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Fragen und Antworten

Mündliche Fragen Nr. 243 und 244

25. Mai 2020 – Fragen von D. Stiel und P. Spies an Ministerin Weykmans

­Was hat bargeldloses Bezahlen mit Maßnahmen in Bezug auf die Coronakrise zu tun, wissend, dass Bargeldzahlung erwiesenermaßen nicht mit der Übertragung von COVID-19 Viren in Verbindung steht?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.
 
Frage Nr. 243 von Diana Stiel (Vivant) zum Gemeinschaftszentrum Worriken:
 
Wegen der Coronakrise wurden Schulaufenthalte und Trainingslager in Worriken bis Ende Juni storniert. Seit dem Ausbruch der Krise wurden im Bereich der Klassenfahrten und Trainingslager ein Rückgang von 13000 Übernachtungen verzeichnet.
Das Zentrum Worriken hat sich bei den Stornierungen bisher äußerst kulant gezeigt und den Aufenthalt entweder verschoben, oder das Geld wurde in Form eines Gutscheins oder einer Auszahlung zurückerstattet.
Außerdem erhält das Gemeinschaftszentrum wegen der anhaltenden Ungewissheit in Bezug auf internationale Urlaubsreisen ungewöhnlich viele Buchungsanfragen für die Ferienhäuser und Campingplätze in den Sommermonaten Juli und August.
Diese Sachlage muss genutzt werden, um das Zentrum Worriken und die Mitarbeiter vor weiterer Kurzarbeit zu schützen und die Wirtschaftlichkeit wieder hochzufahren. Nur wie, ist ungewiss, da vieles mit den Entscheidungen des Nationalen Sicherheitsrats zusammenhängt.
Laut dem Geschäftsführer Björn Pfeiffer werden jetzt schon Regeln zur sozialen Distanzierung ausgearbeitet. Es wird ebenfalls an Maßnahmen im Hygienebereich gearbeitet, wie zum Beispiel die Möglichkeiten zur bargeldlosen Bezahlung.
Darüber hinaus gehe man in einer ersten Phase davon aus, Gäste zu empfangen, die in Eigenverpflegung übernachten .
 
Hierzu lauten meine Fragen:
­- Was tut die DG-Regierung um dem Zentrum Worriken zur Seite zu stehen?
­- Was hat bargeldloses Bezahlen mit Maßnahmen in Bezug auf die Coronakrise zu tun, wissend, dass Bargeldzahlung erwiesenermaßen nicht mit der Übertragung von COVID-19 Viren in Verbindung steht?
­- In den ausländischen Hotels werden verschiedene Verpflegungskonzepte ausgearbeitet. Wie könnte dieses in Worriken aussehen?

Frage Nr. 244 von Patrick Spies (SP) bezüglich der kurzfristigen Ausrichtung des Tourismus in Ostbelgien nach der Corona-Krise:
 
Angesichts der aktuell geltenden Maßnahmen zur verminderten Verbreitung des Corona-Virus sind die Aktivitäten in der Tourismusbranche weitestgehend zum Erliegen gekommen.
Während Urlaubsreisen ins ferne Ausland vorerst nicht realistisch scheinen, kann man jedoch davon ausgehen, dass das Interesse an Tagesausflügen oder auch an mehrtägigen Ausflügen mit Übernachtung innerhalb Belgiens mit der Wiedereröffnung des Tourismussektors stark zunehmen wird.
So werden in diesem Jahr sicherlich viele Belgier in Belgien Urlaub machen.
 
In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen folgende Fragen stellen: 
- Wie bereitet sich die Tourismusbranche in Ostbelgien auf einen wahrscheinlich steigenden Besucherstrom nach Lockerung der Corona-Maßnahmen vor?
- Wie unterstützt die Regierung der DG die hiesige Tourismusbranche dahingehend, koordiniert im Inland für potenzielle Urlaubsgäste zu werben?
- Wie sehen die Pläne dahingehend aus, die Horeca- und Tourismusbetriebe auf Ebene der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu unterstützen?

Antwort von Isabelle Weykmans (PFF), Ministerin für Kultur, Beschäftigung, Wirtschaftsförderung und ländliche Entwicklung:
 
Sehr geehrter Herr Präsident,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
 
ich denke, dass ich an dieser Stelle nicht nochmals aufzuzeigen brauche, dass der Tourismus- und Horecasektor mit unter einer der am härtesten von der Krise getroffenen Sektoren ist. Das gilt auch für die Tourismusbranche in Ostbelgien.
Um den Sektor in Ostbelgien bestmöglich zu unterstützen, hat die Regierung gemeinsam mit ihren Partnern verschiedene Schritte unternommen und Aktionen eingeleitet.
Auf Initiative meiner Ministerkollegin Weykmans hin, haben sich die für Tourismus zuständigen Minister Belgiens darauf geeinigt, dem GEES und dem Nationalen Sicherheitsrat einen gemeinsamen Vorschlag zur Wiederbelebung des Tourismussektors zu unterbreiten. Dieser Vorschlag wird morgen mit Experten der Exit Strategie Gruppe sowie dem Kabinett der Premierministerin konzertiert.
In diesem Zusammenhang sind die verschiedenen Verwaltungen beauftragt worden, ein gemeinsames Hygiene- und Sicherheitsprotokoll, welches in den verschiedenen Landesteilen Belgiens gleichermaßen gilt, auszuarbeiten. Oberstes Ziel dieser Maßnahme ist es, durch klare und einheitliche Regeln das Vertrauen der Reisenden wieder zu stärken.
Sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene setzt sich die Regierung zudem für Klarheit bei der Grenzfrage ein. Ziel ist und bleibt die schnellstmögliche Wiedereröffnung der Grenzen zu erwirken, damit für Unterkunftsbetriebe Klarheit besteht, ab wann welche Buchungen angenommen werden können.
Vor dem Hintergrund, dass zumindest in einem ersten Schritt der Inlandstourismus im Vordergrund stehen wird, ist die Tourismusagentur Ostbelgien damit beauftragt, die Destination Ostbelgien noch intensiver als sonst im Landesinneren zu bewerben und zu vermarkten. Nach einzelnen Aussagen aus dem Sektor zeichnen sich erste Effekte dieser Maßnahme bereits ab, vor allem hinsichtlich der Buchungsdauer, die teils deutlich länger ist als sonst.
Um diese und andere Entwicklungen im Sektor noch präziser zu analysieren, wurde während der letzten Woche eine Umfrage im Tourismussektor durchgeführt.  Die so direkt aus dem Sektor eingeholten Rückmeldungen ermöglichen es uns, die verschiedenen Maßnahmen entsprechend punktgenau auszurichten und eine dem Bedarf angepasste Strategie zur Wiederbelebung des Sektors durchzuführen.
Ein Aspekt, der deutlich aus der Umfrage hervorgeht, ist der Wille des Sektors, sich weiterzubilden, um sich unter den veränderten Gegebenheiten bestmöglich platzieren zu können. Hier wird die Regierung in den kommenden Tagen gemeinsam mit der TAO, dem Fachbereich Tourismus und den ZAWMs kurzfristig ein entsprechendes Angebot zur Verfügung stellen, welches dann progressiv und dem Bedarf entsprechend erweitert wird. 
Ich möchte allerdings abschließend betonen, dass die Krise uns besonders im Tourismussektor lange begleiten wird und erst in ein paar Jahren wieder eine stabile Normalisierung erreicht werden kann. Um den Sektor auch mittel- und langfristig zu unterstützen, werden die für Tourismus zuständigen Minister Belgiens auch darauf hinwirken, dass aktuell bestehende Unterstützungsmaßnahmen seitens des Föderalstaates verlängert und ausgeweitet werden und dieser sich auch nochmals bei den Banken für eine größere Flexibilität hinsichtlich verschiedener Ratenzahlungen zeigt.
Es ist absolut wichtig, heute die Liquidität des Sektors abzusichern, damit wir auch morgen noch einen reichhaltigen Tourismus genießen können.
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