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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 158

22. April 2021 – Frage von A. Mertes an Herrn Minister Antoniadis zur Eignung des PCR-Tests im Umgang mit dem Coronavirus

Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie aus der beschriebenen Veröffentlichung im "The Lancet"?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Alain Mertes (Vivant), vom 15. März 2021:

Seit Monaten weist die Vivant-Fraktion darauf hin, dass ein PCR-Test keine Covid-19-Diagnose erbringen kann, schon gar nicht, wenn der Test Ct-Werte von 30 oder mehr aufweist. Entsprechend ungeeignet sind die Tests. Zu diesem Fazit gelangte kürzlich auch die renommierte medizinische Fachzeitschrift The Lancet.
„Unserer Ansicht nach ist der aktuelle PCR-Test daher nicht der geeignete Goldstandard für die Evaluation eines SARS-CoV-2-Tests für die öffentliche Gesundheit“, schreiben die Autoren. Man weist ebenfalls darauf hin, dass mit dem PCR-Test auch viele Menschen falsch-positiv getestet werden.
„Die meisten mit SARS-CoV-2 infizierten Personen sind 4-8 Tage lang ansteckend. Proben enthalten in der Regel erst ab dem 9. Tag nach Auftreten der Symptome kulturpositive (potenziell ansteckende) Viren, wobei die meisten Übertragungen vor dem 5. Tag stattfinden. Dieser Zeitpunkt passt zu den beobachteten Mustern der Virusübertragung… Das kurze Zeitfenster der Übertragbarkeit steht im Gegensatz zu den medianen 22-33 Tagen der PCR-Positivität (länger bei schweren Infektionen und etwas kürzer bei asymptomatischen Personen). Dies deutet darauf hin, dass 50-75 Prozent der Zeit, in der eine Person als PCR-positiv gilt, sie wahrscheinlich postinfektiös ist.“
Auch auf die Folgen, die diese falschen Diagnosen für die Menschen haben, macht die Fachzeitschrift aufmerksam. „Es ist ein Verlust für die Gesundheit, das soziale und wirtschaftliche Wohlergehen von Gemeinschaften, wenn postinfektiöse Personen positiv getestet und für 10 Tage isoliert werden.“
Diese und zahlreiche vorherige Publikationen werfen ein immer schlechteres Licht auf den PCR-Test, was dessen Verwendung zumindest fragwürdig erscheinen lässt. Immerhin ist der PCR-Test die Basis aller daraus resultierenden Maßnahmen.

Da auch Sie die Fallzahlen als Gradmesser benutzen, und somit dem PCR-Test voll vertrauen, möchte ich Sie bitten, folgende Fragen zu beantworten:
1. Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie aus der beschriebenen Veröffentlichung im "The Lancet"?
2. Sehen Sie den PCR-Test weiterhin als ein geeignetes Mittel im Umgang mit dem Coronavirus?

Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:

Unterschiedliche Hypothesen sind in der Wissenschaft keine Seltenheit. Es obliegt allerdings den wissenschaftlichen Experten, über die Diagnoseinstrumente zu befinden. Die Politik wird entsprechend reagieren, wenn Verfahren angepasst werden müssen.
Für den Mehrwert der Verwendung der PCR-Tests verweise ich auf die bisher beantwortete schriftlichen Fragen 131, sowie die bisherige weitere Nutzung des Testes.

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