Druck Kopfbild

Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 154

29. März 2021 – Frage von D. Stiel an Herrn Minister Antoniadis zur Medienkompetenz Senioren

Was hat die Regierung der DG bisher konkret unternommen, um die Informatikkompetenzen der älteren Generation zu fördern?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Diana Stiel (Vivant), vom 25. Februar 2021:

Laut einer Datenerhebung des belgischen Statistikamtes Statbel geben 47% der über 65-Jährigen in einer Befragung an, dass sie im Jahre 2019 ihre Informatikkompetenzen im Bereich Nutzung von Dateien oder Ordnern, sowie der Suche von Informationen auf den Webseiten von Behörden verbessern konnten und ihr Wissensstand über den Status der Grundkenntnisse hinausgeht.*
Des weiteren gestehen sich fast 50% der Senioren mehr als nur Basiskenntnisse im Senden und Empfangen von E-Mails, in der Nutzung sozialer Netzwerke sowie im Verrichten von Videoanrufen über das Internet ein. Im Jahre 2015 lag die Quote bei knapp 30%.**
Seit Ausbruch der Corona-Krise leidet die ältere Generation innerhalb und außerhalb der Pflegeheime unter der Vereinsamung aufgrund von Besuchsverboten und der lang anhaltenden Trennung von Kindern und Enkelkindern.
Besonders hart trifft es die Bewohner in den Seniorenheimen, die ihre Angehörigen über Monate nicht sehen durften, geschweige denn diejenigen, die einsam und alleine verstorben sind.
Die einzige Möglichkeit mit den Angehörigen in Kontakt zu treten bestand teilweise in der Kommunikation über Videoanruf per Tablett, indem die Pflegekräfte, neben ihrer tagtäglichen Arbeit, den älteren Menschen bei der digitalen Kontaktaufnahme mit ihren Lieben mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind.
Die Vivant-Fraktion hat sich bereits in der Vergangenheit deutlich gegen den Besuchsstopp in den Wohn- und Pflegezentren ausgesprochen, und zieht an dieser Stelle die Regierung im Kampf gegen die Vereinsamung der Schwächsten in unserer Gesellschaft zur Verantwortung.
Einerseits befürworten wir zwar die Förderung der digitalen Kompetenzen der älteren Generation. Diese animiert den wachen Geist und eröffnet den älteren Menschen das Verständnis für neue Technologien. Andererseits sehen wir darin nicht die Lösung gegen die Isolation und Vereinsamung, sondern fordern die Aufhebung der isolierenden Maßnahmen in den Pflegeheimen sowie gegenüber den Senioren, die ihren Lebensabend zu Hause verbringen.

In Ihrer Funktion als Gesundheitsminister der DG, der für die Prävention zuständig ist, ergeben sich in der vorliegenden Angelegenheit folgende Fragen für uns an Sie:
1. Was hat die Regierung der DG bisher konkret unternommen, um die Informatikkompetenzen der älteren Generation zu fördern?
2. Wie bewerten Sie die Möglichkeit, dass Ehrenamtliche oder Lehrer im Ruhestand die Aufgabe übernehmen können, den Menschen in den Pflegezentren digitale Kompetenzen zu vermitteln?
3. Haben Sie Rückmeldungen aus den WPZ in Bezug auf den Einsatz der neuen Technologien? Sind die Bewohner in der Lage die neuen Technologien zu nutzen?
4. Wie sieht die Situation für Menschen mit Demenzerkrankung aus?
5. Haben Sie Rückmeldung seitens der Pfleger und Pflegerinnen, ob sie der zusätzlichen Aufgabe gewachsen sind?

Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:

Das Personal der Wohn- und Pflegezentren hat sich sehr darum bemüht, die Bewohner bei der Nutzung des Smartphones oder Tablets zu unterstützen. Darüber hinaus hat die DG spezielle Bildschirme für Videoanrufe finanziert. Natürlich gibt es unter den Senioren auch viele Menschen, die mit der Technik nicht umgehen können.
Die Ermöglichung von Besuchen der Angehörigen vor Ort ist nach wie vor der Hauptschwerpunkt. Diese fanden mit Unterbrechungen auch weiterhin statt.

In der Anlage finden Sie eine Tabelle***, mit Rückmeldungen, welche mir seitens der WPZS zu den Fragen 3 bis 5 zugestellt wurden.

Wenn Sie die Mediennutzung und -kompetenz der Senioren generell ansprechen (Fragen 1 und 2), möchte ich auf die Angebote der Erwachsenenbildung hinweisen. Weitere Fragen diesbezüglich könnte die zuständige Ministerkollegin beantworten.


* GRENZECHO- Senioren verbessern Kompetenzen bei Digitalisierung - https://www.grenzecho. 
net/49719/artikel/2021-02-04/senioren-verbessern-kompetenzen-bei-digitalisierung 
** Ebd.  
***Siehe Anlage.  

Zurück Drucken Teilen