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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 371

8. Oktober 2020 – Frage von Colin Kraft an Minister MOLLERS zu Erste-Hilfe-Kursen in den Schulen der DG

Welche Möglichkeiten haben die Schülerinnen und Schüler der DG im Rahmen ihrer schulischen Ausbildung einen kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs zu belegen?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 
 
Frage von Colin Kraft (CSP):
 
Vergangenen Monat wurde der zweite Spieltag in den Lütticher Tischtennisprovinzklassen von einem tragischen Todesfall überschattet. Laut dem Grenzecho handelte es sich um einen 73-jährigen Spieler, der einer Herzattacke erlag. 
Ein 21-jähriger Ostbelgier war mit seiner Mannschaft vor Ort und leistete Erste Hilfe. Gegenüber dem Grenzecho äußerte sich der junge Mann wiefolgt: „Ich habe 2017 schon mal einen Tischtennisspieler in Ninane gerettet. Wenn man den Erste-Hilfe-Kurs macht, denkt man, dass man das Wissen höchstens einmal in seinem Leben gebrauchen wird. In vier Jahren habe ich es beim Tischtennis schon zweimal gebraucht.“ 
 
Hierzu meine Fragen:
 
- Welche Möglichkeiten haben die Schülerinnen und Schüler der DG im Rahmen ihrer schulischen Ausbildung einen kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs zu belegen?
- In welchem Rahmen muss das Lehrpersonal der DG eine Erste-Hilfe-Ausbildung durchlaufen?
- Wie steht die Regierung zu einem obligatorischen Erste-Hilfe-Kurs im Rahmen der schulischen Ausbildung?  
 
Antwort von Harald Mollers (ProDG), Minister für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:
 
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
Kolleginnen und Kollegen,
 
jede Schule hat bereits die Möglichkeit, Erste-Hilfe-Kurse anzubieten 
So ist dem Dekret vom 18. Mai 2015 zur Einführung eines Unterrichtsangebots zum theoretischen Fahrschulunterricht zu entnehmen, dass für Schüler, die mindestens das 17. Lebensjahr vollendet haben, ein Erste-Hilfe-Kurs organisiert und bezuschusst werden kann, der den Schüler auf das korrekte Verhalten an einem Unfallort vorbereitet.
Des Weiteren bietet das Belgische Rote Kreuz ebenfalls den Kurs „Benjaminhelfer“ an. 
Dieser wird vom Jugendrotkreuz in den Grundschulen erteilt. 
Auch organisiert das Rote Kreuz auf Anfrage spezielle Kurse für Schulen.
 
Ob diese Angebote wahrgenommen werden, liegt bisher in der pädagogischen Freiheit der jeweiligen Schulen – genauso wie die sonstige Organisation von Erste-Hilfe-Kursen im schulischen Kontext. 
Bisher bieten Schulen solche Kurse also eigenverantwortlich an, sei es beispielsweise bei Projekttagen oder eingebettet in Unterrichte.
Ich bin aber der Meinung, dass Erste-Hilfe-Kurse in unseren Schulen verpflichtend durchgeführt werden sollten.
Deshalb habe ich das Rote Kreuz am 13. Juli 2020 in einem persönlichen Gespräch gebeten, dazu ein Konzept zu erarbeiten.
 
Unabhängig davon können Lehrer an Erste-Hilfe-Kursen teilnehmen, sei es über den Weiterbildungskatalog der AHS oder über die Weiterbildungsakademie des ZAWM. So werden am ZAWM Erste-Hilfe-Grundkurse, Auffrischungskurse für Ersthelfer und andere Ersteinsatzhelfer-Kurse angeboten. 
An der AHS können Lehrer und Schulleiter jedes Jahr einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen.
 
Da jeder Arbeitgeber für die Sicherheit des Personals am Arbeitsplatz verantwortlich ist, liegt es in der Verantwortung der Schulträger und Schulleiter, vereinzelte oder mehrere Personalmitglieder in erster Hilfe ausbilden zu lassen. 
Im GUW werden beispielsweise über Securex bei Bedarf Erste-Hilfe-Weiterbildungen über Präventionseinheiten zur Verfügung gestellt.
 
Im schulischen Umfeld sind ebenfalls Gefahrenverhütungsberater tätig, die unter anderem in den Sekundarschulen angesiedelt sind. 
Ihre Rolle ist es, die Sicherheit am Arbeitsplatz zu unterstützen und zu gewährleisten sowie Risiken zu beurteilen. 
Sie können auch im Bereich der Ersten Hilfe in Schulen unterstützend wirken.
 
Abhängig von der vorab erstellten Risikoanalyse, die in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmediziner erstellt wird, muss in jedem Betrieb die Erste Hilfe organisiert werden. 
Geht aus der Risikoanalyse hervor, dass kein Ersthelfer notwendig ist, muss keiner vorgesehen werden. 
Dies ist u.a. abhängig vom Risiko im Betrieb sowie der Anzahl Mitarbeiter/Personen. Das gleiche gilt für Schulen. 
In den GUW-Schulen sind beispielsweise mehrere Personen als Ersthelfer aufgrund der Anzahl Schüler ausgebildet worden. 
Die Faustregel sagt, dass pro 50 Personen mindestens eine Person als Ersthelfer ausgebildet werden soll.
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
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