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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 115

6. Februar 2020 – Frage von C. Kraft an Minister Mollers zu Krankentagen bei Schülern und Studierenden

­Wie ist die aktuelle Situation zu den Krankentagen bei den Kindern, Schülern und Studierenden im Unterrichtswesen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Frage von Colin Kraft (CSP):
 
Meine Frage zu den Krankentagen im Unterrichtswesen vom 16. Januar 2020 hat nicht nur in Kollegenkreisen für ein beeindruckendes Echo gesorgt. Dabei werden die Zahl der Krankentage und die Ursachen für die Abwesenheit durch Krankheit die Entscheidungsträger dauerhaft herausfordern.
Gleichwohl ist zu erkennen, dass der Lehrkörper im Unterrichtswesen längst nicht der einzige Faktor ist, der von Ausfällen durch Krankentage betroffen ist. Auch Schüler und Studierende werden durch Krankheitsbilder, die durch Stress, Druck am Arbeitsplatz oder Mobbing entstehen, nicht verschont.
 
Hierzu meine Fragen:
­- Wie ist die aktuelle Situation zu den Krankentagen bei den Kindern, Schülern und Studierenden im Unterrichtswesen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft?
­- Ist in den letzten 5 Jahren ein Trend hinsichtlich der Entwicklung erkennbar?
­- Welche Maßnahmen führen hier bei uns ggf. zur nachhaltigen Senkung der Zahlen, die dann quasi als Vorbild für andere Regionen gelten könnten?
 
Antwort von Harald Mollers (ProDG), Minister für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:
 
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
werte Kolleginnen und Kollegen,
 
die Schulleitungen der Regel- und Förderschulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft benachrichtigen die Schulpflichtkontrolle in zwei Fällen.
Zum einen melden sie gemäß dem Erlass der Regierung vom 10.02.2000 über den Schulbesuch die Abwesenheiten der Schüler, die ungerechtfertigt dem Unterricht fernbleiben.
Zum anderen melden sie der Schulpflichtkontrolle die Schüler, die die in der Schulordnung festgelegte maximale Anzahl der Abwesenheiten, die durch die Erziehungsberechtigten gerechtfertigt werden können, überschritten haben.
Der Verwaltung werden also nur die Abwesenheiten der Schüler gemeldet, die der Schulpflicht nicht nachkommen.
Die Anzahl der Abwesenheitstage eines Schülers, die durch ein ärztliches Attest gerechtfertigt sind, werden nicht übermittelt und liegen der Schulpflichtkontrolle nicht vor.
Vor diesem Hintergrund kann ich zu den Krankentagen bei den Kindern, Schülern und Studierenden im Unterrichtswesen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft oder den diesbezüglichen Trends aktuell keine Angaben machen.
Der Dienst Kaleido Ostbelgien fördert mit seinen zahlreichen Angeboten – u.a. im Bereich der Mobbing-Prävention – die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Hierbei stehen die Beratung und die Begleitung der Schüler durch multidisziplinäre Teams im Mittelpunkt, sie tragen wesentlich zur Gesundheitsförderung im Unterrichtswesen bei.
Auch die Unterstützung unserer Lehrer durch Kaleido und das Kompetenzzentrum im Umgang mit Schülern, die Schwierigkeiten im emotionalen und sozialen Entwicklungsprozess haben, trägt dazu bei, bei den Schülern Ängste, depressive Verstimmungen und Ähnliches zu verringern.
Auch die Einführung des Nachteilsausgleichs und des Notenschutzes verfolgt das Ziel, Schülern durch angemessene Unterstützungsmaßnahmen Hilfestellung zu bieten, um Benachteiligung und Überforderung zu vermeiden.
Darüber hinaus ergreifen auch Schulen Maßnahmen zur Förderung des Wohlergehens der Schüler, sei es durch die Einführung von Lehrer-Schüler-Gesprächen, in denen das Befinden der Schüler im Mittelpunkt steht, sei es durch Projekte zur Förderung der Achtsamkeit oder durch die Anpassung von Stundenplänen, um Schülern ein angenehmeres Lernklima und klare Bezugspersonen zu bieten.
Natürlich bieten zahlreiche Schulen auch Methodentrainings an, um schulischer Überforderung vorzubeugen.
Auch die Möglichkeit der Mitbestimmung durch Schülerräte oder andere Formen der Beteiligung an Entscheidungsprozessen sollen dazu beitragen, dass Schüler in ihren Anliegen wahr- und ernst genommen werden. 
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
 
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