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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 504

14. Januar 2021 – Frage von A. Jerusalem an Ministerin KLINKENBERG zur Förderpädagogik an den Regelschulen der DG

Welche Akteure aus dem Bildungswesen sind in der neuen Arbeitsgruppe vertreten?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Andreas Jerusalem (Ecolo):

Seit 2017 wird nun am Arbeitspapier "Förderpädagogik an ostbelgischen Regelschulen" (damals noch unter dem Namen "Zukunft Integration) gearbeitet. Die verschiedensten Akteure aus dem Bildungswesen sind daran beteiligt: Förderpädagogen, Integrationslehrer, Schulleiter, Vertreter von Kaleido, von den Förderschulen und den Trägern und Mitarbeiter aus Ministerium und Kabinett. Sie alle haben in verschiedenen Arbeitsgruppen ein Konzept ausgearbeitet, wie die Förderpädagogik an den Regelschulen in Ostbelgien am effizientesten eingesetzt werden kann. Parallel haben drei Pilotschulen verschiedene Modelle ausgetestet und auch diese Ergebnisse sind in das Arbeitspapier mit eingeflossen. 
In den vergangene Jahren hat die Ecolo-Fraktion immer wieder nach dem Stand der Arbeit gefragt. Ihr Vorgänger Harald Mollers war zuversichtlich, dass bald schon ein neues Dekret die Förderpädagogik an den Regelschulen, zur Zufriedenheit aller, regeln wird. 
Einerseits sollten die Integrationslehrer zukünftig in den Regelschulen angesiedelt werden. So wäre eine Organisation aus einer Hand gegeben, was einen großen Vorteil brächte. 
Andererseits sollte das Stundenkapital der nieder- und hochschwelligen Förderung kombiniert werden. Dadurch könnte mehr Kinder von Unterstützungsangeboten profitieren, denn dieses könnte flexibler eingesetzt werden, sodass die Effektivität der Stunden erhöht würde, die durch Förderlehrer geleistete werden. Förderung wäre immer dann möglich, wenn sie gerade dringend gebraucht würde. 
So vergingen nun die Jahre, obwohl schon seit längerem ein ausgearbeitetes Konzept der Arbeitsgruppen entstanden ist. 
Im vergangenen Schuljahr wurden zusätzlich Direktoren zur Situation der Förderpädagogik befragt und die daraus entstandenen Resultate wurden nun vorgestellt. Eine Schlussfolgerung war laut dieser Vorstellung, ein neues Gremium ins Leben zu rufen, um weiter am Zukunftsprojekt Förderpädagogik zu arbeiten. 

Aus diesem Grund habe ich folgende Fragen an Sie, Frau Ministerin:

­ Welche Akteure aus dem Bildungswesen sind in der neuen Arbeitsgruppe vertreten? 
­ Welchen Arbeitsauftrag hat die neue Arbeitsgruppe? 
­ Wann wird das definitive Dekret zur "Förderpädagogik an den Regelschulen in Ostbelgien" verabschiedet?  


Antwort von Lydia Klinkenberg (ProDG), Ministerin für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

das REK-Projekt „Zukunft der Förderpädagogik in Regelschulen ist ein sehr ambitioniertes Projekt. Lange vor meiner Zeit als Bildungsministerin wurden Arbeitspapiere und Konzepte von den Akteuren entwickelt, diskutiert und überarbeitet. Diese Arbeit war und ist sehr wichtig, um das Projekt unter den aktuellen Gegebenheiten voranzutreiben.
Es ist mir wichtig, ALLE Stakeholder in diesem Projekt strukturiert und differenziert zu betrachten und in einer angepassten Vorgehensweise mit ihnen zu arbeiten.

Wir haben im vergangenen Schuljahr mit den Schulleitern begonnen. Im Rahmen des REK-Projektes war im Schuljahr 2019-2020 angedacht, Hospitationen und Gespräche in den Schulen durchzuführen. Die Corona-Pandemie machte das unmöglich. Daher hat der Fachbereich Pädagogik in Zusammenarbeit mit dem Kabinett eine Online-Befragung durchgeführt und anschließend mit jeder einzelnen Schulleitung eine Telefonkonferenz abgehalten. Dieser Austausch hat uns geholfen, die Ist-Situation in der Förderpädagogik einer jeden Schule bzw. Niederlassung noch besser zu erfassen und die förderlichen und hemmenden Faktoren bei der Umsetzung der Integrationsprojekte zu identifizieren.

Die Ergebnisse der Umfrage und des persönlichen Austauschs wurden dem Kompetenzzentrum, Kaleido und den Schulleitern der Regel- und Förderschulen vorgestellt. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden in die Überlegungen für das Gesamtkonzept der Förderpädagogik in Regelschulen einfließen.

Ein weiterer wichtiger Stakeholder in der Förderpädagogik sind die Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, ist die schulische Förderung doch ein wesentlicher Bestandteil, um ihren Kindern ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Daher findet im Februar ein Austausch mit Elternvertertern statt.

Darüber hinaus werden wir gegebenenfalls noch weitere Akteure zu Rate ziehen.

Das von mir eingesetzte Gremium „Vision Förderpädagogik“ ergänzt die genannten Arbeitsschritte. Es ist selbstverständlich ebenfalls angedacht, dass die Regelschulen und ihre Träger in diesem Gremium einen Platz haben werden und folglich einen Vertreter entsenden werden. Das Gremium wird sich mit verschiedenen Schwerpunkten beschäftigen. In einer ersten Phase geht es um die beiden Förderschulen und ihre künftige Zusammenarbeit und Ausrichtung. 

Das Gremium soll eine Vision entwickeln, die uns zeigt, wo die ostbelgische Förderpädagogik mit all ihren verschiedenen Zielgruppen und vermehrt auftretenden Formen der Mehrfach-Beeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten mittelfristig stehen soll. Die Zielsetzung des Gremiums geht also weiter als das REK-Projekt „Zukunft der Förderpädagogik in den Regelschulen“.

Dem REK können Sie entnehmen, dass die Vorbereitungen für das Dekret bis zum 1. Halbjahr 2023 vorgesehen sind. 

Das REK-Projekt wird am 25. Februar 2021 im Ausschuss III vorgestellt. Dann haben wir sicher Gelegenheit, uns über die Einzelheiten des Projektes auszutauschen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

 

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