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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 317

10. September 2020 – Frage von C. Kraft an Minister MOLLERS zur digitalen Ausrüstung in der Schule

­Inwiefern haben die Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, eine Unterstützung für die Anschaffung von digitaler Hardware zu beantragen?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 
 
Frage von Colin Kraft (CSP):
 
Die digitale Ausstattung der Schülerinnen und Schülern, der Schule selbst aber auch der Lehrer ist durch die Pandemie wichtiger denn je. 
 
Daher meine Fragen:
- Inwiefern haben die Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, eine Unterstützung für die Anschaffung von digitaler Hardware zu beantragen? 
- Wie gedenkt die Regierung mit der mangelhaften Internetverbindung im ländlichen Raum für Schulen, Lehrpersonal und Lehrer umzugehen?
- Wie wird die Regierung in Zukunft mit den Herausforderungen umgehen, die Lehrer stärker im Bereich „Digitaler Unterricht“ inhaltlich weiterbilden zu müssen? 
 
Antwort von Harald Mollers (ProDG), Minister für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:
 
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
Kolleginnen und Kollegen,
 
die Anschaffung von digitaler Hardware für Lehrpersonen wird durch die Zurverfügungstellung von Mitteln für die Erteilung von Zuschüssen beim Ankauf von EDV-Material gewährleistet. 
Zuschüsse von 60 % des Anschaffungswerts werden den Schulträgern gewährt. 
Die bezuschussbare Ausstattung wird auf Materialien begrenzt, die dazu dienen, Informations- und Medienkompetenzen zu vermitteln. 
Des Weiteren muss diese Ausstattung dem vorgegebenen Mindeststandard entsprechen. 
Für die Lehrpersonen beinhaltet dies neben PCs und Laptops gegebenenfalls auch Tablets.
Die Zuschussanträge werden durch die Schulträger eingereicht. 
Jeder Zuschussantrag wird im Vorfeld auf pädagogischer und technischer Ebene begutachtet, ehe der Entscheid auf Genehmigung getroffen wird und dies unter Berücksichtigung der vorhandenen finanziellen Mittel. 
Berücksichtigung findet hier das Gesetz vom 17. Juni 2016 über die öffentlichen Aufträge.
Die Gemeinde Kelmis hat beispielweise im Jahr 2019 Jahr 64 Laptops für das Lehrpersonal der Gemeindeschulen dank unserer finanziellen Unterstützung erworben. 
Somit haben Lehrpersonen immer die Möglichkeit, über ihre jeweiligen Träger Soft- und Hardware zur Verfügung gestellt zu bekommen.
Die Zurverfügungstellung der technischen Infrastruktur für die Nutzung einer Internetverbindung mit ausreichender Bandbreite liegt in der alleinigen Verantwortung der Internetanbieter. 
Auch wenn wir bemüht sind, die Internetverbindungen, insbesondere in der Eifel, zu optimieren, so haben wir, wenn überhaupt, nur einen sehr begrenzten Einfluss auf die Planungen und Entscheidungen der Telekomanbieter. 
Viele Akteure des öffentlichen Dienstes, sowohl auf Gemeinschaftsebene als auch auf föderaler Ebene, sind in stetigem Kontakt mit den verschiedenen Anbietern, um hauptsächlich die Situation der mit einer mangelhaften technischen Infrastruktur ausgerüsteten Gebiete zu fördern.
Die Unterstützung der Pädagogen ist für mich von wesentlicher Bedeutung. 
Das Weiterbildungsprogramm der Hochschule beinhaltet daher zahlreiche Angebote zur Förderung der Digitalisierung und der Medienkompetenz bei Lehrern und Schülern. 
Wir unterstützen auch Personalmitglieder vor Ort wie Lehrpersonen oder Schulleiter, damit jeder Schüler sich Kompetenzen im IKT-Bereich aneignen kann. 
So hat Anfang März 2020 die Arbeitsgruppe „Fachberatung Medien“ an der Autonomen Hochschule ihre Arbeit aufgenommen. 
Die Fachberatung besteht aus dem jeweiligen Fachdozenten der Hochschule und Lehrern. 
Sie erarbeitet Weiterbildungs- und Unterstützungsangebote und steht den Schulen auf Nachfrage auch für Einzelberatungen zur Verfügung.
In den vergangenen Monaten hat die Fachberatung Medien intensiv an der Erstellung einer Internetseite gearbeitet. 
Auf dieser Seite werden beispielsweise Tipps und Tricks, Internettools und Apps für alle Unterrichtsstufen vom Kindergarten bis zur Sekundarschule zur Verfügung gestellt. 
Zusätzlich werden hier auch Unterrichtsideen und Unterrichtsvorbereitungen rund um den Einsatz der digitalen Medien im Unterricht veröffentlicht. 
Darüber hinaus existiert seit Jahren eine Arbeitsgruppe Medien unter der Leitung der Fachdozentin der AHS, die regelmäßig einmal im Monat zusammenkommt, um an konkreten Medienprojekten zu arbeiten. 
Das Weiterbildungsangebot im Bereich des „Digitalen Unterrichts“ an der Autonomen Hochschule soll in Zukunft aber noch weiter ausgebaut und intensiviert werden.
Des Weiteren hat sich seit Beginn des Schuljahres eine Arbeitsgruppe gebildet, die aus Vertretern des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft, des Fachbereichs Pädagogik, der AHS, der Schulmediotheken und des Medienzentrums zusammensetzt. 
Ziel der Arbeitsgruppe ist die Überarbeitung und Anpassung des rahmenplanorientierten Leitfadens zur Entwicklung von Informations- und Medienkompetenz bei Primar- und Sekundarschülern in der Deutschsprachigen Gemeinschaft vor dem Hintergrund der neuen Herausforderungen in Zeiten der Pandemie. 
Bei der Überarbeitung spielt die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen eine besondere Rolle, soll aber in den größeren Medienkompetenzkontext gesetzt werden. 
Bestehende Angebote des Euregionalen Medienzentrums in Aachen oder des Medienzentrums in Eupen sollen hier verstärkt berücksichtigt oder weiter ausgebaut werden. 
Die Vernetzung dieser Partner und die Schaffung von Synergien sind in diesem Prozess sehr wichtig, da die Weiterbildungsangebote im Bereich des digitalen Unterrichts besser genutzt und ausgelastet werden können.
Die Förderung der Digitalisierung in der Bildung wird sicherlich auch im Rahmen der Entwicklung einer Gesamtvision eine Rolle spielen.
Abschließend weise ich darauf hin, dass Ende des Jahres eine Weiterbildung für das überarbeitete multimediale Geschichtsbuch der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (mBook) erstmals in digitaler Form angeboten wird. 
Hierbei erhalten die Lehrpersonen zum einen eine fachliche Weiterbildung, die natürlich an das digitale Medium mBook geknüpft ist, zum anderen lernen sie auch neue Möglichkeiten des digitalen Unterrichts kennen.
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
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