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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 173

28. Juni 2021 – Frage von D. Stiel an Herrn Minister Antoniadis zu App „Doktr“ für digitale Sprechstunden

Gibt es bereits Informationen wie groß der Anteil der Ärzteschaft ist, die sich an diesen Online-Konsultationen beteiligen möchte?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Diana Stiel (Vivant), vom 25. Mai 2021:

Ab Juni diesen Jahres wird Proximus die virtuelle Sprechstunden-App „Doktr“ auf den Markt bringen. Die Doktr-App ermöglicht die Kontaktaufnahme per PC, Tablet oder Smartphone mit einem Mediziner.*, **, ***
In einer ersten Phase soll die Interaktion mit Allgemeinmedizinern für eine gesundheitliche Grundversorgung möglich sein. Zu einem späteren Zeitpunkt würde die Applikation dann nach und nach weitere Funktionen erhalten, um etwa Spezialisten oder paramedizinische Dienste einzubinden.
Die Applikation wird für jeden Nutzer zugänglich sein, der an eine belgische Krankenkasse angeschlossen ist. Ob man Proximus Kunde ist oder nicht, soll keine Rolle spielen. In finanzieller Hinsicht hat sich die INAMI bereit erklärt, fünf online Konsultationen pro Monat zurück zu erstatten.
Von der technischen Seite ist vor der Konsultation eine Identifikation über die Sicherheits-App „Itsme“ erforderlich.
Die Vivant-Fraktion möchte darauf hinweisen, dass solche Hilfsmittel nur als Ergänzung zum Gesamtangebot gesehen werden müssen.
Digitale Sprechstunden können und dürfen den persönlichen Kontakt zum Hausarzt o.ä. nicht ersetzen. Die Gefahr einer Zunahme von falschen Diagnosen besteht. Im Zweifelsfalle sollte dies gesetzlich festgelegt werden.

In Ihrer Funktion als Gesundheitsminister möchten wir Sie bitten, folgende Fragen zu beantworten:
1. Ist der Einsatz dieser Doktr-App in der DG vorgesehen?
2. Gibt es bereits Informationen wie groß der Anteil der Ärzteschaft ist, die sich an diesen Online-Konsultationen beteiligen möchte?
3. War das Gesundheitsministerium der DG über die Entwicklung einer solchen App vorab informiert, bzw. wurden die spezifischen Anforderungen für die DG erfragt?
4. Wurde bei der Entwicklung, bzw. wird bei einem Einsatz in der DG dem Umstand Rechnung getragen, dass die meisten Einwohner in deutscher Sprache beraten werden möchten?


Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:

1) Bezüglich des Verbreitungsgebietes wurde seitens Proximus der Begriff „belgienweit“ kommuniziert. Ob dies die Verfügbarkeit in Ostbelgien impliziert, entzieht sich unserer Kenntnis.

2) Nein, wir haben keine Rückmeldung seitens der Hausärztekreise erhalten.

3) Diese Applikation obliegt der föderalen und nicht in der Zuständigkeit der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Die App ist auf föderaler Ebene in enger Zusammenarbeit mit den Ärztevereinigungen, den Krankenversicherungen und dem Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung entstanden. Die Deutschsprachige Gemeinschaft wurde zu keiner Arbeitsgruppe eingeladen oder darüber informiert.
Die Christliche Krankenkasse erklärte uns, dass sie bis zum jetzigen Zeitpunkt, nicht in die Planung einbezogen wurde. Proximus sei jedoch vor Kurzem mit einem Vorschlag zur Kooperation an sie herangetreten. Die Entscheidung, ob die CKK diesem Vorschlag nachkommt, steht noch aus.

4) Dazu haben wir keine Informationen.


* RTBF - Doktr, une application pour consulter votre médecin en ligne - https://www.rtbf.
be/info/societe/onpdp/sante/detail_doktr-une-application-pour-consulter-votre-medecin-en-ligne?
id=10764121
** BRF - Proximus stellt App für digitale Sprechstunde beim Arzt vor - https://brf.be/national/1487430/
*** GE - Eine virtuelle Sprechstunde - https://www.grenzecho.net/55799/artikel/2021-05-19/eine-virtuellesprechstunde-proximus-bringt-die-app-doktr-auf-den-markt

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