Druck Kopfbild

Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 149

12. März 2020 – Frage von S. Houben-Meessen an Minister Mollers zum Religions- und „Moral“-Unterricht im Kindergarten

­Wann ist mit einer Anpassung der Rahmen- resp. Lehrpläne zu rechnen?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Frage von Sandra Houben-Meessen (CSP):
 
Ab dem nächsten Schuljahr unterliegen auch Kinder ab fünf Jahren der Unterrichtspflicht.
Mit der Unterrichtspflicht muss auch das Unterrichtsangebot in den Kindergärten hinsichtlich des Religions- und "Moral"-Unterrichts ergänzt werden.
 
Dazu meine Fragen:
­- Wann ist mit einer Anpassung der Rahmen- resp. Lehrpläne zu rechnen?
­- Wie sollen sich die Kindergärten auf mögliche Raumprobleme einstellen, da ja – anders als bisher – getrennte Unterrichtsangebote eher wahrscheinlich sind?
-­ Ist – auch hinsichtlich des Einsatzes von Lehrkräften – mit Mehrkosten für die Schulträger zu rechnen?
 
Antwort von Harald Mollers (ProDG), Minister für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:
 
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
Kolleginnen und Kollegen,
 
durch das Gesetz vom 14. März 2019 zur Abänderung des Gesetzes vom 29. Juni 1983 über die Schulpflicht zur Einführung der Schulpflicht ab dem fünften Lebensjahr sind die Fünfjährigen ab dem 1. September 2020 schulpflichtig.
Dies bedeutet konkret, dass alle Kinder, die bis zum 31. Dezember 2020 das Alter von fünf Jahren erreichen, ab dem 1. September 2020 verpflichtend den Kindergarten besuchen.
In Folge der Herabsenkung der Schulpflicht auf fünf Jahre ist gemäß Artikel 24 der Verfassung auch den Fünfjährigen die Möglichkeit anzubieten, einem Unterricht in Religion oder in nichtkonfessioneller Sittenlehre zu folgen.
Schulpflichtige Kinder, die den Kindergarten besuchen, können auf Antrag der Erziehungsberechtigten einen Religionsunterricht oder einen Unterricht in nichtkonfessioneller Sittenlehre in der angegliederten Primarschule besuchen.
Es finden keine Unterrichte in Religion oder nichtkonfessioneller Sittenlehre in den Kindergärten statt.
Die Möglichkeit des Besuchs eines Religionsunterrichts oder eines Unterrichts in nichtkonfessioneller Sittenlehre wird also nicht zu räumlichen Problemen im Kindergarten führen.
Da der Unterricht in Religion bzw. nichtkonfessioneller Sittenlehre für die Fünfjährigen nicht im Kindergarten, sondern in der Primarschule stattfinden wird, ist eine Anpassung des Aktivitätenplans für den Kindergarten nicht erforderlich.
Eine Anpassung des Rahmenplans für das Fach Ethik in der Primarschule ist zurzeit nicht vorgesehen.
Für die verschiedenen Konfessionen bestehen keine Rahmenpläne.
Gemäß Artikel 18 des Dekrets über den Auftrag an die Schulträger und das Schulpersonal sowie über die allgemeinen pädagogischen und organisatorischen Bestimmungen für die Regel- und Förderschulen legen – ich zitiere – „die Kultusträger, die für den Religionsunterricht zuständig sind, der Regierung die Lehrpläne zur Kenntnisnahme vor“.
Zuständig für die Erstellung – und ggf. notwendige Anpassungen – der Lehrpläne sind also die Glaubensträger.
Zur Berechnung der Anzahl Kurse in Religion beziehungsweise nichtkonfessioneller Sittenlehre werden die schulpflichtigen Vorschüler, die auf Antrag der Erziehungsberechtigten dem Unterricht in Religion oder nichtkonfessioneller Sittenlehre in der angegliederten Primarschule folgen, mit den Schülern der ersten Stufe zusammengezählt.
Die Ermittlung der Anzahl Kurse, die eingerichtet werden dürfen, erfolgt wie gehabt gemäß Artikel 68 des Dekrets vom 26. April 1999 über das Regelgrundschulwesen.
Für jeden in seiner Schule eingerichteten Kurs in Religion oder nichtkonfessioneller Sittenlehre erhält der Schulträger zwei Unterrichtsstunden pro Woche.
Das entsprechende Stellenkapital wird vom Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt und finanziert.
Für die Schulträger entstehen durch die Herabsenkung der Schulpflicht auf 5 Jahre somit keine Mehrkosten.
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
 
 
Zurück Drucken Teilen