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Fragen und Antworten

Mündlichen Fragen Nr. 61

3. Dezember 2019 – Frage von P. Spies an Ministerin Weykmans zur Unterstützung regionaler Künstler in Ostbelgien

­Wie bewerten Sie vor dem Hintergrund der Aussage von Herrn Filz die Schließung der Borner Kunstgalerie?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Frage von Patrick Spies (SP):
 
Mehrmals wurde in der Presse darüber berichtet, dass die Borner Kunstgalerie wohl zum Jahresende geschlossen wird. Die Galerie, welche 2009 von dem mittlerweile verstorbenen Geschäftsmann und Kunstmäzen Günther Schauss eingerichtet worden war, hatte stets zum Ziel regionale Künstler zu fördern, ihnen eine Plattform zu bieten und ihre Werke für die breite Bevölkerung zugänglich zu machen. Dabei standen die Verantwortlichen in engem Kontakt mit dem ostbelgischen Kunstforum, welches die Ausstellungsräume regelmäßig nutzte.
Der Vorsitzende dieser VoG, Herr Willi Filtz, wurde in einem Grenzecho-Artikel vom 15. Oktober wie folgt zitiert:
„Die Kunstgalerie Born war für uns so etwas wie eine Heimatstätte, wo schöne Ausstellungen stattgefunden haben, wo wir uns getroffen haben und wo die Kunst lebte. Jetzt heiße es, sich nach Alternativen umzuschauen, jedoch sind die Möglichkeiten für bildende Künstler in der DG leider sehr begrenzt."
Weiter heißt es, dass es nicht die Aufgabe der Künstler selbst sei, Foren für ihre Ausstellungen zu schaffen und dass im Vergleich zu anderen Kulturbereichen wie beispielsweise der Musik, hier noch sehr viel Luft nach oben sei.
 
Vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen werte Ministerin folgende Fragen stellen:
-­ Wie bewerten Sie vor dem Hintergrund der Aussage von Herrn Filz die Schließung der Borner Kunstgalerie?
­- Inwiefern gedenken Sie das Kunstforum bzw. die Künstler dabei zu unterstützen eine neue Plattform aufzubauen?
­- In welchen Gemeinschaftseinrichtungen ist es regionalen Künstlern bislang erlaubt Ausstellungen abzuhalten?  

Antwort von Isabelle Weykmans (PFF), Ministerin für Kultur, Beschäftigung, Wirtschaftsförderung und ländliche Entwicklung:
 
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
 
wir wissen um die Förderbedarfe der Künstler sowie der im Kulturbereich aktiven Vereinigungen. Das Kulturförderdekret hält eine ganze Palette an Fördermöglichkeiten und das gerade auch für die bildende Kunst bereit:
Hier einige Beispiele: 
Im Jahr 2018 wurden von 4 Stipendien für Künstler 3 an bildende Künstler erteilt und im Jahr 2019 2 von insgesamt 7 Stipendien. Auch bietet die Auszeichnung „Künstler Ostbelgiens“ eine erhebliche Hilfe, die alle drei Jahre mit einer Dotation von 5.000€ und der Möglichkeit der Produktionsförderung vergeben wird und ebenfalls für bildende Künstler zugänglich ist. Neben den Besonderen Kulturprojekten, die Künstlern und auch der VOG Kunstforum offenstehen, können alle erdenklichen Angebote unterstützt werden. Auch die jährlichen Ankäufe von Kunstwerken für die Sammlung der Deutschsprachigen Gemeinschaft sind eine wichtige Unterstützung für Künstler und Kollektive. 
Die Kulturveranstalter und Kulturzentren der Deutschsprachigen Gemeinschaft haben über das Dekret außerdem zur Auflage, die Künstler aus Ostbelgien zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit für Ausstellungen und Auftritte zu bieten. Was auch regelmäßig u.a. im Triangel in St. Vith und im Alten Schlachthof in Eupen geschieht.
Neben dem Kulturförderdekret gibt es ebenfalls Fördermöglichkeiten im Museumsdekret, zur Unterstützung von Museen und musealen Einrichtungen, was auch für die bildende Kunst gilt. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit für alle VoGs Anträge auf Ausrüstung bzw. Ausstattung zu stellen.
Im Falle der Borner Kunstgalerie, die sich im Besitz der Familie Schaus befindet, wurde diese der VOG Kunstforum auch mietfrei angeboten, die auf das Angebot jedoch nicht einging.
Bis heute hat es von Seiten des Kunstforums keinen Antrag auf Förderung gegeben (seit 2012). Sei es im Rahmen des Kultur- oder des Museumsdekrets.
Aus der Erfahrung wissen wir, dass sogenannte Bottom-up Strukturen, d.h. Initiativen von Künstlern für Künstler, am besten funktionieren. Denn wer versteht und kennt die Bedürfnisse der Künstler besser als die Kulturschaffenden selbst. Es wäre mir eine Freude dahingehende Initiativen zu unterstützen, sodass die Lücke, die durch die Schließung der Galerie entstehen wird, auf diesem Wege geschlossen werden kann.
 
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