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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 735

10. Juni 2021 – Frage von C. Kraft an Ministerin KLINKENBERG zu den Anschaffungskosten von IT-Material für Familien während der Pandemie

Wie bewertet die Regierung die neuesten Umfrageergebnisse von „La Ligue des Familles“?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Colin Kraft (CSP):

Jeder zweite Schüler in der Französischen Gemeinschaft und Brüssel hatte am Anfang der Krise laut einer Umfrage von „La Ligue des Familles“ keinen PC oder Tablet, um den Online-Kursen zu folgen, und die Eltern mussten das erforderliche Computermaterial anschaffen. 
„Mehr als 300 Euro bei drei von vier betroffenen Familien und sogar bis zu 800 Euro und mehr bei 13 % der Haushalte. Eine sehr schwere finanzielle Belastung, insbesondere für kinderreiche Familien, während gleichzeitig viele Familien durch die Krise bereits verarmt sind“, kommentiert der frankofone Familienbund.
Laut „La Ligue des Familles“ wurde die Umfrage bei 1.500 wallonischen und Brüsseler Eltern durchgeführt, was durchaus auch Rückschlüsse auf das ganze Land zulässt.
In der Vergangenheit betonte die zuständige DG-Ministerin Lydia Klinkenberg mehrmals in der Presse und im Parlament, dass der „Bedarf in der Deutschsprachigen Gemeinschaft gedeckt“ sei. 

Dazu meine Fragen:
- Wie bewertet die Regierung die neuesten Umfrageergebnisse von „La Ligue des Familles“?  
- Können ähnliche Rückschlüsse zu den Ausgaben der Familien bzgl. IT-Material auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft gezogen werden? 
- Was wird die Regierung der DG tun, um dadurch entstandene Rückschläge in der Bildungsgerechtigkeit auf dem Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft entgegenzuwirken?

Antwort von Lydia Klinkenberg (ProDG), Ministerin für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wie bereits mehrfach an dieser Stelle erläutert, wurde sowohl im Frühjahr als auch im Herbst 2020 über die Schulleitungen der Bedarf an mobilen Endgeräten ermittelt. Daraufhin wurden zunächst 500 gebrauchte Geräte und später 650 neue Geräte bestellt und an die Schulen verteilt. Seit dem Herbst werden diese hauptsächlich Sekundarschülern zur Verfügung gestellt, da die Primar- und Förderschüler im laufenden Schuljahr fast ausschließlich im Präsenzunterricht verbracht haben.

Ab dem kommenden Schuljahr 2021-2022 wird die flächendeckende Ausstattung aller Sekundarschüler starten. Das Prinzip habe ich bereits am 14. Januar diesen Jahres erklärt und daran hat sich nichts geändert. Die Schulleiter sind ebenfalls auf dem Laufenden. Mit diesem Projekt werden sämtliche Ungerechtigkeiten aus dem Weg geräumt, weil wirklich ALLE Sekundarschüler einen Laptop erhalten werden.

Aus den Umfrageergebnissen der „La Ligue des Familles“ können wir nicht wirklich Rückschlüsse ziehen, weil sich diese Ergebnisse nicht auf die Deutschsprachige Gemeinschaft, sondern auf den französischsprachigen Landesteil beziehen.
Die Auswertung der Umfrage zum Hybridunterricht, in der u.a. Fragen zur digitalen Ausstattung der Schüler zu Hause gestellt wurde, wird jedoch Aufschluss geben über die Situation in Ostbelgien. 

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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