Druck Kopfbild

Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 451

2. Dezember 2020 – Frage von I. Voss-Werding an Minister Antoniadis zum Einfluss der Corona-Pandemie auf die Wartelisten der WPZS

Welche Auswirkungen hatte und hat die Pandemie, von März bis jetzt, auf die Wartelisten der WPZS in der DG?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Inga Voss-Werding (Ecolo):

Seit Mitte März sind die Wohn- und Pflegezentren der DG durch die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen mehr oder weniger stark betroffen. 
Das Leben und das Überleben sind hier sicherlich in diesem Jahr verbunden mit großen zusätzlichen Herausforderungen. Die Mitarbeiter auf allen Ebenen der WPZS leisten Großartiges. Wir sollten dringend darüber reden, wie wir deren Arbeitsalltag ernsthaft erleichtern und damit maßgeblich die Berufsbilder im Pflegesektor aufwerten können - als großen gemeinsamen Schritt.
Die WPZS haben seit März die Isolierstationen für Corona-infizierte Bewohner beibehalten. Außerdem haben mehrere Aufnahmestopps stattgefunden. Da stellen sich uns folgende Fragen, mit denen ich Sie konfrontiere:
- Welche Auswirkungen hatte und hat die Pandemie, von März bis jetzt, auf die Wartelisten der WPZS in der DG?
- Ist hier ein kurzfristiger politischer Kurswechsel nötig zur Unterstützung der Heime?


Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales, Raumordnung und Wohnungswesen:

Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat von Beginn an die Wohn- und Pflegezentren stark begleitet und den Arbeitsalltag des Personals positiv beeinflusst. 
Neben ausreichend Schutzmaterial, Weiterbildung sowie psychologischer Betreuung und Coaching haben wir durch das Beratungsangebot und die Finanzierung der Quarantäneplätze zur Entlastung des Personals beigetragen. 
Neben dieser situativen Unterstützung wurden die Löhne, wie 2019 beschlossen, erhöht. Nun geht es um die Personalnormen und die Arbeitsbedingungen. 

Nun zu Ihren Fragen: 
Zum 30. September 2020 zählten die WPZS insgesamt 41 verfügbare Plätze zuzüglich zu den von der DG zusätzlich finanzierten 34 Quarantäne-Plätzen.  
Aus Rückmeldung der Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben wurde uns mitgeteilt, dass zurzeit 11 Senioren auf einen Einzug warten. 
Es handelt sich größtenteils um Senioren, die aufgrund einer Corona-Infektion aktuell nicht in ein WPZS einziehen dürfen. Außerdem können einige WPZS aufgrund der epidemiologischen Situation in ihrem Haus keine Neueinzüge organisieren.
Sollte sich die Situation normalisieren, dann stehen in etwa 75 Plätze in den WPZS zur Verfügung. 

Darüber hinaus werden 2021 zusätzlich 60 Plätze in Kelmis eröffnet.
Weitere Plätze werden mit dem Neubau in St.Vith eröffnet.
Wichtig ist, dass die alternativen Wohnformen verstärkt in Angriff genommen werden. 
Hier wäre es wichtig, dass die Träger von WPZS neue Projekte starten. 
Die finanziellen Mittel hierfür werden von der Regierung zur Verfügung gestellt.
Darüber hinaus ist es weiterhin wichtig, dass man aus den WPZS keine „kleinen Krankenhäuser“ macht, nur weil es eine Corona-Pandemie gegeben hat. 

Die Förderung eines selbstbestimmten Lebens der Bewohner und ein partizipativer Ansatz im Alltag der WPZS sollten meiner Meinung nach stärker im Vordergrund stehen.

Zurück Drucken Teilen