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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 550

10. Februar 2021 – Frage von I. Voss-Werding an Minister Antoniadis zur Zukunft der Seniorendorfhäusern

Nach welchen Kriterien wird der Standort der Seniorendorfhäuser gewählt?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 
 
Frage von Inga Voss-Werding (Ecolo):
 
Der Tätigkeitsbericht 2019 der WFG besagt auf Seite 48: “Die Konferenz der Bürgermeister hat [...] einen Projektantrag zwecks Teilfinanzierung zur Einrichtung und Inbetriebnahme von zwei Seniorendorfhäusern in der Eifel eingereicht.” Das zu lesen, lässt mich wieder aufhorchen. Vor genau zwei Jahren stellte unsere Kollegin Evelyn Jadin eine mündliche Frage zum Stand der Dinge zur Eröffnung dieses zweiten Seniorendorfhauses in der Eifel. In Ihrer Antwort war damals erneut die Rede davon, dass Vivias sich der Trägerschaft dieses zweiten Seniorendorfhauses annehmen würde und dass bis dato noch kein geeigneter Standpunkt gefunden wurde.
 
Heute gestatte ich mir die Fragen zum Stand der Dinge des sogenannten “Masterplans Eifel” erneut aufzurollen. 
- Nach welchen Kriterien wird der Standort der Seniorendorfhäuser gewählt?
- Ist die Trägerschaft in den Händen von Vivias heute sicher?
- Welche Angebote sollen die beiden Seniorendorfhäuser jeweils in Zukunft anbieten?
 
Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales, Raumordnung und Wohnungswesen:
 
Möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu verweilen, ist nicht nur der Wunsch vieler Menschen, sondern auch das Ziel der Politik in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. 
 
Die Seniorendorfhäuser sollen gefördert werden, denn sie gehören zur Instrumentenpalette, um die Autonomie der Senioren weiterhin zu unterstützen. 
 
Die DG stellt finanzielle Mittel für die Herrichtung der Infrastruktur zur Verfügung. Bekanntermaßen können die Antragsteller mit einem 60%-Zuschuss rechnen.
 
Im vorliegenden Fall können die Eifelgemeinden auch auf Mittel der Provinz zurückgreifen. 
 
Darüber hinaus stellt die DG jährlich eine Finanzierung für den Betrieb der Seniorendorfhäuser zur Verfügung.  
 
VIVIAS soll die Trägerschaft neuer Seniorendorfhäuser übernehmen. Für den Betrieb der Standorte möchte VIVIAS mit der Familienhilfe VoG zusammenarbeiten. Da die Familienhilfe bereits das Seniorendorfhaus in Schönberg betreibt, wird das Angebot der neuen Standorte vergleichbar sein. Die Angebote orientieren sich am Dekret vom 13. Dezember 2018. 
 
Da in den Gemeinden Bütgenbach und St.Vith die zwei WPZS eine Tagesbetreuung anbieten und es zudem ein erstes Seniorendorfhaus in Schönberg gibt, ziehen die Eifelgemeinden eine Ansiedlung weiterer Seniorendorfhäuser in den Gemeinden Amel, Büllingen und Burg-Reuland vor.
 
Auf Basis einer Untersuchung von VIVIAS, welche die Bevölkerungsdichte und die Zufahrtswege analysiert hat, wurden die Ortschaften Amel, Grüfflingen und Mürringen ermittelt. 
 
In Amel ist das Projekt bisher am weitesten vorangeschritten, da man dort auf das Gebäude des ehemaligen Kindergartens zurückgreifen möchte, in dem es relativ wenig infrastruktureller Anpassungen Bedarf. 
 
In Grüfflingen und Mürringen hat man bereits jeweils ein Objekt ins Auge gefasst, jedoch bedarf es in Mürringen größerer baulicher Anpassungen.
Insgesamt wurden die Planungen der Gemeinden und VIVIAS durch die Corona-Krise stark ausgebremst.
 
Zusatzinformationen:
 
Das momentane Angebot im Seniorendorfhaus Schönberg umfasst die gemeinsame Zubereitung des Mittagessens sowie abwechslungsreiche Aktivitäten im Vor- und Nachmittag, die auf die Möglichkeiten und Wünsche der Besucher angepasst werden: Kreative Aktivitäten, Gesellschaftsspiele, Spaziergänge, Backen, etc,…).
 
Laut dem Dekret vom 13. Dezember 2018 über die Angebote für Senioren und Personen mit einem Unterstützungsbedarf sowie über die Palliativpflege Artikel 13, ist Tagesbetreuung ein Gruppenangebot der häuslichen Unterstützung, das tagsüber zugunsten von Senioren mit Unterstützungsbedarf gewährleistet wird. Es beinhaltet folgende Leistungen:
 
1. Psychosoziale Unterstützung;
2. Aktivierung und Unterstützung;
3. Erbringen von Leistungen der Gesundheitsförderung und Vorbeugung von Krankheiten;
4. Mitgestaltung der Freizeit;
5. Anbieten von Gemeinschaftsräumen, Ruheräumen, Sanitäranlagen und Duschräumen;
6. Anbieten von hauswirtschaftlichen Diensten.
 
Die Tagesbetreuung beinhaltet keine Gesundheitsdienstleistungen, die vom Personal der Tagesbetreuung erbracht werden.
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