Druck Kopfbild

Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 319

10. September 2020 – Frage von C. Kraft an Minister MOLLERS zur Gesamtvision im Unterrichtswesen

­Hat sich der Zeitplan für die Umsetzung der Gesamtvision seit der Pandemie geändert?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 
 
Frage von Colin Kraft (CSP):
 
Im vergangenen Jahr wurde die Gesamtvision im Unterrichtswesen ausgerufen. Zahlreiche Menschen der Deutschsprachigen Gemeinschaft haben an der umfangreichen und medienwirksamen Umfrage teilgenommen. Die Umsetzung der Gesamtvision soll einem von der Regierung festgelegten Zeitplan folgen. 
 
Daher meine Fragen:
- Hat sich der Zeitplan für die Umsetzung der Gesamtvision seit der Pandemie geändert?
- Wann sind die nächsten Zwischenergebnisse für die Gesamtvision zu erwarten? 
- Welchen Einfluss wird die Pandemie auf die künftigen inhaltlichen Vorhaben der Gesamtvision haben? 
 
Antwort von Harald Mollers (ProDG), Minister für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:
 
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
Kolleginnen und Kollegen,
 
wie geplant wurde im März dieses Jahres der Ergebnisbericht der ersten Etappe der Diagnosephase durch das beauftragte externe Beratungsunternehmen VDI Technologiezentrum vorgelegt und veröffentlicht. 
Eine bildungswissenschaftliche Analyse soll das im Rahmen der Online-Umfrage und der Diskussionsforen erhobene Meinungsbild um evidenzbasierte Erkenntnisse ergänzen, weshalb die Diagnosephase bis Ende 2021 verlängert wurde. 
Die zeitliche Ausdehnung der Diagnosephase steht somit nicht in Zusammenhang mit der COVID-Pandemie, sondern hat einen sachlichen und inhaltlichen Hintergrund. 
Anhand von objektiven Indikatoren und im Vergleich zu anderen Bildungssystemen wird in den kommenden zwölf Monaten die Wirksamkeit des ostbelgischen Bildungssystems analysiert. 
Wir erhoffen uns von der Analyse weitere evidenzbasierte Erkenntnisse, die uns bei der Entwicklung der Gesamtvision helfen. 
Für die Durchführung dieser Studie haben wir, nach langwierigen Verhandlungen, das Bildungsdirektorat der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, als Kooperationspartner gewinnen können. 
Die Zusammenarbeit wird voraussichtlich im Oktober beginnen.
Die konkrete Ausformung der Zusammenarbeit mit der OECD befindet sich noch in der Abstimmung. 
Die Bildungsakteure werden in die Analyse eingebunden. 
Zwischenergebnisse werden voraussichtlich im Februar oder März 2021 vorgelegt werden können. 
Die Ergebnisse der umfassenden Diagnosephase sollen im Herbst 2021 im Dialog mit allen Bildungsakteuren diskutiert werden. 
Bis Ende 2022 wird dann, wie ursprünglich vorgesehen, der Umsetzungsplan erarbeitet, der die Perspektiven für die Bildungsregion Ostbelgien über das Jahr 2030 hinaus aufzeigen wird. 
Ab 2023 startet dann die planmäßige Umsetzung der Gesamtvision.
 
Die COVID-Pandemie hat auf das Bildungswesen unserer Gemeinschaft erhebliche Auswirkungen gehabt. 
Dies wird sich sicherlich in der Entwicklung der Gesamtvision widerspiegeln. 
Die Bildungsakteure werden weiterhin die Gelegenheit erhalten, sich in den Entwicklungsprozess einzubringen, so dass ihre Erfahrungen der letzten Monate in die inhaltliche Ausrichtung der Gesamtvision einfließen werden. 
Beispielsweise hat die Digitalisierung des Unterrichts sowie der Einsatz und der Umgang mit digitalen Medien, bedingt durch die vorübergehenden Schulschließungen, erheblich an Gewicht gewonnen. 
Die Einführung des Fernunterrichts hat gezeigt, wie existenziell es ist, den Einsatz von und den Umgang mit digitalen Medien in der Schule und in der Ausbildung zu fördern.
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
Zurück Drucken Teilen