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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 163

22. April 2021 – Frage von D. Stiel an Herrn Minister Antoniadis zum Thema „Lockdown verursacht schwere Essstörungen“

Wie ist diesbezüglich die Entwicklung in der DG? Ist dieser Trend auch in der DG festzustellen?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Diana Stiel (Vivant), vom 18. März 2021:

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen sind für viele Menschen eine Herausforderung. Soziale Kontakte werden reduziert und sportliche Bewegung in der Gruppe ist untersagt. Home-Schooling und Online-Uni führen zu sozialer Isolation und zum Verlust einer gewissen Tagesstruktur.* Bei jungen Menschen verbreitet sich vermehrt ein Gefühl der Perspektivlosigkeit.
Diese Umstände können die körperliche aber vor allem auch die psychische Gesundheit mitunter sehr belasten und alte Krankheiten wieder hervorrufen oder neue begünstigen.**
Besonders betroffen sind Personen, die an Essstörungen wie Anorexie, Bulimie oder Emotionales Essen. Häufig sind Mädchen und Frauen zwischen zwölf und zwanzig Jahren von einer Bulimie oder Magersucht betroffen.***
Das Zentrum für Essstörungen und Adipositas in Flandern berichtete im zweiten Lockdown im Dezember letzten Jahres über einen Anmeldestopp aufgrund immer länger werdender Wartelisten für Hilfesuchende.****
Auch die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Uniklinik des Saarlandes stellt diesen bedenklichen Trend ebenfalls fest, da dort vermehrt Patientinnen mit sehr niedrigem Gewicht behandelt werden müssen.*****
Die Kollateralschäden der Corona-Einschränkungen nehmen ungeahnte Formen an und setzen unseren Kindern und Jugendlichen vermehrt zu.

In Ihrer Funktion als Gesundheitsminister, der für die Prävention zuständig ist, haben wir folgenden Fragen an Sie:
1. Wie ist diesbezüglich die Entwicklung in der DG? Ist dieser Trend auch in der DG festzustellen?
2. Wie viele an Essstörungen leidende Menschen werden derzeit in der DG behandelt?
3. Welche Anlaufstelle fängt die Betroffenen in deren Not auf?
4. Was gedenken Sie zu tun, um das Problem der Essstörungen in den Griff zu kriegen?

Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:

Zu Ihrer Frage 1 und 2 habe ich bereits in der schriftlichen Frage 137 geantwortet.
Auch auf ihre dritte Frage wurde bereits teilweise in der schriftlichen Frage 137 geantwortet. Die betroffenen Personen können mit den verschiedenen Akteuren der psychiatrischen und therapeutischen Begleitung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Kontakt aufnehmen und auch der Hausarzt ist ein wichtiger Partner. Außerdem gibt es die Möglichkeit, einen vereinfachten Zugang zu einer Behandlung in Deutschland, über die Ostbelgienregelung, in Anspruch zu nehmen.
Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist vor allem im Bereich Ernährung, über die Aktivitäten der VoG Patienten Rat und Treffs, aktiv. Essstörungen als solche, werden durch die in der Deutschsprachigen Gemeinschaft aktiven und auch teilweise finanziell unterstützten Dienste begleitet. Eine Essstörung gleicht nicht einer anderen. Eine allgemeine Prävention ist meines Erachtens demnach schwierig. Wichtig ist, dass die betroffenen wissen, wen sie kontaktieren können. Mehr zur Problematik finden Sie unter anderem, wie bereits erwähnt, in der schriftlichen Frage 137.

* SR.de_ Pandemie kann Essstörungen begünstigen - https://www.sr. 
de/sr/home/nachrichten/panorama/essstoerungen_in_der_pandemie_100.html 
** Ebd. 
*** Ebd. 
**** GrenzEcho: Lockdown verursacht schwere Essstörungen - https://www.grenzecho. 
net/47619/artikel/2020-12-28/lockdown-verursacht-schwere-essstorungen 
***** Ebd.  

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