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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 52

7. November 2019 – Frage von A. Jerusalem an Minister Mollers zum Kompetenzzentrum

­Wie viele Anträge wurden bisher in diesem Schuljahr, also in den Monaten August, September und Oktober beim Kompetenzzentrum eingereicht?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Frage von Andreas Jerusalem (Ecolo):
 
Ein funktionierendes Gesamtkonstrukt, um unsere Lehrer bei der Arbeit in immer heterogener werdenden Klassen zu unterstützen, ist dringend notwendig. Aus diesem Grund wurden in den letzten Jahren zahlreiche Unterstützungsangebote ins Leben gerufen. Das Herzstück dieser Angebote ist in unseren Augen das Kompetenzzentrum der DG. Es umfasst die unterschiedlichen förderpädagogischen Dienste für das ostbelgische Schulwesen. Die Tätigkeiten des Kompetenzzentrums lassen sich als Beratungs-, Supervisions- und Fortbildungsauftrag zusammenfassen. Es fungiert als Anlaufstelle für die Regelschulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft und spielt eine wichtige Rolle bei der internen und externen Weiterentwicklung der Kompetenzen und des Knowhows in förderpädagogischen Fragen.
 
Daher meine Fragen an Sie, Herr Minister:
­- Wie viele Anträge wurden bisher in diesem Schuljahr, also in den Monaten August, September und Oktober beim Kompetenzzentrum eingereicht?
­- Wie sieht der Vergleich mit den vergangenen Jahren aus? 

Antwort von Harald Mollers (ProDG), Minister für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:
 
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
werte Kolleginnen und Kollegen,
 
im Laufe der Zeit wurde das Unterstützungsangebot des Kompetenzzentrums des ZFP immer weiter ausgebaut, damit den Schulen und ihren Personalmitgliedern professionelle Hilfen für ihre Belange zur Verfügung gestellt werden.
Das Kompetenzzentrum spielt als pädagogischer Dienstleistungsanbieter daher eine wesentliche Rolle im ostbelgischen Unterrichtswesen.
Die förderpädagogischen Beratungsangebote betreffen:
• besondere Begabungen/Hochbegabung,
• Deutsch als Zweitsprache,
• die sozio-emotionale Entwicklung,
• die Autismus-Spektrum-Störung,
• die Bereiche Sprache, Lesen und Schreiben,
• mathematisches Lernen,
• die Motorik/Sensorik,
• sowie Maßnahmen zum Nachteilsausgleich und Notenschutz
 
Wie das Kompetenzzentrum auf Nachfrage mitteilte, sind für die Monate September und Oktober 2019 insgesamt 90 Beratungsanfragen eingegangen.
Im vergangenen Schuljahr erreichten das Kompetenzzentrum 234 Anfragen, interpoliert auf zwei Monate also 46 Anfragen.
Somit haben sich die Anfragen also fast verdoppelt.
Hervorzuheben ist vor allem die Beratung im Bereich des Nachteilsausgleiches und des Notenschutzes, die Anfragen sind von insgesamt 20 im gesamten letzten Schuljahr auf bereits 21 Anfragen in diesem Schuljahr gestiegen.
Die Beratungen betreffen zurzeit hauptsächlich den Nachteilsausgleich.
Der Nachteilsausgleich und der Notenschutz sind ja bekanntlich mit dem Dekret vom 20. Juni 2016 über Maßnahmen im Unterrichtswesen dekretal verankert worden.
Die dekretale Grundlage ist für den Nachteilsausgleich am 1. September 2017 und für den Notenschutz am 1. September 2018 in Kraft getreten. 
Im Bereich Sprache, Lesen und Schreiben gab es letztes Schuljahr insgesamt 43 Anfragen.
In den ersten zwei Monaten dieses Schuljahres sind bereits 25 Beratungsanfragen zu verzeichnen.
Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Weiterbildungen, die das Kompetenzzentrum zu diesem Thema angeboten hat, viele Lehrer erreicht haben, die nun Unterstützung in der konkreten Umsetzung beantragen.
Außerdem führt die Umsetzung von Nachteilsausgleichsmaßnahmen zu vermehrten Fachberatungsanfragen.
Die Beratungsanfragen im Bereich Deutsch als Zweitsprache beziehen sich nur auf die förderpädagogische Fachberatung.
Im vergangenen Schuljahr waren es insgesamt 27, in diesem Jahr sind es bislang 9. Der Großteil der Anfragen wird in der Begleitung der Lehrer für Sprachlernklassen aufgefangen, die ähnlich den Förderpädagogen durchgehend begleitet werden und in den jeweiligen Schulen als Multiplikatoren fungieren.
Unterstützung im Bereich Motorik/Sensorik wurde erstmalig im letzten Schuljahr angeboten.
Im vergangenen Schuljahr betrafen 17 Anfragen diesen Bereich, im laufenden Schuljahr sind bereits 6 Anfragen eingegangen.
Hier lässt sich ein größerer Bedarf vermuten, der laut Kompetenzzentrum durch den steigenden Bekanntheitsgrad des Angebotes gedeckt werden wird.
Im letzten Schuljahr bezogen sich die meisten Beratungsanfragen, 62 an der Zahl, auf den Bereich mathematisches Lernen.
Obwohl die Anfragen auch in diesem Schuljahr bereits weiter gestiegen sind (19), nehmen die Anfragen zum mathematischen Lernen erfahrungsgemäß nach den Allerheiligenferien rapide zu.
Das liegt daran, dass in den meisten Schulen in den ersten Wochen Unterrichtsinhalte wiederholt werden und Förderbedarfe meist danach sichtbar werden, wenn der Zahlenraum erhöht wird.
Gleichbleibend ist zurzeit die Situation im Bereich besondere Begabung/Hochbegabung mit insgesamt 12 Anfragen im letzten und bislang 2 im laufenden Schuljahr und im Bereich Autismus-Spektrum-Störungen mit insgesamt 13 Anfragen im letzten Schuljahr und bislang 3 Anfragen in diesem Schuljahr.
Der einzige Bereich, in dem die Anfragen rückläufig sind, ist der Bereich der sozio-emotionalen Entwicklung, und zwar von 40 Anfragen im letzten Schuljahr auf bislang 5 Anfragen.
Dies erklärt sich durch die Verschiebung der Zuständigkeiten.
Seit diesem Schuljahr ist das Kompetenzzentrum nur für den Bereich der förderpädagogischen Fachberatung im Sekundarbereich zuständig.
Um die Betreuung der Grundschulen im Bereich sozio-emotionale Entwicklung kümmert sich neuerdings Kaleido, gemäß einer Absprache zwischen Kaleido und ZFP.
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
 
 
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