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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 73

22. September 2020 – Frage von D. Stiel an Herrn Minister Antoniadis zur Video-Reihe „So lebt Ostbelgien mit dem Corona-Virus“

Weshalb wurde der Aspekt der gesundheitsfördernden Präventionspolitik in dieser Video-Reihe völlig außen vor gelassen?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Diana Stiel (Vivant), vom 18. August 2020:

Seit mehreren Monaten hält das Coronavirus die Welt in Atem und hinterlässt seine Spuren. Auch in Ostbelgien stellt man sich den Herausforderungen der Pandemie und deren Folgen, die uns wohl noch sehr lange begleiten werden. 
Aus diesem Anlass hat das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine Video-Reihe herausgebracht, in der Ostbelgier ihre Erfahrungen und Erlebnisse der letzten Monate schildern. 
Die Schicksale der Menschen sind mit Sicherheit berührend und wir haben davor vollsten Respekt. 
Dennoch fällt uns auf, dass der Fokus in dieser Video-Serie eher auf Panik und Angst ausgerichtet ist. 
Es wäre unserer Meinung nach wesentlich konstruktiver und verantwortungsbewusster gewesen, einer derart kostenintensiven Marketingaktion eine optimistisch versierte Note zu verleihen, anstatt durch unterschwellige Botschaften noch mehr Angst und Panik in der Bevölkerung zu schüren. 
Das Virus ist da, das lässt sich kaum leugnen. Wir haben jedoch die Wahl, wie wir damit umgehen. Es besteht immer die Möglichkeit, die Abwehrkräfte des Körpers mit vorbeugenden Maßnahmen wie beispielsweise einer ausgewogenen und vitalstoffreichen Ernährung, Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Entspannung zu stärken. Zudem spielt die psychische Komponente eine enorm große Rolle, und Angst ist da sicherlich kein guter Partner. All diese genannten Aspekte vermissen wir in der besagten Video-Reihe. 
Seit vielen Jahren fordert die Vivant-Fraktion im Parlament eine gesundheitsfördernde Präventionspolitik, anstelle von Reaktionen, wenn das Kind schon lange in den Brunnen gefallen ist. Wir fordern ebenfalls, dass jeder Einzelne auch ein Stück weit Eigenverantwortung für sein Wohlbefinden übernimmt und sein Bewusstsein für die eigene Gesundheit fördert. 

In diesem Zusammenhang haben wir folgende Fragen: 
1. Weshalb wurde der Aspekt der gesundheitsfördernden Präventionspolitik in dieser Video-Reihe völlig außen vor gelassen? 
2. Warum liegt in diesen Videos der Fokus auf Angst schürende Botschaften anstatt auf Optimismus und mehr Besinnung? 
3. Wer wurde mit der Produktion der Videos beauftragt und wie hoch belaufen sich die Kosten dieser Filme? 

Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:

Die Kampagne „So lebt Ostbelgien mit dem Corona-Virus“ war aufgrund des erneuten Anstiegs der Infektionszahlen darauf ausgelegt, das Bewusstsein der Bevölkerung dafür zu schärfen, dass die Corona-Pandemie noch nicht vorbei ist und die Regeln und Maßnahmen zur Eindämmung des Virus weiterhin befolgt werden sollten. Die Video-Reihe sollte subtil mit verschiedenen kursierenden Mythen brechen, und vermitteln, dass das Virus gefährlicher als eine „normale“ Grippe ist, das Virus eine größere Verbreitungsgeschwindigkeit hat als ein „normales“ Grippevirus, das Virus mehrere Organe angreift, aber vor allem die Lunge und, dass der Krankheitsverlauf heftiger ist als der einer „normalen“ Grippe. Im Sinne der freien Meinungsäußerung haben die interviewten Personen ihre Erfahrungen im beruflichen und privaten Umfeld vermittelt. Als Akteure in den Videos wurden insbesondere medizinisches Fachpersonal angesprochen, das ganz nah am Patienten dran war und ist sowie Personen, die das Virus gehabt und überlebt haben bzw. Angehörige von durch Covid-19 Verstorbene. 
In einer ersten Phase ging es darum, auf die akute Krisensituation zu reagieren. Ein Einwirken auf die gesundheitsfördernde Präventionspolitik benötigt eine langfristige Planung. Die Deutschsprachige Gemeinschaft steht aktuell mit dem Patienten Rat & Treff sowie hiesigen Hausärzten in Kontakt, um eine Kampagne zur Stärkung des Immunsystems aufzusetzen. Diese Kampagne findet parallel zum allgemeinen Auftrag des PRT in der Stärkung der Gesundheit durch Präventionsarbeit statt. 
Es wurde auf keinen Fall Angst und Panik verbreitet. Vielmehr sollte einem Leugnen und Herunterspielen der Gefahr – beides Haltungen, die in Ostbelgien von interessierter Seite propagiert werden - entgegengewirkt werden. Die grundlegende Botschaft für alle Filme war die folgende: 
„Tragen Sie auch weiterhin dazu bei, dass die Zahlen niedrig bleiben, denn das Virus ist weiterhin gefährlich, und vor allem gefährlicher als eine normale Grippe. 
Befolgen Sie auch weiterhin die Regeln und Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. 
Nur gemeinsam können wir das Virus eindämmen.“ 
Die Kosten der Serie beliefen sich auf 5.878,86 € inklusive MWSt. Die Produktion wurde im Auftrag des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft von der Paperplane Productions PGmbH umgesetzt.

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