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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 811

7. Oktober 2021 – Frage von A. Mertes an Ministerin KLINKENBERG zum Personalmangel der außerschulischen Betreuung des Regionalzentrums für Kleinkindbetreuung in der DG

Sind Sie über die Idee der 5 Eifel-Gemeinden, die AUBE selbst organisieren zu wollen, informiert?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Alain Mertes (Vivant):

Der akute Personalmangel an verschiedenen Standorten der außerschulischen Betreuung (AUBE) des Regionalzentrums für Kleinkindbetreuung in der DG (RZKB) ist besorgniserregend.

Neben den in meiner anderen mündlichen Frage erwähnten Diplomanforderungen spielen dabei auch die Arbeitsbedingungen eine Rolle: Meistens handelt es sich um eine Halbtagsstelle, deren Stunden morgens vor und nachmittags nach der Schule geleistet werden müssen. Darüber hinaus sind diese manchmal auch noch auf verschiedene Standorte verteilt.

Bevor einige Standorte aufgrund von Personalmangel möglicherweise komplett schließen müssen und es für Familien mit zwei berufstätigen Eltern zu einem Betreuungsengpass kommt, sollten dringend Lösungen her.

Die 5 Gemeinden im Süden der DG haben die Idee geäußert, die AUBE selbst zu organisieren. Dies würde zwar in einigen Gemeinden zu einer Trennung der AUBE vom RZKB bedeuten, den Gemeinden aber mehr Handlungsspielraum bieten, um Personalengpässe zu überbrücken, was wiederum der AUBE zugute kommen könnte. Personal könnte demnach für mehrere Funktionen, wie beispielsweise als Kindergartenassistent und Kinderbetreuer eingestellt werden, was sowohl im Interesse des Personals als auch der AUBE sein dürfte. 

Die Vivant-Fraktion begrüßt jede konstruktive Diskussion, die zu einer Lösung des gegenwärtigen Personalmangels in der AUBE beiträgt. Die Kinder brauchen verlässliche Betreuungspersonen und die Familien eine verlässliche Kinderbetreuung!

Unsere Fragen zu diesem Thema lauten wie folgt:
-­ Gibt es AUBE-Standorte, die von der akuten Gefahr einer Schließung betroffen sind?
­- Sind Sie über die Idee der 5 Eifel-Gemeinden, die AUBE selbst organisieren zu wollen, informiert?
­- Wie ist Ihre Meinung zu dieser Idee, die AUBE in einigen Gemeinden von diesen selbst organisieren zu lassen?


Antwort von Lydia Klinkenberg (ProDG), Ministerin für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

am 8. September 2021 wurde ich über die vorübergehende Schließung des Aube-Standorts in Manderfeld ab dem 20. September vom RZKB informiert. Diese zeitweilige Schließung war auf die Kündigung einer Betreuerin Ende August – also wenige Tage vor Schuljahresbeginn – zurückzuführen.

Diese Nachricht hat nicht nur die Eltern, sondern auch mich überrascht.
Ich brauche an dieser Stelle sicher nicht zu betonen, dass ich keinen Einfluss auf die Personalentscheidungen - Personalzugänge und                -abgänge - des RZKB habe.  

Erfreulich ist, dass das RZKB für den Standort der AUBE in Manderfeld eine neue Betreuerin gefunden hat, so dass der Standort am Montag, dem 27. September 2021 nach einer einwöchigen Schließung wieder öffnen konnte.

Ich möchte an dieser Stelle eine Lanze für das RZKB brechen: Ich bin froh zu vernehmen, dass das RZKB umgehend den Dialog mit der zuständigen Schöffin der Gemeinde Büllingen gesucht hat, um gemeinsam mit dem Schulleiter nach einer Lösung für die AUBE in Manderfeld zu suchen. 

Es ist ein offenes Geheimnis, dass das RZKB zu wenig Betreuer hat, um die steigende Nachfrage an Kinderbetreuung zu decken. 
Das RZKB hat mir bestätigt, dass der Personalmangel vor allem im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine große Herausforderung für das Zentrum darstellt.  

Das RZKB arbeitet konkret an Maßnahmen, um den Beruf der Betreuerinnen und Betreuer in der AUBE attraktiver zu gestalten. Zum einen soll das bestehende Personal an das RZKB gebunden werden, zum anderen sollen neue Kräfte angeworben werden. 

Von einer zeitweiligen Schließung eines weiteren Standorts gehe ich derzeit nicht aus, vorausgesetzt die Personalsituation bleibt stabil. 

Von der Idee, dass die fünf Gemeinden im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft die AUBE selbst organisieren wollen, ist mir nichts bekannt. Dies würde aber voraussetzen, dass die Gemeinden die AUBE schulträgerübergreifend organisieren, und das auch an den Feier- und Konferenztagen und gegebenenfalls in den Schulferien. 

Die langjährige Kompetenz des RZKB in der komplexen AUBE-Materie ist natürlich in dieser Diskussion ebenfalls zu berücksichtigen. Das RZKB wird der Regierung in den nächsten Tagen einen Konzeptentwurf zur Neuausrichtung vorlegen. Dann werden wir sicher verbindliche Informationen zu diesem Thema haben.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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