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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 670

6. Mai 2021 – Frage von C. Kraft an Ministerin KLINKENBERG zur Beteiligung der DG am Projekt EMR Lingua

Inwiefern beteiligt sich die Deutschsprachige Gemeinschaft aktiv an diesem Projekt?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Colin Kraft (CSP):

Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenz sind in einer Grenzregion wichtige Potenziale. Vor allem bei Jugendlichen will die Euregio Maas-Rhein Verständigung und Austausch über Grenzen hinweg fördern - mit dem Bildungsprojekt EMR Lingua, das jetzt an den Start geht. Insgesamt 14 Projektpartner aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden sind daran beteiligt, darunter auch die Deutschsprachige Gemeinschaft.
Bei EMR Lingua geht es sowohl u.a. um den Austausch bzgl. der Angleichung der Sprachförderung in den Grundschulen oder um die Entwicklung von digitalen Unterrichtsmaterialien und vieles mehr. 

Dazu meine Fragen:
-­ Inwiefern beteiligt sich die Deutschsprachige Gemeinschaft aktiv an diesem Projekt? 
­- Welche konkreten Projekte werden im Rahmen des genannten Projektes auf dem Gebiet der DG in diesem Jahr umgesetzt? 
­- Wie soll der Mehrwert des Projektes für die Deutschsprachige Gemeinschaft evaluiert werden?

Antwort von Lydia Klinkenberg (ProDG), Ministerin für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die Deutschsprachige Gemeinschaft beteiligt sich als vollwertiger Partner am Interreg-Projekt EMR-Lingua. Im Rahmen von EMRLingua wurden unterschiedliche Arbeitspakete ausgearbeitet. 

Im Arbeitspaket 1 wird ein euregionales Koordinations- und Wissenszentrum für Nachbarsprachen und interkulturelle Kompetenzen errichtet, das an der Euregio Maas-Rhein in Eupen angebunden sein wird. Die Einrichtung einer zentralen Stelle innerhalb der EMR soll zur Erweiterung der nachbarsprachlichen und interkulturellen Kompetenzen sowie zur Verbreitung von Good Practice Beispielen beitragen.

Ziel des Arbeitspakets 2 ist es, euregionale Labels anzustreben und zu koordinieren. Diese Labels könnten kommenden Generationen einen großen Vorteil auf dem euregionalen und mehrsprachigen Arbeitsmarkt bieten. 

Eine federführende Aufgabe übernimmt die Deutschsprachige Gemeinschaft in Zusammenarbeit mit der StädteRegion Aachen im Arbeitspaket 3, welches die Aktualisierung und Entwicklung von euregionalen, multimedialen und mehrsprachigen Unterrichtsmaterialien betrifft. Unter anderem soll eine digitale Datenbank zur Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien, ein multimediales, mehrsprachiges euregionales Geografiebuch (mBook) und ein digitales Schülerportfolio, auf dem die Schüler ihre interkulturellen Erfahrungen dokumentieren können, erstellt werden. 

Eines der Ziele, das mit der Entwicklung der vorerwähnten Unterrichtsmaterialien anvisiert wird, ist, euregionale und interkulturelle Kompetenzen sowie nachbarsprachliche Kompetenzen bei Schülern der teilnehmenden Regionen zu fördern. Die Materialien sollen fachbezogen, fächerübergreifend oder fächerverbindend eingesetzt werden können. Auch können sie im bilingualen Sachfachunterricht Geografie Anwendung finden. 

Nach der Genehmigung des Projekts stehen nun Bedarfs- und Bestandsanalysen im Rahmen der unterschiedlichen Arbeitspakete an. Auch werden erste inhaltliche Ebenen von Unterrichtsmaterialien definiert, und dies im Hinblick inhaltlicher und methodisch-didaktischer Konzeption, Produktion, Distribution und Implementierung vorerwähnter multimedialen Materialien und den damit einhergehenden haptischen Mitteln. Hierzu werden in Kooperation mit den Partnerregionen unterschiedliche Arbeitsgruppen gebildet, 

Im EMRLingua-Antrag selbst sind bereits Schwerpunkte zur Evaluierung des Projektes vorgesehen. So soll geprüft werden, welche Angebote von den Schulen in der Euregio angenommen werden und in welcher Form. Geprüft wird ebenfalls, ob und wie Schulen miteinander kommunizieren und inwieweit Austausche stattfinden.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

 

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