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Fragen und Antworten

Dringende mündliche Fragen Nr. 255 und 256, mündliche Fragen Nr. 245, 246

25. Mai 2020 – Fragen von L. Klinkenberg, F. Mockel und C. Kraft an Ministerin Weykmans

Haben Sie bereits mit den hiesigen Jugendorganisationen darüber ausgetauscht, wie und inwiefern sie die Voraussetzungen für Jugendlager im Sommer erfüllen können?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Dringende Frage Nr. 255 von Lydia Klinkenberg zu den Jugendlagern:
 
Am Freitagabend wurde vom Nationalen Sicherheitsrat entschieden, dass Sommeraktivitäten wie Jugendlager ab dem 1. Juli unter bestimmten Voraussetzungen wieder stattfinden können. Gleichzeitig wurde festgehalten, dass Spielplätze sowie Jugend- und Begegnungszentren und Jugendheime wieder geöffnet werden dürfen. Wir begrüßen diese Entscheidungen ausdrücklich! Denn gerade in der jetzigen Situation - rund um Corona - gilt es, das Wohl der Kinder und Jugendlichen in den Blick zu nehmen. Kinder sollen gemeinsam spielen, sich austauschen und entfalten können! Die Nachfrage nach solchen Aktivitäten ist entsprechend groß…
 
Daher meine Frage:
Haben Sie bereits mit den hiesigen Jugendorganisationen darüber ausgetauscht, wie und inwiefern sie die Voraussetzungen für Jugendlager im Sommer erfüllen können?

Dringende Frage Nr. 256 von Freddy Mockel (Ecolo) zu Corona-Maßnahmen auf Jugendlagern – Unterstützung durch die Deutschsprachige Gemeinschaft:
 
Am Freitag beschloss der nationale Konzertierungsausschuss eine ganze Reihe von Maßnahmen und Bedingungen, unter denen Kinder- und Jugendlager stattfinden dürfen.
Die ECOLO-Fraktion ist erleichtert, dass dies erreicht werden konnte.
Diese Maßnahmen und Bedingungen basieren nicht zuletzt auf den Vorschlägen der Jugendorganisationen selbst.
Die Jugendleiter haben viel Erfahrung in der Organisation ihrer Lager, dennoch kommt jetzt viel unbekannter Aufwand auf sie zu … und noch mehr Verantwortung.
Man sollte ihnen möglichst Unterstützung zukommen lassen: man könnte die Mehrausgaben für die Hygienemassanahmen auffangen, oder unterstützend zur Seite stehen bei notwendigen „Corona-Weiterbildungen“, der Weitergabe und Verteilung von gut strukturierten Informationen usw …
 
Daher meine Frage an Sie, Frau Ministerin:
Inwieweit wird die Deutschsprachige Gemeinschaft die Umsetzung der Corona-Maßnahmen in den Ferienlagern unterstützen?
 
Frage Nr. 245 von Freddy Mockel (Ecolo) zur Planungssicherheit für Jugendlager:
 
Auch in dieser angespannten Zeit planen und arbeiten viele unserer aktiven Jugendvereinigungen weiter. Das betrifft ganz besonders die jährlichen Jugendlager im Sommer. Unklar ist jedoch immer noch, wie und in welchem Rahmen diese stattfinden können.
Es ist wichtig, dass die verschiedenen Organisationen und Leiter jetzt endlich über die Planungssicherheit verfügen, die sie brauchen, da sonst Entscheidungen aus Zeitmangel getroffen werden müssen. Schließlich geht es hier letztlich auch um das Wohlbefinden all der Jugendlichen und Kinder, die nach Lockdown und Unterrichtsausfall umso sehnlicher auf ihr Sommerlager hoffen.
Vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen heute folgende Fragen stellen:
­- Welche Fakten stehen zum jetzigen Zeitpunkt zur Durchführung von Ferienlagern in diesem Sommer fest?
­- Gibt es, ähnlich wie für den Sportbereich, einen Vorschlag der Jugendminister an den Nationalen Sicherheitsrat zur Durchführung von Jugendlagern?
­- Welche Alternativen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen kann man in der DG ins Auge fassen, falls Ferienlager bis zum Sommerende nicht erlaubt sein sollten?

Frage Nr. 246 von Colin Kraft (CSP) zum Abhalten von Sommer- und Ferienlager im Zuge der Corona-Krise:
 
In den Sommerferien werden für gewöhnlich zahlreiche Zeltlager von verschiedenen Organisationen wie beispielsweise Pfadfinder oder Krankenkassen angeboten. Zudem gibt es zahlreiche lokale Tagesangebote wie Sportlager oder Kreativtage. Diese Ferienangebote sind für viele Kinder und Familien eine wichtige Säule der Freizeit und der Kinderbetreuung in den beiden Ferienmonaten.
Durch die aktuelle Situation stellt sich die Planung für die Vereine und Organisationen, für die Jugendlichen aber auch für die Familien als äußerst unsicher dar.
 
Hierzu meine Fragen:
­- Inwiefern ist es absehbar, dass Zeltlager und Ferienfreizeiten organisiert werden können?
­- Gibt es dazu schon Modellplanungen im Nationalen Sicherheitsrat?
­- Welchen Standpunkt nimmt die Regierung der DG zu diesem Thema ein?

Antwort von Isabelle Weykmans (PFF), Ministerin für Kultur, Beschäftigung, Wirtschaftsförderung und ländliche Entwicklung:

Sehr geehrter Herr Präsident,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
die Freude über die Entscheidung des Konzertierungsausschusses von letztem Freitag, den 22. Mai 2020, ist enorm. Mit großer Erleichterung haben die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Jugendleiterinnen und Leiter, die Jugendlichen, Kinder sowie auch ihre Eltern die Nachricht aufgenommen.
Jugendanimationen mit oder ohne Übernachtung können unter Auflagen ab dem 1. Juli 2020 stattfinden. Nach den Wochen der Isolierung wird dies für viele eine willkommene Abwechslung sein und unseren Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, zusammen mit Gleichaltrigen die Welt wieder zu entdecken. Dabei dürfen die Empfehlungen des Nationalen Sicherheitsrates, die auf den Empfehlungen der Jugendminister Belgiens und Modellen der Jugenddachorganisation basieren, nicht aus den Augen verloren werden. Wie Sie wissen, wurden die Empfehlungen innerhalb der Expertengruppe, des GEES, auf unterschiedliche realisierbare und denkbare Anwendungsmöglichkeiten angepasst.
Für jegliche Jugendanimation gilt es, die Hauptregel der Gruppengröße von 50 Personen (Kinder und Leiter bzw. Betreuer) zu gewährleisten. Die sogenannten Kontaktblasen spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, eine eventuelle Ansteckungsgefahr einzudämmen. Selbstverständlich sind die Hygienevorschriften, die wir nun alle bestens kennen, strikt einzuhalten.
Kollegin Weykmans hat bereits letzten Mittwoch, am 20. Mai 2020, eine Arbeitssitzung mit den Jugendorganisationen im Beisein der Jugendschöffen und der Bürgermeister abgehalten, um alle Beteiligten über die laufenden innerbelgischen Gespräche zu informieren. Dabei wurde ein erster Einblick in die voraussichtlich einzuhaltenden Vorgaben für Jugendferienlager gegeben. Im Anschluss konnten sowohl die Jugendorganisationen als auch die Gemeinden erste Rückmeldungen geben.
Nach dem jetzigen Beschluss hat Ministerin Weykmans die Jugendeinrichtungen zu einer weiteren Konzertierung eingeladen, um nun die festgehaltenen Protokolle zu analysieren und zu sehen, wo es Unterstützungsbedarf für die Organisationen gibt. Zu diesem zweiten Treffen am Donnerstag, den 28. Mai, werden auch wiederum die Jugendschöffen eingeladen sowie die Träger der Offenen Jugendarbeit, da ab dem 1. Juli nicht nur die Ferienlager wieder starten dürfen, sondern auch die Treffs wieder öffnen dürfen. Der Konzertierung vorangehen wird eine Versammlung zwischen der Regierung und den Bürgermeistern. Anlässlich dieser Bürgermeisterversammlung werden auch die Jugendferienlager thematisiert.
 
Die Entscheidung über die Erlaubnis zur Organisation der Ferienlager lässt den Jugendorganisationen effektiv nur einen begrenzten Zeitraum, um Ferienlager zu organisieren. Aber um der Kinder und Jugendlichen willen, war bei der Konzertierung mit dem Sektor am 20. Mai viel Enthusiasmus zu spüren, sich auf die ungewöhnliche Situation einzulassen. Dabei wird die Deutschsprachige Gemeinschaft versuchen, die Jugendorganisationen bestmöglich zu unterstützen: So werden Informationen in deutscher Sprache zur Verfügung gestellt. Zudem ist geplant, Video-Tutorials zu erstellen. Es wird auch über den erforderlichen Materialbedarf auszutauschen sein und eine Reihe übergeordneter Fragen wie beispielsweise die Vorlage von Notfallplänen zu beantworten sein. Gemeinsam - Jugendorganisationen, Gemeinden und die Deutschsprachige Gemeinschaft - werden wir alles Hand in Hand planen, damit die Jugendanimationen durchgeführt werden können.
Unser Ziel ist es, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, ihren Sommer im Rahmen von Lager- oder Jugendaktivitäten unter Freunden zu verbringen. Sie haben das Recht auf Spiel, Freizeit, Teilnahme und Entfaltung. Es wird vor allem darum gehen, dass die Jugendorganisationen besonnen und kreativ die ungewöhnlichen Herausforderungen meistern. Dem absoluten Schutz aller und insbesondere bestimmter Risikogruppen muss dabei selbstverständlich Rechnung getragen werden.
 
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