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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 655

22. April 2021 – Frage von A. Jerusalem an Ministerin KLINKENBERG zum Projektkatalog “Natur macht Schule”

Wie steht die Regierung zu dem Vorschlag auch ein Programmheft unter dem Titel “Natur macht Schule” anzubieten?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Andreas Jerusalem (Ecolo):

In den vergangenen Jahren sind einige gute Projekte in den Schulen der DG angelaufen, um unsere Lehrpersonen bei der Vermittlung verschiedenster Kompetenzen zu unterstützen. 
“Kultur macht Schule” ein Projekt, welches schon seit Jahren sehr erfolgreich die kulturelle Bildung an unseren Schulen stärkt. 
Im Schuljahr 2018-2019 kam der Katalog “Wirtschaft macht Schule” hinzu. Hier “sollen ostbelgische Schüler und Jugendliche den Unternehmer in sich entdecken und Interesse an der Selbstständigkeit als berufliche Perspektive entwickeln.” 
In diesem Jahr ist die dritte Auflage des Programmkatalogs “Demokrarie macht Schule” gestartet, welcher Animationen und Workshops zu Themen wie Partizipation, Extremismus, Migration und Inklusion enthält. 

Diese Angebote stehen den Schulen zur Verfügung. Sie können freiwillig und nach Bedarf angefragt werden. Wir von der Ecolo-Fraktion wünschen uns genau diese Möglichkeit für den Bereich “Natur macht Schule”. Ohne die Bekämpfung des Klimawandels, ohne die Natur in den Mittelpunkt unseres Alltags zu stellen, ohne sie kennenzulernen, zu respektieren, zu erforschen, zu schützen und zu stärken ist keine Wirtschaft möglich, bleibt die Kultur auf der Strecke und wird sogar die Demokratie ins Wanken geraten. 

Gerade in diesem Bereich müssen Experten in die Schulen, Projekte gestartet werden, um den Schülerinnen und Schülern bewusst zu machen, was die Natur für uns Menschen bedeutet und welchen Einfluss wir auf sie haben können. 
Es gibt bereits entsprechende Projekte, beispielsweise vom Haus Ternell, von Aves, Natagora, den tollen NaWaKi und auch von Schulen und Kindergärten selbst. Doch so wie in den bereits genannten Bereichen Expertise von außen für fundierte Erkenntnisse sorgt, wünschen wir uns das auch für das Thema Natur: Ein gebündeltes und übersichtliches Programmheft, welches alle Schuljahre anspricht, sodass Lehrpersonen sich hier nicht in der Fülle aller einzelnen Projekte verlieren, sondern bewusst und sinnvoll auswählen können. 

Aus diesem Grund habe ich folgende Fragen an Sie, Frau Ministerin:
-­ Wie steht die Regierung zu dem Vorschlag auch ein Programmheft unter dem Titel “Natur macht Schule” anzubieten?

Antwort von Lydia Klinkenberg (ProDG), Ministerin für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die Themen Natur- und Klimaschutz sind integraler Bestandteil der Bildung zur nachhaltigen Entwicklung. In Ostbelgien wurde bereits vor einiger Zeit die Entscheidung getroffen, die Bildung zur nachhaltigen Entwicklung als Teil der politischen Bildung im weitesten Sinne zu betrachten. Denn die Bildung zur nachhaltigen Entwicklung ist unerlässlich, um als mündiger Bürger im Alltag bewusste und verantwortungsvolle 
Entscheidungen zu treffen. Die Themen Nachhaltigkeit, Natur- und Klimaschutz sind an vielen Stellen in den 
Rahmenplänen verankert. Das bilden auch die entsprechenden Bezüge des Leitfadens für die politisch-demokratische Bildung zu den Rahmenplänen ab. 

Das Institut für Demokratiepädagogik hat den Auftrag, die politische Bildung im weitesten Sinne und somit auch die Bildung zur nachhaltigen Entwicklung in den Schulen und darüber hinaus zu fördern. Über das Programm „Demokratie macht Schule“ vermittelt das IDP daher auch Kompetenzen, die zur nachhaltigen Entwicklung notwendig sind.  Zu den bestehenden Angeboten gehören z.B. das Rollenspiel „Goodbye Kernkraftwerk – Hallo Windkraft?“ und der Workshop „Das perfekte Dinner“ - Essen bedeutet wählen!“, in dem Schüler lernen, was nachhaltiges Essen ausmacht, das sozialverträglich und umweltfreundlich ist. 

Das IDP hat zudem ein Netzwerk Nachhaltigkeit gegründet. Dieses schließt Organisationen, Firmen und Vereine ein, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen, sie umsetzen und gerne ihre Erfahrungen teilen. Dazu gehören unter anderem die Verbraucherschutzzentrale, der Naturpark Hohes Venn, Miteinander teilen,  NATAGORA/BNVS, Courant d’Air, BISA, Patchwork, Fahr mit und Foodsharing Ostbelgien.

Ostbelgische Schüler von der 3. Stufe der Primarschule bis zur 3. Stufe der Sekundarschule haben übrigens in den letzten Jahren erfolgreich am Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politischen Bildung teilgenommen. Die Bandbreite der Fragestellungen tangierte auch Themen der Bildung zur nachhaltigen Entwicklung. 

Im Jahr der Naturwissenschaften (2017-2018) wurde eine Broschüre erstellt, die eine Fülle von außerschulischen Angeboten wie beispielsweise auch von Ternell beinhaltete. Diese wurde allen Schulen zur Verfügung gestellt.

Es ist sicherlich sinnvoll, alle bestehenden Listen und Initiativen zu bündeln, zu aktualisieren und zu vervollständigen, um den Schulen Ostbelgiens eine sinnvolle Auswahl zu erleichtern. Der Ausbau des bestehenden Programms „Demokratie macht Schule“ ist in meinen Augen zielführender als die Schaffung eines zusätzlichen Programms, weil das IDP bereits die entsprechende Netzwerkarbeit betreibt und den Schulen durch die Bündelung der Angebote in einem Katalog die Übersicht vereinfacht würde. 

Ich stimme Kollege Jerusalem aber voll und ganz zu, dass den Schulen Angebote unterbreitet werden müssen, die ihnen dabei behilflich sind, den Schülern die Bedeutung des Natur- und Umweltschutzes zu vermitteln.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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