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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 124

22. Februar 2021 – Frage von D. Stiel an Frau Ministerin Weykmans zur Lage der HORECA Betriebe und des Beauty Sektors

Wie sind die Prognosen für die Betriebe in der DG?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Diana Stiel (Vivant), vom 14. Januar 2021:

Die Corona-Maßnahmen zwingen derzeit viele mittelständische Betriebe sowie den gesamten Einzelhandel in die Knie. Das Wirtschaftsbüro Graydon prognostiziert für die kommenden Jahre, dass in Belgien rund 50.000 Betriebe Konkurs anmelden werden. Bereits jetzt würden gefährdete Betriebe nur noch durch staatliche Unterstützungen sozusagen "künstlich beatmet". Nach Ablauf der Beihilfen werde diesen Unternehmen sprichwörtlich die Luft ausgehen.*
Der HORECA-Sektor sowie die Beauty-Branche leiden arg unter der aktuellen Situation. Sie dürfen nicht öffnen, obwohl sie viel Geld und Energie in die Umsetzung und Einhaltung der strengen Hygieneregeln investiert haben.
"Het laatste Nieuws" berichtete von einem Experten-Gutachten, dem zu entnehmen war, dass Frisöre und Mitarbeiter in Kosmetikstudios im vergangenen Frühjahr wohl auffallend häufiger mit dem Covid-19 Erreger infiziert waren als Beschäftigte aus anderen Berufszweigen. Die Zeitung gab ebenfalls an, dass die Föderalregierung auf Grundlage dieses Gutachtens entschieden hatte, die Friseursalons nicht wieder zu öffnen.**
Eine Studie, die unlängst in England durchgeführt wurde, ergab jedoch eine sehr geringe Reproduktionsrate von 0,05%. Dementsprechend sei die Ansteckungsgefahr in Friseur-/ Kosmetik-/ und Nagelsalons sehr geringfügig. Diese sehr niedrige Rate sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der guten Einhaltung der Hygienemaßnahmen zuzuschreiben.***
Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass bei den Physiotherapeuten der Betrieb unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen weitergeht, während die beiden oben zitierten Branchen seit Monaten keine Kundschaft empfangen dürfen. Dabei gehen die Behandlungsmethoden in diesem Bereich manchmal mit recht intensivem Körperkontakt oder körperlicher Nähe einher.
In der Bevölkerung stößt diese Unlogik auf sehr viel Unverständnis. Die Menschen sind frustriert und der Unmut wächst.

Hierzu haben wir folgende Fragen an Sie:
1. Wie sind die Prognosen für die Betriebe in der DG?
2. Wie ist ihrer Meinung nach zu rechtfertigen, dass die Föderalregierung sich bei Entscheidungen, wo es um Existenzen geht, sich auf genau dieses Experten-Gutachten beruft, obschon es auch widerlegende Studien gibt?
3. Welche Perspektiven und Lösungen gedenken Sie dem HORECA-Sektor sowie der Beauty-Branche in der DG zu bieten?
4. Wie rechtfertigt die Regierung, dass der Beauty-Sektor im Gegensatz zur Physiotherapie nicht arbeiten darf?

Antwort von Isabelle Weykmans (PFF), Ministerin für Kultur, Beschäftigung, Wirtschaftsförderung und ländliche Entwicklung:

Die Prognosen für die Betriebe in der Deutschsprachigen Gemeinschaft unterscheiden sich nicht von aktualisierten Graydon/FEB Studie.
Die von Ihnen aufgeführte Studie gibt u.a. an, dass die Gruppe der Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern ist anteilig diejenige, die durch die Coronavirus-Krise in Schwierigkeiten geraten sind.

Das E-RMG kommt in seiner Veröffentlichung vom 16.02 – aus den Ergebnissen der 18. Umfrage in Zusammenarbeit mit den Verbänden BECI, SNI, UCM, UNIZO, UWE et VOKA zu einem ähnlichen Schluss. Comme lors des enquêtes précédentes, les indépendants et les entreprises de petite taille font état d’un impact de la crise du coronavirus sur le chiffre d’affaires bien plus important que les plus grandes entreprises. Ainsi, les indépendants rapportent en moyenne une perte de près de 42 % par rapport à la normale, tandis que la perte s’établit en moyenne à 7 % pour les plus grandes entreprises[3]. Une conséquence de cet écart est que l’inquiétude des indépendants et des petites entreprises est restée plus élevée. Sur une échelle allant de 1 (pas préoccupé) à 10 (fort préoccupé), l’indicateur mesurant le degré de préoccupation a atteint 6,8 pour les indépendants et les entreprises occupant moins de dix employés en février, contre 6,0 pour les entreprises de plus grande taille.

Die Ergebnisse, die das E-RMG monatlich vorstellt, werden auch der Deutschsprachigen Gemeinschaft zugestellt und sind ebenfalls auf der Webseite der Nationalbank abrufbar: https://www.nbb.be/fr/articles/les-independants-et-les-plus-petites-entreprises-sontceux-qui-continuent-de-souffrir-le

Einzelne ostbelgische Angaben finden Sie im Monitoring der ostbelgischen Wirtschaft, dass Ihnen monatlich zugestellt wird. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat der Arbeitgeberverband in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (AVED) in Zusammenarbeit mit der IHK fünf Umfragen bei der hiesigen Betriebswelt durchgeführt, um die soziowirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu bewerten, die ostbelgischen Unternehmen auf ihrem schweren Weg aus der Krise zu begleiten und die politisch Verantwortlichen bei ihren Entscheidungen zu Gunsten der Wirtschaft zu unterstützen. 

Die letzten drei Umfragen wurden in Zusammenarbeit mit der Mittelstandsvereinigung durchgeführt. Die letzten Ergebnisse der fünften Umfrage (siehe dazu den sechsten Monitoringbericht) spiegeln im Wesentlichen die Stimmungslage der Betriebe mit Stand Anfang November 2020 wieder. Diese Berichte finden Sie unter
www.ostbelgienstatistik.be.

Zu der Frage welche Gutachten die Föderalregierung ihren Entscheidungen zu Grunde legt kann ich Sie an dieser Stelle nur an die entsprechenden zuständigen Stellen verweisen. Alle Gutachten finden Sie unter https://www.info-coronavirus.be/en/celeval/

Zu den Kontaktberufen finden Sie das letzte GEMS Gutachten unter: https://d34j62pglfm3rr.cloudfront.net/celeval/GEMS_Update_management_strategy_202
10119.pdf

*BRF: Wirtschaftsbüro Graydon_ Wegen Corona-Pandemie könnten 50.000 Betriebe pleite gehen - https: 
//brf.be/national/1437764/ 
** BRF: Expertenbericht_ Frisöre und Beautysalons häufiger mit Coronavirus in Verbindung - https://brf. 
be/national/1443678/ 
*** Im Salon: Britische Studie niedrige Ansteckungsgefahr im Friseursalon - https://imsalon.de/branchennews/ 
branche-detailseite/britische-studie-ermittelt-niedrige-ansteckungsgefahr-im-friseursalon/  

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