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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 151

29. März 2021 – Frage von D. Stiel an Herrn Minister Antoniadis zum Schlafmittel-Gebrauch in Corona-Zeiten

Gibt es aktuelle Zahlen aus der DG? Falls ja, spiegeln diese den nationalen Trend wieder?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Diana Stiel (Vivant), vom 19. Februar 2021:

Am 10.02.2021 berichtete der BRF, dass die Nachfrage nach frei verkäuflichen Schlafmitteln in den letzten Monaten um mehr als 40% im Vergleich zu Dezember 2019 angestiegen sei. Das entspreche mehr als einer Million Stück pro Jahr.
Auch der Verkauf rezeptpflichtiger Schlafmittel stieg im Jahr 2020 um 3,4% an, was auf eine große Anzahl neuer Patienten hindeute.
Allgemein seien diese Entwicklungen den Auswirkungen der Corona-Krise geschuldet, viele Menschen seien "mit ihren Nerven am Ende."*
Die Vivant-Fraktion sieht diese Entwicklung mit Sorge und hat die Thematik der Schlafmittel in den vergangenen Jahren immer wieder in schriftlichen Fragen aufgegriffen. Nun verschärft sich die Situation, da die psychischen Folgen der Corona-Krise bzw. vor allem der damit zusammenhängenden Maßnahmen mehr und mehr in der Bevölkerung zutage treten. Die angst- und panikmachende Kommunikation der Regierung und willkürliche Maßnahmen wie der teilweisen Grenzschließung führen bei immer mehr Menschen zu Ängsten und Nervosität, die vermehrt Schlafstörungen auslösen.
Es ist höchste Zeit, dass die Regierung die Maßnahmen endlich wissenschaftlich belegt oder sofort wieder aufhebt, zum Wohl und zur Gesundheit aller!
Außerdem sollte die Entstigmatisierung psychischer Krankheiten vorangetrieben werden, da Vieles durch eine gute Therapie und ohne Medikamente gelöst werden kann.

Im Rahmen Ihrer Zuständigkeiten im Bereich der Gesundheitsprävention haben wir folgende Fragen an Sie:
1. Gibt es aktuelle Zahlen aus der DG? Falls ja, spiegeln diese den nationalen Trend wieder?
2. Haben Sie Rückmeldungen von Hausärzten aus der DG?
3. Gibt es spezifische Angebote zur Aufklärung zum das Thema Schlafmittel- und Medikamentenkonsum zum psychischen Wohlbefinden in Zeiten von Corona?
4. Wie schätzen Sie den Zusammenhang zwischen dem steigenden Gebrauch von Schlafmitteln und der Corona-Krise und die dazugehörigen Maßnahmen ein?
5. Die Politik muss ihre Verantwortung übernehmen, um diesem um sich greifenden Trend Einhalt zu gebieten. Wie könnte dies in der Realität aussehen? Haben Sie konkrete Vorstellungen, wie Sie dies in Ihre Politik mit einfließen lassen können?

Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales**:

1) Auf Ihre erste Frage wurde zum Teil bereits in der schriftlichen Frage 99 geantwortet. Mehr Informationen zum Medikamentenkonsum finden Sie in den Sciensano-Gesundheitsumfragen.
2) Mir liegen keine Zahlen zu dieser Thematik seitens der Hausärzte der Deutschsprachigen Gemeinschaften vor.
3) Ansprechpartner im Bereich der Suchtprävention ist die ASL. Die ASL hat an dem Interreg-Projekt „Social Norm Approach“ teilgenommen. Bei diesem Projekt wurde auch die Thematik der Prävention im Bereich der Medikamentenabhängigkeit bei der Zielgruppe 55+ behandelt. Die Ergebnisse hierzu wurden in einem Factsheet zusammengefasst, welches ich im Anhang zu dieser Frage/Antwort mitschicke.
Außerdem habe ich bereits, unter anderem in der mündlichen Frage 383, über das Projekt „Social Norm Approach“ informiert.
4) Die getroffenen Maßnahmen gelten der Eindämmung der Pandemie. Ob diese als alleinige Ursache für einen erhöhten Gebrauch von Schlafmitteln verantwortlich sind, kann erst nach der Krise vollständig analysiert werden.
5) Uns liegen keine Zahlen vor, die aktuell auf einen Trend hinweisen.


* Belgier greifen zu mehr Schlafmitteln.pdf - https://brf.be/national/1457576/ 
** Siehe auch den Anhang.  

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