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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 321

10. September 2020 – Frage von A. Mertes an Minister MOLLERS zur schleppenden Auswertung der Teilnehmerstatistiken der Erwachsenenbildungsorganisationen

­Aus welchem Grund wird diese Auswertung nicht vom zuständigen Ministerium durchgeführt?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 
 
Frage von Alain Mertes (Vivant):
 
Bei der Anhörung der Ländlichen Gilde während der Ausschusssitzung vom 3. September kam die Auswertung der Teilnehmerstatistiken der Erwachsenenbildung zur Sprache.
In der Sitzung befragte ich den Vertreter der ländlichen Gilden nach den Teilnehmerzahmen von 2019. Dieser konnte mir jedoch keine Zahlen nennen. Er begründete dies mit der Aussage, dass seine Organisation keine Rückmeldung vom Ministerium erhalte, obwohl man viele Informationen an das Ministerium sende. 
Es sei nämlich so, dass das Ministerium der DG von allen zwölf Organisationen im Bereich der Erwachsenenbildung ausführliche Informationen zu allen Teilnehmern verlange. Dies sei mit viel Aufwand verbunden und es war heraus zu hören, dass seitens der Organisationen ein großes Interesse an der Auswertung und den damit einhergehenden Statistiken bestehe? Laut seinen Aussagen würden von Seiten des Ministeriums technische Probleme ins Feld geführt, weshalb eine Auswertung und ein anschließendes Weiterleiten der Statistiken an die Organisationen nicht stattfände.
Diese Problematik ist nicht neu und war schon in der vergangenen Legislaturperiode Thema in unserem Ausschuss. Damals, so glaube ich mich zu erinnere, haben Sie Herr Minister, von personellen Engpässen gesprochen.
 
Nun hieß es, dass die verschiedenen Institutionen selber für die Auswertungen Sorge tragen müssten. Wenn dies so ist, dann frage ich mich, worin der Mehrwert der Verpflichtung besteht, klar vorgegebene Informationen beim Ministerium einzureichen? 
Auch in der Erwachsenenbildung sollte die Zeit, welche den Organisationen zur Verfügung steht, für die eigentliche Aufgabe genutzt werden können und möglichst wenig Bürokratie verlangt werden. 
 
Hierzu lauten meine Fragen an Sie:
- Aus welchem Grund wird diese Auswertung nicht vom zuständigen Ministerium durchgeführt?
- Sind es nun technische oder personalbezogene Ursachen, die dahinterstecken?
- Wie und wann gedenken Sie dieses Problem zu beheben? 
 
Antwort von Harald Mollers (ProDG), Minister für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:
 
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
Kolleginnen und Kollegen,
 
gemäß Artikel 10.1 Absatz 1 Nummer 2 des Dekrets vom 17. November 2008 zur Förderung der Einrichtungen der Erwachsenenbildung übermitteln die Einrichtungen der Erwachsenenbildung der Regierung eine Übersicht der gemäß Artikel 7 desselben Dekrets durchgeführten Weiterbildungseinheiten (vor 2020 „Weiterbildungsangebotstage“ genannt).
 
Bis 2019 musste eine geförderte Einrichtung der Erwachsenenbildung an einer Mindestanzahl von 104 Tagen pro Jahr Weiterbildungsangebote für die Bürgerinnen und Bürger durchführen und dies regelmäßig sowohl im Norden als auch im Süden des deutschen Sprachgebiets.
 
Seit dem 1. Januar 2020 müssen sie innerhalb von zwei Kalenderjahren mindestens 208 Weiterbildungseinheiten für die Bürgerinnen und Bürger durchführen, wovon sich mindestens 160 Einheiten an Erwachsene richten und mindestens 40 Einheiten im Norden und 40 Einheiten im Süden des deutschen Sprachgebiets stattfinden.
 
Die Übermittlung der Übersicht, die die Überprüfung der Einhaltung dieser Bedingungen ermöglicht, erfolgt in Form von Teilnahmestatistiken und wurde bis 2019 zweimal jährlich eingereicht. 
Seit dem 1. Januar.2020 müssen diese Teilnahmestatistiken nur noch einmal pro Jahr eingehen, und zwar bis spätestens zum 10. April eines jeden Jahres für das vorangegangene Jahr.
 
Die Belege müssen nicht mit eingereicht werden, da wir den Einrichtungen zunächst vertrauen. 
Gegebenenfalls werden die Belege bei einer Vorortkontrolle angefragt.
 
Die Teilnahmestatistiken werden in eine vorgegebene Exceldatei eingetragen, die dank eines eingebauten Makros die automatische Anrechnung der Weiterbildungseinheiten wiedergibt. 
Die Einrichtungen können sich nach jeder vollständigen Eintragung die angerechneten Weiterbildungsangebotstage aufzeigen lassen, noch ehe sie die Teilnahmestatistiken an das Ministerium übermitteln.
 
So ergibt zum Beispiel die durch die ländlichen Gilden eingereichte Teilnahmestatistik für das Jahr 2018 121 angerechnete Weiterbildungsangebotstage mit 53 Angeboten im Norden, 58 im Süden sowie 26 außerhalb der Deutschsprachigen Gemeinschaft. 
Für das Jahr 2019 sind es 135 angerechnete Weiterbildungsangebotstage mit 38 Angeboten im Norden, 88 im Süden sowie 25 außerhalb der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
 
Die bei Einführung der Exceldatei parallel angedachte Bedarfs- und Trendanalyse hat sich als nicht zielführend erwiesen. 
An reellen Beispielen haben sich in unserer schnelllebenden Gesellschaft Bedarfe von vor sechs Monaten als längst überholt aufgezeigt, sodass wir diese Analysen schlussendlich nicht vornehmen.
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
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