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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 150

29. März 2021 – Frage von D. Stiel an Herrn Minister Antoniadis zu gesunder Ernährung in Corona-Zeiten

Ist der nationale Trend bzgl. der gesunkenen Ausgaben für Restaurantbesuche und Fast Food auf die DG übertragbar? Wie sieht die Situation in den hiesigen Betrieben aus?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Diana Stiel (Vivant), vom 19. Februar 2021:

Am 11.02.2021 berichtete das GrenzEcho* darüber, dass "die Belgier" im Jahr 2020 nur noch knapp die Hälfte für Essen außer Haus ausgegeben haben (10,5 Mill. EUR) im Vergleich zu 2019 (20,6 Mill. EUR). Pro Person seien das 2020 rund 878 EUR weniger als 2019.
Durch die Corona-Maßnahmen haben Cafés und Kneipen 2020 ein Minus von 57% an Umsatz gehabt und die Restaurants ein Minus von 46%, jeweils im Vergleich zu 2019.
Für Fast Food bzw. in Schnellrestaurants gaben die Menschen 2020 nur 42 EUR pro Person weniger aus als im Jahr 2019, wo 136 EUR pro Person ausgegeben wurde.
Das auf der Hand liegende Fazit: Anbieter von ungesundem Essen haben durch die Corona-Maßnahmen weniger finanzielle Einbußen als Restaurants, die hochwertige(re) Zutaten verarbeiten. Das "schnelle Essen" ist zum Abholen besser geeignet und kostet weniger als ein Hauptgericht aus dem Restaurant. Es überrascht also nicht, dass die Menschen durch die Schließung der Restaurants auf das Mahl aus Fritüre, Döner-Bude und Co. zurückgreifen.
Es wird also höchste Zeit, dass die Maßnahmen gelockert werden, um alle Horeca-Betriebe wieder zu öffnen!
Nun ist es ja leider so, dass verarbeitete Lebensmittel günstiger zu haben sind als frische. Gerade in Lockdown, Quarantäne und Isolation greifen die Menschen häufiger zu Fertiggerichten oder auch Knabberzeug und Süßem, was bei Vielen bereits zu den berühmt-berüchtigten "Corona-Kilos" geführt hat. Und das sind nicht die einzigen Folgen: Fettleibigkeit und Diabetes können die Folge sein, zwei sehr weit verbreitete, sehr kostpielige Zivilisationskrankheiten, die unser Gesundheitssystem zusätzlich belasten.
Die Vivant-Fraktion ist der Meinung, dass der Staat diesbezüglich gerade in der Krise für die gesunde Ernährung seiner Bürger sorgen sollte. Vitaminreiche, frisch zubereitete Lebensmittel sollten den Vorzug vor Fast Food und Fertiggerichten bekommen. Wir begrüßen den Weg, den England hier einschlägt: Werbung für "Junk-Food" (minderwertige Nahrung) soll dort verboten werden.**

Im Rahmen Ihrer Zuständigkeiten im Bereich Gesundheitsprävention stellen wir Ihnen folgende Fragen:
1. Ist der nationale Trend bzgl. der gesunkenen Ausgaben für Restaurantbesuche und Fast Food auf die DG übertragbar? Wie sieht die Situation in den hiesigen Betrieben aus?
2. Gibt es bereits Erkenntnisse, ob das Problem der Fettleibigkeit in der DG seit dem ersten Corona-Lockdown im März 2020 größer geworden ist? Wie hat sich die Anzahl Patienten entwickelt?
3. Gibt es Anzeichen, dass aufgrund der Corona-Krise mehr Menschen unter Diabetes leiden?
4. Welche Kampagnen sind aktuell zum Thema Diabetes und Fettleibigkeit geplant?

Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:

1) Informationen zum Konsumverhalten in Fast-Food-Ketten und Restaurants, liegen der DG nicht vor.

2) & 3) Informationen bzgl. Fettleibigkeit und des Vorkommens von Diabetes aufgrund der Corona-Pandemie konnten bisher nicht analysiert werden. Aktuell befinden wir uns noch immer in der Pandemie. Ein Vergleich der Angaben kann allerdings über die nächste Gesundheitsanalyse von Sciensano stattfinden. Ebenso sind dann alle Angaben, unter anderem die der intermutualistischen Agentur (Agence intermutuelliste), einsehbar.

3) Die verschiedenen Kampagnen sind auf der Website des Patienten Rat und Treffs einsehbar.


* Die Belgier geben deutlich weniger Geld für Essen außer Haus aus.pdf - https://www.grenzecho. 
net/50119/artikel/2021-02-11/die-belgier-geben-deutlich-weniger-geld-fur-essen-ausser-haus-aus 
** In England soll Werbung für Junk-Food verboten werden.pdf - https://www.horizont. 
net/schweiz/nachrichten/werbeverbote-in-england-soll-werbung-fuer-junk-food-verboten-werden-184642  

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