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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 123

19. Februar 2021 – Frage von Diana Stiel an Herrn Minister Antoniadis zum Aufruf der KPVDB zur Anwerbung von Krankenpflegern im Süden der DG zwecks Covid-Impfungen

Werden die Krankenpfleger auf eventuelle Notfälle vorbereitet?


Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Diana Stiel (Vivant), vom 14. Januar 2021:

Die deutschsprachige Berufsvereinigung für Krankenpflege und Pflegehilfe, die KPVDB, hatte am vergangenen 21. Dezember in einem Facebook Post einen dringenden Aufruf veröffentlicht. Anhand dieses Appells werden im Hinblick auf die Corona-Impfkampagne ab Mitte Januar dringend Krankenpfleger im Süden der DG gesucht.*
Bereits im Jahre 2016 hatte Maggie De Block im Zuge der damaligen Grippewelle die Maßnahme ergriffen, dass Krankenpfleger ohne die Anwesenheit eines Arztes die Grippeimpfung verabreichen dürfen.**
In diesem Zusammenhang verweisen wir auf das belgische Patientenrecht. Es schreibt unter anderem vor, dass der Patient vor Beginn der Therapie vom behandelnden Arzt eindeutig über die Kontraindikationen, Nebenwirkungen, signifikanten Risiken, sowie sämtliche Merkmale der vorgeschlagenen Behandlung, oder wie im vorliegenden Fall, einer Impfung, informiert werden muss.***

Da es sich beim Corona-Impfstoff jedoch um völlig neuartige Impfstoffe handelt, ergeben sich für uns folgende Fragen an Sie:
1. Werden die Krankenpfleger auf eventuelle Notfälle vorbereitet?
2. Durch wen wird das Pflegepersonal angewiesen, bzw. geschult?
3. Wer klärt die Patienten über diese Impfung und deren eventuellen Nebenwirkungen oder Kontraindikationen auf?
Was beinhaltet diese Schulung?
4. Ist es vorgesehen, dass ein Arzt in unmittelbarer Nähe sein wird?
5. Werden in den anderen Landesteilen auch die Pflegekräfte die Impfungen verabreichen?
6. Wie viele Krankenpfleger werden denn gesucht?
7. Weshalb wird nur Personal im Süden angeworben?
8. In diesem Post ist ebenfalls zu lesen, dass "Pensionierte über das Ministerium versichert werden können". Was genau ist hiermit gemeint?

Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:

1. Im Rahmen des Gesundheits- und Krankenpflege-Studiums sind sowohl die Maßnahmen der Ersten Hilfe im Allgemeinen als auch die Maßnahmen bei anaphylaktischen Reaktionen Teil des Unterrichts.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation der Impfungen werden Auffrischungskurse angeboten.
So hat am 4. Februar 2021 ein Auffrischungskurs in Form eines Webinars von 19 - 21 Uhr mit Frau Sandra Klinges, Dozentin des Fachbereichs Gesundheits- und Krankenpflegewissenschaften der Autonomen Hochschule Ostbelgien, in Zusammenarbeit mit dem Deutschsprachigen Krankenpflegeverband (KPVDB), stattgefunden.
Die im Impfzentrum eingesetzten KrankenpflegerInnen werden eine Auffrischung der Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einer Impfreaktion erhalten.
Bei der Verabreichung einer Impfung ist die Anwesenheit eines Arztes nicht mehr erforderlich. Er verordnet lediglich die Impfung, die von einem Krankenpfleger/einer Krankenpflegerin durchgeführt werden kann. In den Impfzentren wird jedoch ein Arzt anwesend sein.

2. Bezogen auf die derzeit im Aufbau befindlichen Impfzentren, wird das eingesetzte Personal durch den verantwortlichen Arzt des Impfzentrums angewiesen.

3. Wie bei allen Impfungen und Medikamenteinnahmen wird die Aufgabe von der Ärzteschaft übernommen. Der Patient kann sich an seinen Haus- oder einen Facharzt seiner Wahl wenden. Da eine medizinische Verordnung benötigt wird, ist der Gang zum Arzt unvermeidbar. Auch am Tag der Impfung werden offene Fragen vom anwesenden Arzt beantwortet.

4. Das ist vom Föderalstaat vorgeschrieben.

5. Die zuständigen Teilstaaten werden die aktuell geltende Gesetzgebung berücksichtigen müssen.

6. Der Personalbedarf wird zum Zeitpunkt der Beantwortung dieser Frage noch ermittelt. Der Personaleinsatz ist abhängig von den Impfstofflieferungen und der jeweiligen Impfphase.

7. Der Aufruf muss in Zusammenhang mit der Situation von Ende Dezember gesehen werden. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich für die Impfungen in den Wohn- und Pflegezentren für Senioren (WPZS) ein besonderer Bedarf im Süden Ostbelgiens ab. Dank der guten Zusammenarbeit mit den WPZS Vivias, der Koordinations- und Hausärzte sowie des mobilen Teams um Dr. Franckh, konnten und können diese Impfungen durchgeführt werden.

8. Sollten pensionierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen ehrenamtlich in den Impfzentren mitarbeiten wollen, so können diese Personen über das Ministerium im Rahmen einer beruflichen Haftpflichtversicherung abgesichert werden.


* https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=399017734858691&id=102249651202169 
** BRF - Grippewelle ebbt ab – Krankenpfleger dürfen impfen.pdf - https://brf.be/national/977899/ 
*** Health Belgium: Brochure Patientenrechten 2020 - file:///C: /Users/Denise/AppData/Local/Temp/patientenrechten_folder_fr-2020.pdf  

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