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Fragen und Antworten

Dringende mündliche Fragen Nr. 264

30. Juni 2020 – Fragen von G. Freches an Ministerin Weykmans zum Tourismus in Ostbelgien – Ausblick für die anstehende Sommersaison

Wie bewertet die TAO die aktuelle Situation mit dem Ausblick hin zu den anstehenden Sommermonaten?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Frage von Gregor Freches (PFF):
 
Die Bereiche Horeca und Tourismus haben in der Corona-Krise mit am meisten gelitten. Daher begrüssen wir die zusätzliche finanzielle Unterstützung dieses Sektors durch die DG aufs Äusserste.
In der Inlandspresse – im  LeSoir - war nun am 16. Juni zu lesen, dass der Tourismussektor auf einen außergewöhnlichen Sommer setzt. Nach dem holprigen Start in die Tourismussaison blickt sowohl der wallonische als auch der Brüsseler Tourismussektor optimistisch in die Zukunft und auf die anstehenden Sommermonate. Man erhofft sich, dass aufgrund der aktuellen Gegebenheiten viele Belgier, aber auch so manche europäische Touristen, hier Urlaub machen werden.
Ihre wallonische Kollegin Frau Ministerin Valérie de Bue hat in diesem Zusammenhang noch einmal deutlich die Grenzöffnung als wichtigen Faktor zur Unterstützung des Tourismus genannt. Betrachtet man die Zahlen, die aus der Wallonie gemeldet werden, etwas genauer, so erkennt man, dass alleine dort 40% der Touristen aus dem Ausland stammen. Jedoch geht man, laut Ministerin De Bue davon aus, dass in diesem Sommer die Touristen ein eher vorsichtiges Verhalten an den Tag legen und sich innerhalb eines Radius von maximal 300km aufhalten werden.
 
Meine Fragen nun hierzu, werte Frau Ministerin:
- Wie bewertet die TAO die aktuelle Situation mit dem Ausblick hin zu den anstehenden Sommermonaten?
- Werden die lokalen Destinationen besonders beworben, damit der Urlauber auf unsere Region noch aufmerksamer gemacht wird?
- Bestehen Kooperationen mit den inländischen Tourismushäusern, um den Tourismus in Ostbelgien in diesem Sommer verstärkt anzukurbeln?
 
Antwort von Isabelle Weykmans (PFF), Ministerin für Kultur, Beschäftigung, Wirtschaftsförderung und ländliche Entwicklung:
 
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
 
eine Umfrage an den Sektor im April 2020 hatte ergeben, dass die Buchungen schlechter ausfallen. Diese Umfrage wurde jedoch während dem Lockdown durchgeführt, um hauptsächlich die wirtschaftlich prekäre Situation der Betriebe zu ermitteln. Zur Erkennung des Buchungsverhaltens in den Sommermonaten kam diese Umfrage zu früh. Zwischenzeitlich konnte der HORECA Sektor am 8. Juni wieder starten und die Grenzen wurden am 14. Juni geöffnet. Diese Lockerungen haben schließlich auch die Touristen dazu bewegt, ihren Urlaub in Ostbelgien zu buchen. Punktuelle Rückmeldungen unterschiedlicher Unterkunftsbetreiber (vor allem im FeWo und Hotelbereich) melden heute, dass der Sommer im Jahr 2020 besser ausfallen wird als in 2019. Das wird nicht nur durch die fast 100%tige Auslastung an den Wochenenden, sondern auch durch verstärkte Zimmerreservierungen innerhalb der Woche deutlich.
Die Tourismusagentur Ostbelgien hat ihre Marketingstrategie auf den belgischen Markt als größte Zielgruppe und auf das digitale Marketing ausgerichtet. Momentan liegt die Herausforderung allerdings nicht im Außenmarketing, sondern vielmehr im Empfang und in der Information der Gäste. Die erhöhte Nachfrage nach touristischen Informationen ist auffallend und messbar:
Die genaue Verfolgung der Zugriffe auf die Webseite ostbelgien.eu zeigt eine während des Lockdowns schwächere Nutzung als im Vorjahr. Ab Juni 2020 ist allerdings ein starker Aufschwung zu verzeichnen. Die Anzahl Nutzer konnte um 10% im Vergleich zum bereits ausgezeichneten Wert des gleichen Vorjahreszeitraums gesteigert werden.
 
Bei den online Kampagnen auf Facebook und Google Adwords wurde eine Steigerung von 71,46% im Vergleich zu 2019 erzielt.
Der Postversand von kostenlosen Broschüren liegt im Vergleich zum Vorjahr und auf Grundlage der entsprechenden Nachfrage momentan mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr.
Die Bewerbung der Destination Ostbelgien in den nationalen Medien hat sich beinahe schon als Selbstläufer entwickelt, indem Ostbelgien – vor allem das Hohe Venn – in den Presseberichten sehr oft als touristischer Gegenpol zur belgischen Küste genannt wird.
Neben den Maßnahmen im Bereich des Außenmarketings gibt es ebenfalls eine Initiative im Innenmarketing, in der das touristische Angebot auch den Daheimgebliebenen nähergebracht werden soll. Diese Informationskampagne verfolgt den doppelten Zweck, zum einen dem Horeca eine kaufkräftige Kundschaft aus Ostbelgien zu schicken und zum anderen Botschafter für die eigene Ferienregion zu gewinnen. Je nach Erfolg der Kampagne kann diese im Herbst oder im Jahr 2021 wiederholt werden.
Bezüglich der Zusammenarbeit mit inländischen Tourismushäusern ist zu erwähnen, dass Ministerin De Bue eine Werbekampagne über Wallonie Belgique Tourisme angeordnet hat, die von den Häusern für Tourismus angewandt bzw. verbreitet werden soll. Die Werbekampagne basiert hauptsächlich auf einem Werbespot, der auch vom Haus für Tourismus Hohes Venn – Ostbelgien mit Sitz in Malmedy geteilt wurde.
Der Spot ist der Anfang einer umfassenderen Kommunikationskampagne visitwallonia.be, der von den Häusern für Tourismus auf ihren Werbeträgern übernommen werden soll. Hierbei ist zu erwähnen, dass die Direktorin der TAO stimmberechtigtes Mitglied im Verwaltungsrat der ASBL Wallonie Belgique Tourisme ist.
 
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