen Medien beworben. Hierzu gab es mehrere Radio Interviews mit dem BRF, sowie mehrere Artikel im Grenz-Echo (06.06.2017, 07.06.2017, 14.06.2017 und 22.08.2018). Des Weiteren sind die Flyer auf den Webseiten von PRT und VSZ erhältlich, liegen in den Geschäftsstellen aus und werden auf diversen Veranstaltungen des PRT ausgelegt (Impulsvorträge, Ernährungskampagne, Schlaganfallkampagne). In den Schulen setzt man eher auf die Arbeit von Kaleido, insbesondere auf das Gesundheitskonzept „Fit mit Kalli“, da diese Altersklasse (Kinder und Jugendliche) nicht primär das Zielpublikum des PRTs für Flyer und diverse Veranstaltungen ist und durch das Gesundheitskonzept bereits ein direkter Kontakt und eine direkte Aufklärungsarbeit gewährleistet ist.
 
Zu Frage 3: Wie wird diese Problematik in Krankenhäusern und Altenheimen angegangen? Werden dort auch diese Flyer verteilt?
Die Kampagne wurde so zugeschnitten, dass sie ein breites Zielpublikum in der Bevölkerung erreicht. Denn der erhöhte Zuckerkonsum und der Verzehr von Zusatzstoffen in den Lebensmitteln betrifft ohne Zweifel alle Altersklassen.
Auf Anfrage wird das Material den Krankenhäusern sowie den Wohn-und Pflegezentren für Senioren (WPZS) zur Verfügung gestellt. Zudem ist es für die WPZS verpflichtend, eine seniorengerechte ausgewogene Ernährung anzubieten und auf Anfrage bzw. bei Bedarf spezielle Diätkost anzubieten; z.B. bei Diabetes, usw.
Die Erstellung der Ernährungspläne gehört zu den Kerntätigkeiten der ausgebildeten Diätassistenten, die in den Krankenhäusern und den WPZS der Deutschsprachigen Gemeinschaft arbeiten und für regelmäßige Evaluationen und ggf. Anpassungen, in Absprache mit dem Patienten, sorgen.
 
Zu Frage 4: Was ist in den vergangenen zwei Jahren zusätzlich unternommen worden, um auf die Problematik aufmerksam zu machen? Bitte eine Auflistung aller Projekte.
Nicht nur in den vergangenen zwei Jahren sondern bereits davor und auch darüber hinaus wird das Thema „gesunde Ernährung“ als Kernaufgabe des PRT definiert. Somit findet eine jährliche Ernährungskampagne, die unter dem Slogan „Vorsicht Zucker!“ geführt wird, statt. Eine gesunde und zuckerarme Ernährung steht hier im Fokus. Diese Kampagne richtet sich an alle Bürger der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Darüber hinaus wird aber auch noch zieldifferenziert gearbeitet, um unterschiedliche Altersgruppen verstärkt zu sensibilisieren. So wurde durch KALEIDO im Schuljahr 2016/2017 das Projekt „Tutti Frutti“ ins Leben gerufen. Hierbei wurde das Ziel verfolgt, den Kindergarten- und Primarschulkindern ganz gezielt die Vielfalt von Obst näher zu bringen. Im Fokus steht hier auch die Aussage, dass Fruchtzucker wertvoller als künstlicher Zucker ist.
Zusätzlich zu diesen beiden Initiativen informiert die VSZ auch kontinuierlich über Zusatzstoffe in Lebensmitteln, mit dem Ziel die Menschen über eventuelle Gefahren aufzuklären.
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