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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 59

25. Juni 2020 – Frage von M. Balter an Herrn Minister Antoniadis zur Altersstruktur und den Vorerkrankungen der 49 Covid-19-Toten in der DG

Welches Alter hatten die 22 Personen, die in einem Krankenhaus und die 27 Personen, welche in einem WPZS der DG am oder mit dem Covid-19 Virus verstorben sind?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Frage von Michael Balter (Vivant), vom 18. Mai 2020:

Besorgte Bürger lassen uns bisweilen dringende Fragen zukommen, die sie bewegen und die - wie wir nach eingehender Prüfung finden - nicht unbeantwortet bleiben sollten. So hat uns zuletzt die dringende Bitte erreicht, man möge doch auch in der DG genauere Untersuchungen über die Todesursache und das Alter der 22 Covid-19-Toten, welche in einem Krankenhaus der DG verstarben, durchführen. Der Autor der Bitte war erstaunt, dass das Ministerium hierzu weder Zahlen angefragt hatte, noch gedenke, dies zu tun. Dabei sei es sicherlich keine große Arbeit, so in der betreffenden Mail, die uns erreicht hat:
Es genüge gerade mal, die betreffenden 22 Dossiers zur Hand zu nehmen - also ein knappes Dutzend pro Krankenhaus der DG - St. Vith und Eupen - und zu notieren, wie alt der Patient war, welche Vorerkrankungen er hatte, und ob er aus einem Altersheim überwiesen wurde.
Solche Fragen besorgter Bürger können wir von der Vivant-Fraktion nur unterstützen, denn wenn den Bürgern so viel an Einschränkungen abverlangt wird, sollte auch detailliert Auskunft über die Hintergründe und Sachverhalte gegeben werden. Darüber hinaus sollte gerade der Ministerpräsident genauestens Bescheid wissen und Auskunft geben können, zumal er in Brüssel bei allen Verhandlungen mit am Tisch sitzt. Diese Informationen sind aber auch für uns Parlamentarier von entscheidender Bedeutung, um unsere Kontrollfunktionen über die Regierungspolitik wahrnehmen zu können. Dabei spielt es nur eine unwesentliche Rolle, ob nun die Entscheidungen in Brüssel oder Eupen getroffen wurden und werden.
Fundierte Ergebnisse liegen teilweise schon aus anderen Ländern vor, so zum Beispiel auch von der Uni-Klinik Hamburg, wo Obduktionen für 100 Todesfälle durchgeführt worden sind. Hierbei zeigte sich, dass das Durchschnittsalter bei über 80 Jahren lag, und ausnahmslos alle obduzierten Personen eine oder sogar mehrere Vorerkrankungen hatten. Mehrere Berichte hierzu findet man beim NDR, dem WDR und SZ. Diese Sender beziehen sich auf Beispiele aus Deutschland und der Schweiz.
Die Ergebnisse aus der Schweiz sind sehr aufschlussreich und besagen, dass alle Obduzierten Bluthochdruck hatten. Ein Großteil der Patienten, so Alexander Zankow, Leiter des Fachbereichs der Autopsie am Unispital in Basel, sei zudem deutlich übergewichtig gewesen, mit einem Body-Mass-Index von über 30, zum Teil auch bis 60. Ein Drittel der Patienten habe an Diabetes gelitten.
70 Prozent seien mit vorgeschädigten Herzkranzgefäßen belastet gewesen, sagt Zankow. Neu hierbei sind die Erkenntnisse über die Verursachung schwerer Gefäßentzündungen verschiedener Organe und der Lungenalveolen, welche die Mikrozirkulation massiv stören, so dass auch eine Beatmung nichts mehr bringe, berichtet der Pathologe. In Deutschland sterben aktuell 30 Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten, wie das Deutsche Register der Intensivmediziner auf seiner Webseite mitteilt.
Auf jeden Fall sind wir von der Vivant-Fraktion bestrebt, so viele Analysen und Informationen wie ethisch vertretbar und möglich, über die Todesursachen und das Alter zu erhalten. Zumindest das Alter und die zusätzlich registrierten Erkrankungen der Patienten sind ja aus den Krankenhausakten sehr leicht zu ermitteln, wie auch die Frage, ob sie aus einem Altersheim eingewiesen wurden.
Noch aussagekräftiger sind jedoch Obduktionen, welche Klarheit über die wahre(n) Todesursache(n) eines Menschen geben. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation sind sie sicher ein wesentlicher Baustein zum Verstehen der Krankheit und zum Festlegen angemessener Maßnahmen.
 
Hierzu lauten meine Fragen an Sie:
1. Welches Alter hatten die 22 Personen, die in einem Krankenhaus und die 27 Personen, welche in einem WPZS der DG am oder mit dem Covid-19 Virus verstorben sind?
2. Welche Vorerkrankungen wiesen diese 49 Verstorbenen auf?
3. Wie viele der 22 in einem Krankenhaus der DG verstorbenen wurden aus einem WPZS ins Krankenhaus eingeliefert?
4. Wie viele der 27 in einem WPZS verstorbenen Personen wurden positiv auf den Coronavirus getestet?
5. Wie viele Bewohner der WPZS sind in dem Zeitraum, in dem die Covid-19-Toten gezählt werden, insgesamt gestorben?
6. Wurden in Belgien bereits Obduktionen an so genannten Covid-19-Toten vorgenommen? Wenn ja, welche Resultate ergaben diese Untersuchungen? Wenn nein, warum nicht?
7. Haben Sie sich dafür eingesetzt, dass Obduktionen an den in der DG mit oder am Coronavirus Verstorbenen durchgeführt werden?

Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:
 
Siehe Anlage
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